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Wahre Sozialdemokraten

reil_essenWenige sind es, die in der SPD den Mund aufmachen, nicht um lauthals zu pöbeln, wie der Zensur- und Pöbelminister, sondern um auszusprechen, was ist. Der Bürgermeister von Magdeburg hatte den Mut dazu, aus der Partei auszutreten. Er tat es aus Protest gegen eine nicht mehr zu bewältigende „Flüchtlingspolitik“, die lediglich aus dem  Mantra der Kanzlerin bestand, das sich irgendwie nach ‚Endsieg’ anhörte. Er wollte sich nicht mit offiziellen Sprachregelungen den Mund verbieten lassen und gab sein Parteibuch zurück. PI berichtete seinerzeit.

Schon etwas länger her, 2012, fand der Ortsamtsleiter von Bremen-Blumenthal, Peter Nowack, deutliche Worte zu den kriminellen Arabern, die seinen Stadtteil terrorisierten. Er empfand es als Erniedrigung für die Einheimischen, die den „Migranten“ ein sorgenfreies Leben ermöglicht hatten und zum Dank dafür nicht nur ausgelacht, sondern auch noch bedroht wurden. Mit „Schiebt die Intensivtäter ab und die Eltern gleich mit“, sprach er aus, was viele dachten, was man aber in der SPD nicht sagen darf.

Das jüngste Beispiel für einen, der die Heuchelei und Lüge der SPD nicht mehr mitmachen mag, ist Guido Reil aus Essen. Er entstammt einer klassischen Arbeiterfamilie, bei der schon sein Vater, Großvater und vermutlich auch der Urgroßvater in der SPD waren. Reil äußerte sich jetzt im Interview mit dem Focus:

26 Jahre lang war Guido Reil Mitglied der SPD in Essen, vertrat sie sogar als Ratsherr für den Stadtteil Karnap. Nun ist er aus der Partei ausgetreten. Sein Vorwurf: Die SPD sei keine Arbeiterpartei mehr und habe sich in der Flüchtlingskrise endgültig von der Realität verabschiedet.

[…]

„Ich war 26 Jahre lang Mitglied in der SPD, aber ich will kein Genosse mehr sein. Nicht so, denn die SPD hat den kleinen Mann aus den Augen verloren. Das sieht man auch an der Mitgliederstruktur: In Essen sind neun Prozent der Parteimitglieder Arbeiter. Die Mehrheit bilden Lehrer und städtische Angestellte.  

Wir haben die Flüchtlinge hier, aber wir machen nichts mit ihnen. Sie bekommen ein Bett, etwas zu Essen und vielleicht einen Deutschkurs – aber noch nicht einmal der erste Schritt zur Integration ist geschafft: Es gibt nicht einmal Wohnungen für diese Menschen. Und gerade im Ruhrgebiet gibt es einfach zu wenig Wohnraum und zu wenig Jobs, um das zu schaffen.

Im Vertrauen sagen selbst hohe Tiere, dass es so nicht geht. Vor laufender Kamera würde sich das aber keiner trauen. Das kann ich nicht verstehen. Man muss offen diskutieren können und Fragen stellen dürfen.“

Nun muss man Reils Ansichten, wie er sie hier vertritt, nicht teilen. Seine Auffassung zu „Flüchtlingen“ ist sicher eine andere als die der AfD, und er sagt auch deutlich, dass er dort nicht seine politische Heimat finden würde. Aber er ist bereit, die Sorgen des „kleinen Mannes“ wirklich ernst zu nehmen, nicht nur als Sprechblase. Und sein Auftreten lässt vermuten, dass er in der Lage ist, sich inhaltlich mit anderen Auffassungen auseinanderzusetzen. Das ist schon viel in der heutigen Zeit, zumal von einem Sozialdemokraten.

Anerkennung dafür und Glück auf, Guido Reil!