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Ex-Frau von IS-Chef Bagdadi will in Europa unter der „Freiheit der Scharia“ leben

is_prediger„Ich möchte in Freiheit leben“, sagt Sadscha al-Dulaimi (Foto, li.), die Ex-Frau von IS-Chef al-Bagdadi (re.) und plant, nach Europa zu ziehen. Sie sieht sich zu Unrecht als „Terroristin“ gebrandmarkt. Die Scharia verteidigt sie trotzdem.

(Von Verena B., Bonn)

Die WeLT berichtet über diese fromme Frau:

Eine der Ex-Frauen von IS-Chef Abu Bakr al-Bagdadi will sich mit ihrer Tochter eine neue Existenz in Europa aufbauen. „Ich will in einem europäischen Land leben, nicht in einem arabischen“, sagte Sadscha al-Dulaimi in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview. Sie werde zu Unrecht als „Terroristin“ gebrandmarkt.

„Ich möchte in Freiheit leben“, sagte die 28-Jährige der schwedischen Zeitung „Expressen“ in einem im Libanon gefilmten Gespräch. Gleichzeitig verteidigte sie das islamische Recht der Scharia, das Frauen „Freiheit und Rechte“ gewähre. Al-Dulaimi wurde vor einigen Monaten aus einem libanesischen Gefängnis entlassen, in dem sie seit 2014 wegen des Verdachts der Unterstützung extremistischer Organisationen saß.

Nach einem Jahr Haft kam Dulaimi im Dezember 2015 mit ihren drei Kindern, darunter Baghdadis älteste Tochter, bei einem Gefangenenaustausch zwischen dem Libanon und der Nusra-Front frei. Der Gefangenenaustausch wurde live im katarischen Fernsehsender Al Jazeera übertragen. Dem Sender gegenüber sagte sie, ihr Bruder arbeite für die Nusra-Front und sie wolle sich in der Türkei niederlassen. Der Deal kam unter der Vermittlung Katars zustande, das Emirat bemühte sich, die Nusra-Front und die Dschihadistenmilizen in dessen Umkreis unter die Kategorie der „moderaten Rebellen“ einzureihen und für die Verhandlungen der Großmächte zum Syrien-Konflikt in Wien salonfähig zu machen

„Er fragte mich, ob ich zu ihm zurückkehren wolle“

Al-Dulaimi stammt aus der irakischen Oberschicht und war nach eigenen Angaben mit einem Leibwächter von Machthaber Saddam Hussein verheiratet. Nach dem Tod ihres Ehemannes habe sie 2008 al-Bagdadi geheiratet, der damals für al-Qaida im Irak kämpfte. Sie habe den heutigen Anführer der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) nach nur drei Monaten verlassen, damals sei sie schwanger gewesen.

Al-Dulaimis sieben Jahre alte Tochter Hagar erklärte, sie wolle nach Europa ziehen, um dort zu „studieren“. Nach Angaben der libanesischen Behörden wurde per DNA-Test bestätigt, dass das Mädchen die Tochter al-Bagdadis ist.

„Wie er der Emir der weltweit gefährlichsten Terrororganisation werden konnte, ist mir ein Rätsel“, sagte al-Dulaimi, die inzwischen mit einem Palästinenser verheiratet ist. Sie habe zuletzt 2009 mit ihrem Ex-Mann gesprochen. „Er fragte mich, ob ich zu ihm zurückkehren wolle, aber ich hatte mich bereits entschieden.“

In Syrien hat sich der Anführer des Islamischen Staates zu Wort gemeldet. In der Audiobotschaft droht Abu Bakr al-Baghdadi der westlichen Welt. Und die Bundeswehr steht vor einem weiteren Auslandseinsatz.

Frau Al-Dulaimi hat sicher gute Chancen bezüglich ihrer Einreise nach Europa. Hier könnte sie im Sinne der Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam vorbehaltlich der Scharia an der Einführung der islamischen Gesetzgebung mitwirken. Wir sind allerdings der Meinung, dass es vorteilhafter für sie wäre, wenn sie in ihre Heimat zurückkehren würde. Dort hat sie derzeit noch größere Chancen, von den Vorzügen der frauenfreundlichen Scharia zu profitieren.