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Felix Menzel: Der vertagte Bürgerkrieg

fmenzel2016Warum es nicht kracht, obwohl es krachen müsste, ist die Kernfrage, die der konservative Publizist Felix Menzel (Foto) in seinem neuen Buch bündig auf 100 Seiten beantworten möchte. Es heißt „Der vertagte Bürgerkrieg. Frieden, Brutalität und Chaos in der totalitären Moderne“ und beschäftigt sich mit der existenzbedrohenden Verschleppung ethnischer, religiöser und sozialer Konflikte in Deutschland, die trotz der erschreckenden Gewaltzunahme und des Terrorsommers 2016 weitergeht.

Verantwortlich für den „vertagten Bürgerkrieg“ ist natürlich zunächst die Bundesregierung, die ihr multikulturelles Experiment durch neue Sicherheitsgesetze und Überwachungsmaßnahmen retten will, ohne die dahinterstehenden Probleme an der Wurzel zu packen. Da diese Regierung jedoch schon länger im Modus des „permanenten Ausnahmezustandes“ operiert, der die Suspendierung des Rechts vorsieht, stellt sich auch die Frage, warum sich das die Deutschen gefallen lassen und nach Paris, Nizza, Brüssel, Würzburg, Ansbach und Dinslaken noch immer so ruhig bleiben.

Menzel hat zur Erklärung dieser Lethargie zusammen mit Pierre Aronnax den „vertagten Bürgerkrieg“ als einen Zustand definiert, bei dem „die Voraussetzungen für einen Gewaltausbruch oder eine revolutionäre Situation erfüllt sind, aber die Vitalität im Volk fehlt, diesen Umbruch zu wagen, und jene Minderheiten, bei denen kein Mangel an Vitalität festzustellen ist, nur deshalb die Städte nicht niederbrennen, weil der Staat ihnen großzügig Sozialleistungen zahlt“.

Mit vielen originellen, nonkonformen Gedanken ist „Der vertagte Bürgerkrieg“ ein vielschichtiges Buch über die Lähmung des deutschen Volkes, den dadurch möglichen Größenwahn der Regierung sowie das Gewaltpotential in unserer Gesellschaft geworden, das genau zur richtigen Zeit erscheint, weil gerade ganz Deutschland über Terrorismus, Extremismus und die desaströsen Folgen der Asylpolitik debattiert.

Obwohl das Scheitern dieser Gesellschaft sicher sei, warnen Menzel und Aronnax davor, dem Utopismus der multikulturalistischen Globalisten allzu einfache Antworten entgegenzustellen. Vielmehr – dies mache die Herausforderung so unglaublich schwierig – müsse die gesamte totalitäre Moderne mit einem Heroismus der Vernunft überwunden werden, damit wir nach dem multikulturellen Überwachungsstaat, der gerade errichtet wird, nicht in der nächsten Diktatur – welcher Couleur auch immer – aufwachen.

(Das Buch ist soeben als neunter Band der Schriftenreihe BN-Anstoß erschienen, umfasst 100 Seiten, kostet 8,50 Euro und kann hier bestellt werden.)