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Amok München: Rache an Türken und Arabern?

Ali AmokVieles deutet mittlerweile darauf hin, dass sich der 18-jährige Iraner Ali David Sonboly (Foto) gezielt an Türken und Arabern rächen wollte, die ihn offensichtlich jahrelang an der Schule mobbten. Daher erstellte er ein gefaktes Facebook-Profil einer gewissen Selina Akim und lockte damit für den nächsten Tag zum McDonalds am Olympia Einkaufszentrum, wo „sie“ etwas spendieren wolle. Angeblich habe der Iraner sechs junge Personen unter 18 Jahren persönlich zum Tatort eingeladen. Unter den Toten befinden sich auffällig viele Moslems: Drei Türken, drei Kosovo-Albaner und ein Grieche namens Hussein. Der Groll des Iraners auf Türken wird auch in dem Dialog mit einem Anwohner deutlich, in dem er „Scheiß Türken“ ruft.

(Von Michael Stürzenberger)

Die Augsburger Allgemeine berichtet:

Trotz seiner iranischen Wurzeln sah sich der Attentäter nicht als Ausländer. »Ich bin Deutscher» ist von ihm auf einem während der Tat entstandenen Video zu hören, das die Polizei als authentisch einstuft. Die »Bild»-Zeitung berichtet, er habe sich an seiner Schule von Türken und Arabern gemobbt gefühlt.

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft will dieses konkrete Mobbing zunächst nicht bestätigen. Er spricht aber davon, dass es »Anhaltspunkte» für solche Schulprobleme gebe. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) spricht von Problemen im Bildungsweg. An welche Schule der Amokschütze gegangen ist, verschweigt die Polizei zunächst.

Unter den neun zum großen Teil jugendlichen Opfern waren auffällig viele mit ausländischer Herkunft. Alle lebten zwar in München oder Umgebung. Drei waren Kosovo-Albaner, drei waren Türken und einer Grieche.

Das Mobbing war möglicherweise auch der Grund für die psychiatrische Behandlung, die der Tagesanzeiger vermeldet:

David Ali S. wurde in München geboren und wuchs dort auf.

Die Polizei sagt: «Der Täter soll sich in psychiatrischer Behandlung befunden haben. Der junge Mann soll an Depressionen gelitten haben, was ins Bild der Tat passen würde.» Das müsse aber im Detail und in Ruhe noch genau abgeklärt werden.

In dem Dialog mit dem Anwohner wird auch deutlich, dass der Killer sich als „Deutscher“ fühlte und offensichtlich etwas gegen Türken hatte („Scheiß Türken“).

Ob der Iraner jetzt ein Schiit war, der von Sunniten gemobbt wurde oder ob die klassische Rivalität zwischen Iranern und Türken sowie Arabern der Grund für das Mobbing war, ist noch nicht geklärt. Der zweite Vorname „David“ ist im Iran übrigens auch durchaus geläufig und wird auch von Moslems verwendet, allerdings eher unter der Schreibweise „Davoud“, wie der Blick berichtet. Die „bunte Vielfalt“ der Kulturen hat jedenfalls München gestern Abend komplett lahmgelegt.