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Abdel-Samad über Islam und „Lügenpresse“

HAS-2In einem hochinteressanten Interview mit der Zeit unterstreicht der Publizist und Politologe Hamed Abdel-Samad, dass sich die Medienlandschaft nicht wundern dürfe, als „Lügenpresse“ bezeichnet zu werden, wenn sie permanent behaupte, der Islam sei eine „friedliche“ Religion. Er sei vielmehr klar gewaltbefürwortend, die Ursachen für Terror lägen keinesfalls in einer vermeintlichen „Diskriminierung“ von Moslems, sondern in der Ideologie selbst, IS-Rückkehrer sollten bei uns sofort verhaftet werden, Moscheen seien keinesfalls Orte der „Integration“ und die Geltung der gefährlichen Korantexte müsste umgehend gestrichen werden.

(Von Michael Stürzenberger)

In dem ausführlichen Interview spricht Abdel-Samad offen über die für ihn gestiegene Bedrohungslage, seit sein Abrechnungs-Buch über Mohammed veröffentlicht wurde. Mittlerweile gehe er nicht mehr durch die Sicherheitskontrollen am Flughafen, sondern werde direkt in einer gepanzerten Limousine bis zum Flugzeug gefahren, in dem auch Beamte neben ihm säßen. Auf der Buchmesse sei er nur mit einer schusssicheren Weste aufgetreten. Der Terror von Paris ist für ihn eine Folge des verhängnisvollen politischen Appeasements:

Der islamische Fundamentalismus wächst und gedeiht seit Jahren auch in Europa, so als hätten wir nichts gelernt aus dem 11. September: Europa ließ den politischen Islam Strukturen aufbauen und dachte, damit fördern wir Toleranz.

Abdel-Samad plädiert für ein konsequentes Vorgehen gegen IS-Rückkehrer. Wer nach Syrien reise, um beim IS anzuheuern, nehme an einem fremden Wehrdienst und an einer Terror-Organisation teil. Solche Personen gehörten sofort eingesperrt, wenn sie deutschen Boden beträten. Er widerspricht auch energisch der Theorie, dass der Islamterror auf falsche politische Entscheidungen und Kriege des Westens zurückzuführen sei. Moslems sähen sich gerne in der Opferrolle, daher seien sie seit 1400 Jahren in Wirklichkeit Täter.

Das Feuer des Islamismus war immer da, weil es seit Anbeginn des Islams eine Ideologie der Gewalt gibt. Bis heute soll die Gewalt den muslimischen Minderwertigkeitskomplex durch Allmachtsfantasien kompensieren.

Die Gründe für den Terror lägen also vielmehr im Islam selber. Abdel-Samad greift auch die Kanzlerin mit ihrer brandgefährlichen Feststellung an, der Islam gehöre zu Deutschland:

Der Islam unterteilt bis heute die Welt in Gläubige und Ungläubige. Er legitimiert Gewalt gegen Ungläubige nicht nur, sondern fordert und fördert sie. Unsere Religion zählt immer noch viel zu viele Gläubige, die von der absoluten Wahrheit der heiligen Texte überzeugt sind. Das ist unaufgeklärt. Und trotzdem behauptet die Bundeskanzlerin, diese Religion sei ein Teil des aufgeklärten Deutschlands.

Abdel-Samad verurteilt das unerträgliche Verharmlosen des Islams durch die etablierte Politik und die Mainstream-Medien scharf:

Eine scharfe Fundamentalismuskritik findet kaum statt. Politik und Medien haben Angst, Muslime vor den Kopf zu stoßen oder sie zum Ziel rechten Hasses zu machen, also reden sie das Problem klein. Nach dem Motto: Das hat mit dem Islam nichts zu tun, das sind nur soziale oder geopolitische Probleme. – Falsch!

Den idiotischen Vorwurf des „Rassismus“ in Zusammenhang mit Islamkritik stellt er auch als völlig gegenstandslos dar:

Es gibt aber unter den Terroristen nicht nur arme, benachteiligte Menschen, sondern auch gebildete, gut verdienende wie die Attentäter von San Bernardino. Es gibt Alte und Junge, Afrikaner, Araber, Asiaten, Europäer und Amerikaner. Was verbindet sie letzten Endes? Der Islam. Aber wer das anspricht, gilt als Rassist, und das, obwohl der Islam eigentlich keine Rasse ist. Viele Medien wollten die Tragweite der Gefahr nicht sehen.

Abdel-Samad plädiert für eine weltweite Auseinandersetzung mit dem fundamentalen Islam, den er allerdings in Übereinstimmung mit dem Mainstream noch „Islamismus“ nennt:

Man kann aber den Krieg gegen den Terror nur gewinnen, wenn man den weltweiten Islamismus bekämpft.

Er liefert auch eine ganz wichtige Erkenntnis über den bewaffneten Widerstand gegen Assad in Syrien:

Die meisten Rebellen sind auch Islamisten. Es gibt kaum noch säkulare Rebellen. Wer etwas anderes behauptet, hat keine Ahnung von der Situation.

Abdel-Samad plädiert für ein konsequentes Vorgehen gegen den fundamentalen Islam. Das verhängnisvolle Appeasement, wie es gegenüber dem islam-ähnlichen National-Sozialismus ausgeübt wurde, dürfe keinesfalls wiederholt werden:

Der Islamismus ist der Faschismus des 21. Jahrhunderts. Wer meint, durch Appeasement den Ball flach halten zu können und den Terror durch interreligiösen Dialog einzudämmen, der irrt. Ich erinnere nur daran: So dachte Chamberlain in den dreißiger Jahren auch, dass man Hitler durch Entspannungspolitik zähmen kann. Ein tödlicher Irrtum.

Außerdem prangert er die Angst der Deutschen an, konsequent mit Polizei und Geheimdiensten gegen Feinde des demokratischen Rechtsstaates vorzugehen. Es sei auch ein großer Fehler, Moscheen bei „Integrations“-Maßnahmen einzubeziehen:

Die Polizei in einem Rechtsstaat ist nicht per se gefährlich. Ebenso der Geheimdienst. Stattdessen sollen nun ausgerechnet die Moscheevereine zu Anlaufstellen für Flüchtlinge werden. Und die Familienministerin Schwesig, jubelt, ja! (..)

Die Moscheevereine sind oft nur ethnische Vereine, die nationale Interessen vertreten, vor allem die der Türkei. Und nicht selten sind sie auch der verlängerte Arm des ausländischen Islamismus, wahlweise des Wahabismus oder der Muslimbruderschaft. (..)

Es ist ein fataler Fehler, die ankommenden Syrer den Moscheevereinen auszuliefern. So verteidigt man nicht seine Werte, sondern so verlagert man das Problem des Fundamentalismus in den Westen. Ich wiederhole es: Moscheen sind keine Orte der Integration!

Abdel-Samad fordert die ehrliche und tabulose Diskussion um den Islam, die öffentlich stattfinden müsse:

Durch die absurde Behauptung, der Islam habe mit dem Islamismus nichts zu tun, bekommt der rechte Rand erst Aufwind. Wenn man Probleme nicht beim Namen nennt, schützt man auch die Muslime nicht. Im Gegenteil. Man schützt sie, indem man ihre Probleme ehrlich anspricht und diese Debatten in die Mitte der Gesellschaft holt.

Die Vermeidung der offenen Debatte kreidet er auch den Medien an:

Man muss zwischen Muslimen und Islam unterscheiden, aber nicht den Islam reinwaschen wollen. Der Islam als Religion des Friedens? Das ist eine Lüge, die nichts bringt. Aber wenn die Presse sie wiederholt, muss sie sich nicht wundern, wenn sie als Lügenpresse wahrgenommen wird.

Dieses Gespräch fand wohl auch unter dem Eindruck der kurz zuvor ausgestrahlten unerträglichen ZDF-Sendung „Wie viel Islam verträgt Deutschland“ statt. Ich hatte als Reaktion darauf eine Pressemitteilung verschickt, in der die unfassbaren öffentlich-rechtlichen Lügen über die vermeintliche „Gewaltlosigkeit“ des Islams und die absurde „Frauenfreundlichkeit“ des Propheten Mohammed offengelegt wurden. Michael Mannheimer hatte dies veröffentlicht und einen eigenen Kommentar dazu geschrieben:

Nun, die Behauptung des ZDF, der Islam sei „keine Gewaltreligion“, ist heute, 14 Jahre nach 9/11, mehrt als nur eine Fahrlässigkeit. Sie ist eine bewusste Unterstützung einer der gewalttätigsten Ideologien der Weltgeschichte, und sie ist darüber hinaus eine Unterstützung einer terroristischen Vereinigung. Und damit strafbar nach §129a StGB.

So ist auch die Strafanzeige Mannheimers gegen den früheren Münchner Oberbürgermeister Christian Ude konsequent, der sich durch seine verantwortungslose Unterstützung des Münchner Islamzentrums strafbar machte, wenn die Justiz endlich die richtigen Maßstäbe an den Islam anlegen würde. Hamed Abdel Samad fordert ebenso eine radikale Veränderung im Islam. Sein klarer Appell:

Der Islam ist nicht gekommen, um Teil dieser Welt zu werden, sondern um über die Welt zu herrschen. Das ist in den Texten verankert und in der Geschichte des Islams auch als gelebte Wirklichkeit zu finden. Und weil der Koran als das direkte Wort Gottes gilt, kann er schlecht relativiert oder kontextualisiert werden. Heutige Salafisten und Islamisten verstehen Allahs Auftrag genauso, wie er auch damals gemeint war. Sie missbrauchen den Islam nicht, sie gebrauchen ihn nur. In keiner anderen Religion heute wird der Begriff Ungläubige so abwertend benutzt wie im Islam. In keiner anderen Religion ist allein die Tatsache, dass man ungläubig ist, ein Todesurteil. Wir müssen uns also von der Geltung der Texte im Koran verabschieden, so wie die meisten Christen sich von Sätzen des Alten Testaments distanziert haben. Es wäre schön, wenn die Nicht-Muslime uns dabei helfen, statt das Problem zu leugnen.

Ein Weg hierzu ist die Verzichtsforderung auf alle verfassungsfeindlichen Bestandteile des Islams. Hier das gesamte Interview von Hamed Abdel-Samad mit der Zeit. Es weckte großes Interesse, wie die 922 Kommentare zeigen. Gestern sah sich ein gewisser Christian H. Meier, Mitherausgeber und Redakteur der Orient-Zeitschrift „zenith“, gemüßigt, auf die klaren Argumente eine Antwort zu geben. Außer der immer wieder gebetsmühlenartig vorgebrachten und faktenwidrigen Behauptung, dass es „den Islam“ nicht gebe, sondern er „verschieden ausgelegt“ und „interpretiert“ werde, kam nichts Greifbares dabei heraus:

Wenn mörderische Dschihadisten den Koran so auslegen, wie sie es nun mal tun, existiert damit offenkundig eine gültige Interpretation des Korans beziehungsweise des Islams – die der Islamkritiker umstandslos zur wahren und ursprünglichen Interpretation erklärt (alles andere wäre ja wiederum Differenzierung).

Hamed Abdel-Samad und andere, so lautet daher ein Vorwurf, sähen die Welt letztlich genauso simpel wie die Fundamentalisten, die sie eigentlich kritisieren. Ist das zu bejahen? Ich fürchte, meine Antwort lautet: Man muss hier unterscheiden.

Auf diesen zwei Seiten Empörungsgeschwafel, wie man es von den Kritikern der Islamkritik seit Jahren kennt, ist kein einziger stichhaltiger Ansatzpunkt zu einer faktisch begründeten Diskussion zu finden. Diese „Antwort“ ist ein weiterer geistiger Offenbarungseid derjenigen, die der Islamkritik nichts Argumentatives entgegenzusetzen haben.

Es ist nur eine Frage der Zeit, wann sich die Wahrheit endgültig Bahn bricht und der Islam entweder umfassend entschärft wird oder von der Bildfläche verschwindet. Die Alternative hierzu ist, dass Europa im Islamisierungsstrudel untergeht, wenn die Appeaser, Wegschauer, Beschöniger, Lügner und Kollaborateure weiter die Oberhand über die Auseinandersetzung behalten. Dazwischen gibt es nichts.