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Ein Gesprächsangebot an Dunja Hayali (ZDF)

dunja_hayaliEiner unserer Leser hat uns einen kleinen Briefwechsel mit Dunja Hayali vom ZDF zukommen lassen. Dunja Hayali, das ist die Journalistin, die sich vom Vorwurf der „Lügenpresse“ so sehr getroffen gab, so dass sie unvorbereitete Passanten auf einer AfD-Demo dazu befragte oder auch Zuschauer des ZDF-Morgenmagazins. Zu beiden Gelegenheiten gab Hayali sich vordergründig gesprächsbereit, bei beiden Gelegenheiten waren die Gesprächsteilnehmer aber nicht in der Lage, über Allgemeinplätze hinauszukommen und konkrete Beispiele für die „Lügenpresse“ zu liefern. Das störte unseren Leser Joachim R.* und er bot der ZDF-Reporterin an, ihr die gewünschten Beispiele zu liefern und sich mit ihr auszutauschen. Daraus entstand ein „Mailwechsel“, den wir hier ungekürzt wiedergeben.

Er beginnt mit der Mail von Joachim R. vom 10. Januar 2016:

Sehr geehrte Frau Hayali,

ich folge Ihrem Weg, sich mit Kritikern der Presse zu treffen und zu versuchen, diese zu verstehen, seit Ihrem Beitrag zu den Erfurter AfD-Demonstrationen.

Ich habe das Gefühl, dass Sie eine der wenigen „JournalistInnen sind, die das wirklich trifft, wenn man sie als Lügenpresse bezeichnet und die auch interessiert, wieso das geschieht. Deshalb hoffe ich darauf, dass wir beide in Kontakt kommen können.

Bei Ihren bisherigen Gesprächspartnern hat mich immer sehr gestört, dass sie auf Ihre konkreten Fragen zu Beispielen für die Lügenpresse keine angeführt haben. Das würde ich gerne ändern und anhand konkreter Beispiele mit Ihnen darüber reden.

Wenn wir uns darauf einigen können, dass es die Aufgabe der öffentlich-rechtlichen Sender ist, die Personen, von denen sie ihr Geld erhalten (GEZ-Abgabe), so zu informieren, dass diese Personen sich eine Meinung bilden können, freue ich mich jetzt schon auf unser Gespräch.

Wenn auch für Sie zur „Lügenpresse“ eine einseitige Berichterstattung ebenso wie das Nichtsenden relevanter Informationen gehört, dann werde ich Ihnen sicherlich einige Augenöffner präsentieren können.

Mit freundlichen Grüßen

Joachim R.

Kein Antwort von Hayali. Vermutlich bezog sich unser Leser in seiner zweiten Mail vom 18. März auf die Preisverleihung der „Goldenen Kamera„, bei der Hayali sich pathetisch über den „Hass auf der Straße“ ausließ. Er schreibt:

Werte Frau Hayali,

nachdem ich Ihre Krokodilstränen bei der Dankesrede zu diesem Selbstbeweihräucherungs-Preis unter dem Motto „keiner spricht mit mir“ gesehen habe, hatte ich das Gefühl, ich muss Sie an meine unten beigefügte Mail erinnern.

Dies umso mehr, da Sie anscheinend über ausreichend Energie verfügen, wenn es gegen die AfD geht, Sie aber anscheinend nicht genug Energie haben, um auf eine Mail zu antworten.

Mein Gesprächsangebot steht immer noch!!

Wir hätten ein weites Feld zu bearbeiten, von der Ukraine-Krise inkl. Flugzeugabsturz, über den Krieg in Syrien und im Irak bis zum sogenannten Klimawandel. Ganz zu schweigen von der Flüchtlingskrise und unserem Umgang mit den USA und Russland. Wirklich schade.

Sollte ich wieder nichts von Ihnen hören, mache ich meine beiden Mails der Öffentlichkeit zugänglich, damit jeder klar denkende Mensch sich ein Bild davon machen kann, wie „ernst“ es Ihnen mit Ihrem angeblichen Gesprächsangebot ist. Dies ist übrigens keine Drohung [Dunja Hayali berichtete auf ihrer oben zitierten Rede von Bedrohungen, Anm. PI] sondern eine Ankündigung (Nur zur Sicherheit)!

Ich dachte wirklich, Sie hätten eine andere Einstellung wie die meisten anderen Journalisten, offensichtlich habe ich mich getäuscht.

Mit enttäuschten Grüßen

Joachim R.

Dieses Mal antwortet Dunja Hayali, sichtbar angefasst, auf die Mail:

hallo herr [..],

sie haben auf ihre erste email keine antwort erhalten? dann habe ich sie

a) nicht bekommen oder
b) sie haben meine antwort nicht erhalten.

wie dem auch sei, danke für ihre erneute email. ich möchte sie gerne darüber informieren, dass sie seit der goldenen kamera mailer nummer 896 sind, dem ich zurückschreibe.
das kostet mich täglich stunden, facebook bzw. twitter nicht eingerechnet. und ich weiß nicht ob sie es wußten, aber ich habe auch noch einen job und keine assistentin,
daher dauert das mit dem antworten auch ein bisschen.

aber wissen sie was, machen sie es doch gerne öffentlich – inkl der krokodilstränen. ehrlich gesagt lasse ich mich ungern erpressen oder unter druck setzen.

meinen redaktionsleiter habe ich cc gesetzt, nur zur sicherheit.

lg,

dh

Die Antwort von Joachim R. vom 23. Juni:

Werte Frau Hayali,

ich tue jetzt einfach mal so, als sei die äußerst aggressive Mail, auf die ich hier antworte, von Ihnen geschrieben worden. Allerdings gehe ich davon aus, dass dort irgendein Praktikant in die Tasten gehauen hat, dem weder die im deutschen geltende Groß- und Kleinschreibung noch die deutsche Grammatik geläufig sind.

Sollten Sie das geschrieben haben, finde ich es schon sehr merkwürdig, dass Sie sich auf Ihrer Facebook-Seite über Beiträge mit mangelhafter Rechtschreibung lustig machen. Anscheinend ist Ihnen ja Groß- und Kleinschreibung auch ein Buch mit sieben Siegeln.

Ich habe mir lange überlegt, ob ich auf so ein aggressives Machwerk, das durch seinen Stil jeglichen Respekt für den Gegenüber vermissen lässt, überhaupt antworte. Dann bin ich zu dem Schluss gekommen, dass Sie genau das damit bezweckt haben.

Leider bestätigt diese Mail alle meine Vorurteile über deutsche Journalisten. Persönlich finde ich das sehr schade, ich wäre gerne von Ihnen überrascht worden.

Wenn ich die 896te Person bin, der Sie auf dieses Thema antworten, so scheint der Gesprächsbedarf bei der Bevölkerung doch sehr groß zu sein. Wäre es da nicht angebracht, eine Sendereihe mit Gesprächen eben jenes Personenkreises zu machen, anstatt auf GEZ-Zahlers Kosten im Ausland irgendwelche religiösen alten Mütterchen zu besuchen?

Dass Sie sich darüber beschweren, dass Sie täglich Stunden damit verbringen, zu antworten, ist mir unverständlich. Schließlich haben Sie bei eben jener Rede die Bevölkerung dazu aufgefordert, mit Ihnen in Kontakt zu treten. Das hätten Sie sich dann vorher überlegen müssen.

Bezüglich Twitter und Facebook kann ich Ihnen aus meiner Erfahrung einen guten Rat geben: Ich nutze keine der beiden Medien mehr und spare mir dadurch jeden Tag eine Menge Zeit, die ich sinnvoll nutzen kann.

Wenn Ihnen mein Hinweis mit der Veröffentlichung meiner Mail das Gefühl gab, ich wolle Sie unter Druck setzen, bedaure ich dies. Ich wollte lediglich von Anfang an mit offenen Karten spielen – ich bin ja nicht von der FAZ.

Nach wie vor bleibt immer noch mein Angebot zum Gespräch von Ihnen unbeantwortet. Mich würde zum Beispiel interessieren, wieso das Morgenmagazin nicht ebenso ausführlich darüber berichtet, dass die Linken in Berlin (Wagenburg/Rigaer Straße) keine „Flüchtlinge“ haben wollen, wie das immer dann passiert, wenn normale Bürger in den Dörfern Sachsens sich wehren.

So lange Sie Ihr Angebot zu kritischen Gesprächen nicht ernst meinen, wird sich an der Einschätzung der Mehrheit der Deutschen an der „Lügenpresse“ nichts ändern.

Mit freundlichen Grüßen

Joachim R.

Die Replik von Dunja Hayali vom 24. Juni:

werter herr [..],

mit der wahrheit, dem empfinden und den erwartungen ist es wie in einer ehe – es kommt u.a. auf die perspektive an. ein blick in den spiegel täte da oftmals gut.

wir im moma sind gelebte demokratie und vielfalt – was einstellung, bewertung, entscheidungsprozesse und vieles andere anbelangt. somit obliegt es nicht der moderatorin allein, ob die reihe fortgesetzt wird oder nicht. das trifft auch auf die entscheidungsfindung zu, wer besucht wird und wer nicht; sollte die reihe fortgesetzt werden

in diesem sinne – ihnen alles gute. das meine ich so, wie es dort steht – für unterschwellige anspielungen und sticheleien sind sie ja zuständig.

dh

Nun ist der eigentliche Anlass für das Schreiben etwas aus dem Blick geraten, die Lücken-, Lügen- oder Tendenzpresse und die Beispiele dafür, die Dunja Hayali lange gesucht hat und nicht finden mochte.

Mit dem Zuschauer und Mailschreiber sind wir der Meinung, dass es dafür durchaus genügend Belege bei verschiedenen Aspekten gäbe, insbesondere die Themenkreise „Flüchtlinge“, Merkels illegale Einwanderungspolitik oder auch der „Islam“ wären da zu nennen. Als jüngstes Beispiel kann die Berichterstattung zum Brexit angeführt werden, die tendenziös im Sinne unserer Regierung geführt wurde, auffällig bei der ARD gestern, beim ZDF ähnlich.

Wir bieten Dunja Hayali gerne an, über ein Beispiel für „Lügenpresse“ bei den öffentlich-rechtlichen Medien hier auf PI einen inhaltlichen Austausch zu führen. Wenn sie sich traut, gerne über eines der „heißen“ Themen. Aber auch ein weniger verfängliches, wie die tendenziöse Berichterstattung zum Brexit, taugen dazu, die Hofberichterstattung der öffentlich-rechtlichen zu illustrieren.

Jede Seite erhält zwei Gelegenheiten, sich dazu zu äußern, festgesetzte Länge max. 1000 Wörter pro Beitrag. PI wird Hayalis Stellungnahmen ungekürzt veröffentlichen. Frau Hayali darf das Thema aussuchen und entscheiden, wer sich zuerst äußert. Sie müsste den Diskurs nicht einmal selbst führen, sondern könnte einen der zahlreichen Experten vom ZDF für sich sprechen lassen, so wie auch PI auf mehrere kluge Köpfe zurückgreifen kann.

„Wahrheit braucht einfach Zeit“, sagte Frau Hayali in ihrer zitierten Dankes-Rede. Unsere angebotene Form des Austausches würde dem entsprechen, indem man jeweils einige Tage zum Nachdenken zwischen den Beiträgen verstreichen lassen könnte. Wie sieht es aus, Frau Hayali? Schlagen Sie ein? Wir haben keine Angst vor Argumenten.

Sarah Goldmann für PI

*Joachim R. schrieb unter vollem Namen und ist PI bekannt. Aufgrund der Gefährdungssituation für Privatpersonen durch linke Gewalttäter veröffentlicht PI den vollständigen Namen nicht


(Den Link für diesen PI-Beitrag haben wir ans ZDF-Morgenmagazin (moma@zdf.de) geschickt)