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Antifa-Bild übermalt – Staatschutz ermittelt!

grenzen_rettenAm 2. September 2015 ertrank der dreijährige syrische Junge Aylan Kurdi (PI berichtete mehrfach) auf der Überfahrt eines „Flüchtlingsbootes“ von der Türkei nach Griechenland. Sein Vater, der bereits mehrere Jahre in der Türkei gelebt hatte, wollte über Griechenland illegal nach Deutschland reisen, um sich dort neue Zähne machen zu lassen. Merkels Grenzöffnung für Flüchtlinge hatte auch ihn ermuntert, die gefährliche Reise zu wagen und das Leben seiner Familie aufs Spiel zu setzen.

Neben seiner Frau ertranken bei dem Versuch auch seine zwei Söhne, von denen der eine öffentlichkeitswirksam fotografiert und in den Medien herumgereicht wurde, mit freundlicher Zustimmung des Rabenvaters, der ein fehlendes Visum für den Tod seiner Familie verantwortlich machte:

Die Menschen dürfen nicht wegsehen, was schreckliches passiert auf dem Weg nach Europa, nur weil man uns vorher kein Visum geben will.

Diese Meinung teilten auch zwei Graffity-Sprayer, nach eigenem Verständnis „Künstler“, die das Bild schön lebensecht auf eine weiße Wand im Frankfurter Osthafen sprühten. Die versteckte Botschaft:

„Ihr seid schuld, wenn kleine unschuldige Kinder sterben müssen, weil ihr keine Luftbrücke aus den Elendsquartieren dieser Welt nach Deutschland einrichtet, ihr bösen Deutschen.“ Gemalt wurde das Bild im Stile des nordkoreanischen sozialistischen Realismus in bunt auf Mauer.

Eine andere als diese Meinung vertraten unbekannte Aktivisten und schrieben quer über das „Kunstwerk“: „Grenzen retten Leben!“, so ihre Beurteilung.

Sie meinen damit, dass bei geschlossenen Grenzen der Vater nicht ermuntert worden wäre, die gefährliche tödliche Reise mit seiner Familie anzutreten. Der Sohn Aylan Kurdi wäre nicht ertrunken, der zweite Sohn wäre nicht ertrunken, die Ehefrau wäre nicht ertrunken, hätte sich der Vater mit dem Schutz in der Türkei zufrieden gegeben.

Normalerweise rühmen sich ja besonders linke Künstler damit, dass sie einen Dialog in Gang setzen wollen und kontroverse Meinungen provozieren möchten. Das Kunstwerk dürfe nicht statisch sein, solle sich entwickeln und würde im Idealfall den Prozess der Meinungsbildung wiederspiegeln und zum Nachdenken anregen und so weiter. Hier nicht.

Zerstört wäre ihr „Gemälde“, heulte die Hessenschau auf, als sie eine andere als die intendierte Meinung sehen mussten. Die schöne Ästhetik war dahin und die lebensechte Abbildung, gestört durch eine Brechtsche Verfremdung und Ernüchterung. Weg war er, der schöne Propagandaeffekt.

Aber damit nicht genug. Diejenigen, die normalerweise eine Fehlinterpretation linken Weltverständnisses schnell wieder zurechtrücken, indem sie mit Knüppeln und Pflastersteinen „falsche“ Meinungen korrigieren, also die primitiven Schlägertrupps der „Antifa“, sie wurden neben der vernünftigen und realistischen Aussage über die Grenzen auch noch beleidigt: „Fuck Antifa“ hatten die Unbekannten (für die „Künstler“: „Schmierer“) noch über die Rotfaschisten geschrieben. Dies wurde von den „Künstlern“ sofort als „Angriff von Rechts“ entlarvt:

„‚Fuck Antifa‘, wenn das kein rechtsradikaler Hintergrund ist“, sagte Künstler Sen am Mittwoch zu hessenschau.de. Becker und er wollten die Parolen wegstreichen, wie Sen sagte. „Aber wir haben es uns anders überlegt: Die Leute sollen es erstmal sehen und ertragen, dass auch das Teil unserer Demokratie ist.“

So ganz auf sich beruhen lassen wollten sie so eine Beleidigung der paramilitärischen linken Schlägerbanden jedoch nicht. Ist da nicht Gefahr in Verzug, im Neuen Deutschland, wenn ehrliche rotbraune Faschisten einfach so mit „Fuck“ beleidigt werden dürfen? Geht das? Es ist nur konsequent, dass sich sogleich der Staatsschutz einschaltete, denn, so die Hessenschau:

Der Spruch wird von der vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuften Identitären Bewegung verwendet. Klein daneben stehen die Worte „Fuck Antifa“.

Das zuständige Revier habe Anzeige wegen Sachbeschädigung durch Graffiti aufgenommen, sagte die Polizeisprecherin zu hessenschau.de.

Ja, der Staatsschutz. Er wird aktiv, wenn man „Fuck Antifa“ schreibt. Oder „Grenzen retten Leben!“ schreibt, eine Politik, die vor Australiens Küsten („No way!“) praktisch zum Stillstand bei den Ertrinkenden-Zahlen geführt hat. Das beschäftigt in Deutschland den Staatsschutz. Ebenso wenn Schweineblut auf dem Gelände einer Moschee vergossen wird oder ein Schweinekopf dort liegt. Das ist dann ein „Anschlag“, während die Schändungen von Kirchen in Deutschland kein Thema sind.

Es sind ähnliche Mittel, die bei linken Aktionisten in ihrer Hochzeit in den 60er und 70er Jahren gerne genutzt und damals noch nicht als Gefährdung des Staates empfunden wurden. Jetzt reichen bereits einige Kotellets, abgelegt vor einem Flüchtlingsheim, aus, um den Bestand des Staates in Frage gestellt zu sehen. Aber vielleicht trifft es ja irgendwie doch zu mit dem gefährdeten Staat. Allerdings muss man sich dann fragen, welcher Staat hier als bedroht gesehen wird. Ist es womöglich der „Islamische Staat“?