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Wort des Jahres 2015: „Flüchtlinge“

imageEigentlich hätte man es sich ja vorher schon denken können: Das Wort des Jahres ist „Flüchtlinge“. Diese Entscheidung traf am Donnerstagabend eine Jury der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS). Es stehe nicht nur für das beherrschende Thema des Jahres, sondern sei auch sprachlich interessant, teilte die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbaden mit. Auf den Plätzen zwei bis zehn folgen: „Je suis Charlie“, „Grexit“, „Selektorenliste“, „Mogel-Motor“, „durchwinken“, „Selfie-Stab“, „Schummel-WM“, „Flexitarier“ und „Wir schaffen das!“.

In der Begründung des GfdS für das Wort „Flüchtlinge“ heißt es:

Das Substantiv steht nicht nur für das beherrschende Thema des Jahres, sondern ist auch sprachlich interessant. Gebildet aus dem Verb flüchten und dem Ableitungssuffix -ling (›Person, die durch eine Eigenschaft oder ein Merkmal charakterisiert ist‹), klingt Flüchtling für sprachsensible Ohren tendenziell abschätzig: Analoge Bildungen wie Eindringling, Emporkömmling oder Schreiberling sind negativ konnotiert, andere wie Prüfling, Lehrling, Findling, Sträfling oder Schützling haben eine deutlich passive Komponente. Neuerdings ist daher öfters alternativ von Geflüchteten die Rede. Ob sich dieser Ausdruck im allgemeinen Sprachgebrauch durchsetzen wird, bleibt abzuwarten.

Wir bleiben bei unserer Bezeichnung: Invasoren!