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Essen-Katernberg: Nazis pinkeln an Moschee

nazis-pinkelten-an-moscheeDas Jugendamt der Stadt Essen ist untröstlich: trotz „Netzstruktur“ von Jugendamt, Arbeiterwohlfahrt, Kirchengemeinden, Moscheen und einem universitären Stadtteilprojekt ist es nicht gelungen, 30 junge Nazis geräuschlos und ohne Medien-Echo von ihrem rassistischen Umtrieben abzuhalten. Ständig lungern sie auf der Treppe einer Moschee herum, pöbeln, bedrohen, vandalieren. Eine Kindergärtnerin packte jetzt auf Facebook aus.

Die WAZ berichtet unter dem Titel „Provokationen am Katernberger Markt alarmieren Jugendamt“:

Es wirkte wie ein Hilferuf, was jetzt eine Mitarbeiterin einer Kindertagesstätte am Katernberger Markt auf Facebook schrieb: Sie und ihre Kolleginnen würden von meist männlichen Jugendlichen „verhöhnt, beleidigt, beschimpft und gar bedroht“. Vermüllung, Vandalismus und Urinieren gegen die Moscheemauer seien fast täglich zu erleben, gipfelnd in der Prophezeiung „Aus der Moschee machen wir bald eine Kirche“.

Tags zuvor war in der WAZ nicht nur von „Provokationen“, sondern von „Bedrohungen“, also justiziablen Tatbeständen, die Rede: „Jugendliche bedrohen Mitarbeiter der Moschee in Katernberg“, lautete die Headline. Aus dem Artikel geht hervor, dass das Problem bereits seit Monaten besteht!

Tatsache ist, dass sich seit einigen Monaten bis zu 30 Jugendliche ohne Einwanderer-Hintergrund an der Moschee treffen. „Wir hängen hier ab“, beschreibt Kevin die Situation.

Tags zuvor konnte man in der WAZ auch noch lesen, dass nicht nur Kindergärtnerinnen, sondern auch Kleinkinder vom Nazi-Mob bedroht wurden:

Eine Kita-Mitarbeiterin drückt es auf ihrer Facebook-Seite deutlicher aus: „Mitarbeiterinnen der Kita und der Gemeinde werden verhöhnt, beleidigt, beschimpft und gar bedroht“, kleine Kinder müssten sich „provokante Äußerungen und Kraftausdrücke“ anhören, es werde gegen die Moscheetür getreten und gegen die Mauer uriniert.

Womöglich wurden die kleinen Kindergartenkinder traumatisiert. Selbst die sonst so zurückhaltende Arbeiterwohlfahrt äußerte sich kritisch:

„Es gibt üble O-Töne“, umschreibt es Awo-Sozialarbeiter Thomas Rüth. Er spricht von „prekären Nutzergruppen“ und einem „Klientel, das schon schwierig ist“.

Am vergangenen Wochenende hat es der vandalierende Nazi-Trupp besonders übel getrieben, so dass auch die Essener Polizei nicht länger wegschauen konnte:

Am Wochenende hat es sich dann offenbar „schwer zugespitzt“, berichtet Polizeisprecher Marco Ueberbach. Kita-Gartenmöbel wurden beschädigt, Glasscherben auf dem Spielplatz, Vermüllung, Vandalismus. Der Imam hat jetzt das Gespräch mit den Pfarrern der benachbarten Kirchen gesucht. „Die schämen sich für ihre Jugendlichen, dulden ihr Verhalten überhaupt nicht“, sagt er. Aber die Jugendlichen seien eben auch keine „scharfen Kirchgänger“ und daher nur schwer zu beeinflussen.

Nicht alle Pfarrer versinken vor Scham im Boden. Der evangelische Pfarrer, Frank-Dieter Leich (Foto unten) ließ sich zu relativierenden Äußerungen hinreißen:

„Das ist kein Problem von Christen, nichts Nazihaftes, sondern einfach pubertierender Macho-Kram.“ Die Jugendlichen wüssten, wie sie provozieren können. Etwa mit dem Satz: „Aus der Moschee machen wir bald eine Kirche.“

evangelische-kirche-katernberg

Pfarrer Leich (Foto) hat gut reden, denn umgekehrt haben die islamischen Jugendlichen in Katernberg größten Respekt vor seinem denkmalgeschützten Bergmannsdom.

In den mehrmonatigen Bepinkelungs- und Bedrohungszeitraum fällt auch ein Einbruch in die Moschee, der von einem Kind oder schlanken Jugendlichen begangen worden sein muss. Dabei wurde ein Schaden von mindestens 30.000 Euro angerichtet.

Die Stadt Essen hat erkannt, dass es höchste Zeit ist, mit einer Sondersitzung des Arbeitskreises Kriminalprävention zu reagieren. Was muss passieren, damit endlich der Staatsschutz gegen die jugendliche Neonazi-Szene in Essen ermittelt?