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Es geht um die Wurst unsere Identität!

In Neuss bei Düsseldorf bietet das Restaurant eines Schwimmbades, das Nordbad-Restaurant „Moni“, seinen Gästen eine „legendäre Bockwurst mit Senf“ an. Das klingt nicht sehr besonders und wird wohl nur von denen richtig verstanden, die seit jeher diese Bockwurst zu einem bestimmten Zeitpunkt ihres Badeaufenthaltes gekauft und gegessen haben. Es ist ein Stück Gewohnheit, klein, unscheinbar, aber nicht unbedeutend, ein Stück Lebensgefühl, das ein Stück Alltagskultur geworden ist für die, die damit aufgewachsen sind und damit leben.

Es gibt keinen Grund, solch eine Kultur zu zerstören. Niemandem tut sie weh, niemand muss darunter leiden. Und doch ändert sie sich oder wird sie geändert. Warum? Die Umstände kann man in etwa vermuten, die Besitzerin des Restaurants hat sie gegenüber dem „Stadt-Kurier“ angedeutet:

„Ich bin die Diskussionen leid. Unsere muslimischen Gäste möchten nicht, dass die Hühnchen-Currywurst durch den gleichen Wursthacker wie die Schweinewurst geht oder im gleichen Fett gebraten werden. Ich stelle aber keine zwei Hacker dahin. Meine muslimische Kollegin bringt auch immer ihre eigene Pfanne mit, wenn sie sich selbst etwas kochen will. Oben im Restaurant bieten wir ja noch Schweinefleisch an“, sagt das Original der Nordstadt, Moni Rötzsch, vom gleichnamigen Nordstadt-Restaurant. Sie serviert unten im Nordbad nur noch Chickenwurst, die allerdings ganz gut schmeckt.

Also Diskussionen gab es ganz offensichtlich mit den muslimischen „Gästen“. Das sind die, die angeblich „vor Assads Fassbomben“ geflohen sind, aber am Zielort ihrer „Flucht“ noch nicht alles zu ihrer Zufriedenheit vorfinden. So ist es ihnen nicht möglich, aus Gründen eines primitiven Aberglaubens heraus, die (leckere) Bockwurst mit Senf zu essen. Mehr noch: Ganz offensichtlich haben sie  in „Diskussionen“ angemahnt, dass 1. für sie eine Extrawurst zu braten sei und diese 2. nur dort gebraten werden darf, wo die erste vorher verschwunden ist, das wäre hier die Bockwurst der deutschen „Ungläubigen“. Denn ein Kontakt mit z.B. demselben Wursthacker würde die muslimischen Würste ungenießbar machen, so die Analyse der „Kulturbereicherer“. Diese „Flüchtlinge“ sind also erst und nur dann mit ihrem Schutz zufrieden, wenn die Gastgeber sich ihren kulturellen Gewohnheiten anpassen und nicht umgekehrt.

Niemals in der deutschen Geschichte, auf die in der Flüchtlingsdebatte so gerne verwiesen wird, niemals hat es wohl so eine anmaßende und unverschämte Haltung gegeben, wie sie hier zutage tritt. Weder die Flüchtlinge aus Ostpreußen noch insbesondere die jüdischen Flüchtlinge, die um ihr Leben liefen, hätten sich so verhalten und eine besondere Speisekarte im Lande ihres Schutzes eingefordert. Keinem einzigen Juden wäre es je in den Sinn gekommen, von den Gastgebern, die sie vor der Verfolgung der Nazis schützten, zu verlangen, dass ab sofort nur noch koscheres Essen präsentiert werden darf. Wie unglaublich surreal ist allein diese Vorstellung.

Und doch scheint das bei den muslimischen “Flüchtlingen“ in Deutschland heute recht gut zu funktionieren, wie man sieht. Ob es Gleichgültigkeit der für die Flüchtlinge arbeitenden deutschen Steuerzahler ist oder Angst vor Repressalien, wenn man den Flüchtlingen widerspricht – die Deutschen stehen nicht ihren Mann und ihrer Frau in der Debatte! Kaum jemand hat wohl „Moni“ unterstützt, wenn sie sich immer wieder rechtfertigen musste, warum sie kein Halal-Fleisch anbietet. Wenn die „Flüchtlinge“ aus der nahen Unterkunft bei ihr einkehrten und ihre Ansprüche stellten, protestierten die Deutschen nicht laut genug. Diskussionen wurden von den muslimischen Herrenmenschen geführt – und gewonnen.

Das muss nicht sein, auch wenn es schwerer ist, die jetzt gefallene Entscheidung umzukehren als den Status Quo vorher zu verteidigen. Man kann es genauso machen wie die Muslime und umgekehrt seine Wurst aus Schweinefleisch einfordern. Man kann alles andere ablehnen, wenn man kein Schweinefleisch bekommt und man kann das deutlich und bestimmt tun. Fragen Sie nach, warum es kein Essen mit Schweinefleisch mehr gibt, und ob das aus Rücksicht auf Muslime abgeschafft wurde. Sagen Sie, dass Schweinefleisch ein Teil Ihrer Kultur ist, auf den Sie nicht verzichten wollen, sagen Sie es deutlich und bestimmt, machen Sie sich bemerkbar.

Sogar diejenigen, die uns diese anmaßenden „Gäste“ ins Haus gerufen haben, also unsere Regierung, bekommen wohl langsam kalte Füße bei dieser Entwicklung, und sei es nur wegen der Angst vor einem drohenden Machtverlust. Die Kanzlerin, die noch etwas zaghaft mit Blockflöten unsere Identität stützen will wie auch ihr Innenminister, haben die Kultur wieder entdeckt, oder die Wählerstimmen, die es da zu holen gibt. Frech wie Straßenjungen sind sie allerdings beide, Merkel und de Maiziere, und so verlangt diese Regierung vom Volke, dass es sich ab jetzt selbst um die Folgen der Kulturzerstörung kümmern möge, die sie uns eingebrockt haben. Die Misere mahnt seine Bürger:

Die deutsche Gesellschaft müsse einerseits offen für Neues bleiben, ihre Werte und Traditionen andererseits aber auch selbstbewusst vertreten, sagte der CDU-Politiker bei einer Diskussionsveranstaltung über Integration in Köln.

„Nur wenn wir selbst unsere Werte und Kultur schätzen und konsequent dafür eintreten, wissen Neuankömmlinge, was sie zu achten haben, und können den erforderlichen Respekt und die Begeisterung für unsere Lebensweise entwickeln.“

Recht hat er natürlich trotzdem in der Sache, der Innenminister. Wehren Sie sich deshalb, widersprechen Sie, stellen Sie kritische Fragen. Und auch, wenn sie zuerst allein sind, wenn niemand Sie unterstützt, oder sogar die Gelegenheit nutzt, um billig „Mut“ gegen Sie zu beweisen, selbst dann kann es gut tun, seinem Herzen Luft gemacht zu haben. Deshalb: keine Angst, es kann nicht viel passieren. Werden Sie aktiv, im Kleinen, schon dieses kommende Wochenende. Schreiben Sie uns von Ihren Erfahrungen. Es geht nicht allein um die Wurst, es geht um unsere Kultur, um unsere Identität.


Update 11 Uhr: Auf ihrer Facebookseite dementiert Moni, dass es grundsätzlich keine Bockwürste mehr gebe. Ob sie sich damit auf ihre neuen Hühner-Würste bezieht oder auf die traditionellen Bockwürste, geht aus ihrer Mitteilung leider nicht hervor.