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Deutschlandfunk über Luthers Islamkritik

2017 ist das Lutherjahr, in dem an seine 95 Thesen erinnert wird, die er vor 500 Jahren an die Schlosskirche in Wittenberg nagelte. Die Erinnerung an sein Lebenswerk führt unweigerlich auch zu seiner kompromisslosen Islamkritik. Der Deutschlandfunk geht in dem Artikel „Luther und Islam – ohne Türken keine Reformation“ darauf ein, dass der Reformator wie viele seiner Zeitgenossen im Islam eine massive Bedrohung sah. Manche Islamgegner würden die Standpunkte Luthers auch heute noch thematisieren, wohingegen die Kirche jedoch völlig anders handele.

(Von Michael Stürzenberger)

Autor Christian Röther vertritt zunächst die These, dass der gemeinsame Kampf gegen die türkische Invasion Katholiken und Protestanten zusammengeschweißt hätte, wodurch dann letztlich auch die Reformation ermöglicht worden sei. Hierzu zitiert er evangelischen Kirchenhistoriker Thomas Kaufmann aus Göttingen:

„Ich selbst habe mal sehr zugespitzt formuliert: ‚Ohne Türken keine Reformation.‘ Das kann man, denke ich, aus verschiedenen Gründen sagen. Also zum einen: Die Mitbeteiligung der Protestanten an der Türkenabwehr wurde sozusagen in gewisser Weise erkauft mit dem Schutz der reformatorischen Lehre, jedenfalls befristet, bevor es dann den dauerhaften Religionsfrieden gab.“

Über den „Propheten“ Mohammed habe sich Luther so geäußert:

„All der Unflat, den der Teufel durch andere Ketzer hin und wieder gestreut hat, den hat er durch Muhammad auf einmal herausgespien.“

Zum Islam, den er als „Irrlehre“ bezeichnete, habe Luther laut Röther „bis kurz vor seinem Lebensende“ keine detaillierten Kenntnisse gehabt. Zumindest muss Luther vier Jahre vor seinem Tod Bescheid gewusst haben, denn 1542 stellte er fest:

„Also da der Mahometh durch den Lügengeist besessen und der Teufel durch seinen Alkoran die Seelen ermordet, den Christenglauben zerstört hatte, und mit dem Schwert die Liebe zu morden angreift. Und also ist der türkische Glaube nicht mit Predigen und Wunderwerk, sondern mit dem Schwert und Morden so weit gekommen.”

Luther habe in dieser Phase auch den Koran in Deutschland veröffentlichen wollen:

Dennoch spricht sich Luther gegen Ende seines Lebens dafür aus, den Koran in Deutschland zu verbreiten. Das war damals hoch umstritten. Kurz zuvor hatte Luther den Koran erstmals selbst lesen können, in einer lateinischen Übersetzung. Danach empfahl er:

„Darum sehe ich es als nützlich und notwendig an, dieses Büchlein zu verdeutschen, dass doch bei uns Deutschen auch erkannt werde, was für ein schändlicher Glaube des Muhammads Glaube ist, damit wir gestärkt werden in unserem christlichen Glauben.“

„Luther ist der Meinung, man soll das verbreiten, weil es sich selber widerlegt“, sagt Kaufmann. „Jeder, der das liest, merkt, was das für ein Müll ist, was das für ein abgründiges Zeug ist, und deshalb ist gerade sozusagen die Verbreitung des Koran der Weg, um ihn zu bekämpfen.“

Ähnlich habe ich dies auch immer wieder formuliert, beispielsweise in dem PI-Artikel „Ex-Moslems von der Anti-Islam-Fraktion (AIF) verbrennen Koran in Deutschland“ vom 30. Juni 2013:

Wir von PI sind gegen die Verbrennung des Korans, man sollte ihn vielmehr sorgfältig lesen. Dann wird die Verzichtsforderung auf alle verfassungsfeindlichen Elemente dieses Buches klar.

Christian Röther, der in der Vergangenheit schon einiges islamkritisches veröffentlichte, bezeichnet mich als „Aktivist“ und „Islamgegner“, der wie einige andere auch Luthers Weg gehe. Solche Formulierungen sind durchaus in Ordnung, und ich könnte mir auch wesentlich schlechtere Vergleiche als mit Luther vorstellen, bis auf seine Einstellung zu Juden selbstverständlich. Sogar beim bisher so islamophilen Deutschlandfunk scheint sich der Wind nun also ein klein wenig zu drehen. Röther schreibt:

Diesen Weg gehen einige Islamgegner auch heute noch, 500 Jahre nach Luther – wie der Aktivist Michael Stürzenberger, hier bei einer Kundgebung in München:

„Wenn Sie es noch nicht gelesen haben: Lesen Sie dieses gefährlichste Buch der Welt, lesen Sie den Koran. Sie bekommen ihn sogar umsonst, weil die Salafisten in Deutschland 30 Millionen Korane verteilen.“

Im Gegensatz dazu hofiere die Evangelische Kirche den Islam:

Die Evangelische Kirche in Deutschland hält sich in ihrem Umgang mit dem Islam hingegen nicht mehr an die Ratschläge Luthers. Im Gegenteil: Die Kirche setzt sich ein für Islamunterricht an Schulen oder für islamische Theologie an Universitäten. Islamgegner kritisieren das, sie fordern: Die Kirche solle sich an die Worte Luthers erinnern.

Aber Kirchenhistoriker Kaufmann will mit Luthers Erbe anders umgehen:

„Wir können nicht einfach durch Rekurs auf Luther das eigene Denken aufgeben. Wir haben im Horizont unserer eigenen Zeitgenossenschaft und sicher auch in Respekt gegenüber der religiösen Tradition, die mit Luthers Namen verbunden ist, unsere Aufgaben in Angriff zu nehmen. Und dazu gehört meines Erachtens, dass wir in einem religionspluralen gesellschaftlichen Kontext anders mit einer anderen Religion umzugehen haben, als es für Luther selbstverständlich war.“

Das bedeutet nichts anderes als einen tiefen Bruch mit Martin Luther. So sehr man es sich in der evangelischen Kirche auch zurechtzubiegen versucht (hier der komplette Artikel vom Deutschlandfunk): Ihre Islam-Kollaboration würde, wenn Luther heute noch leben würde, auf seinen erbitterten Widerstand stoßen. Der Islam hat sich seit dem 16. Jahrhundert keinen Millimeter verändert. Nur steht er jetzt nicht mehr als militärische Bedrohung vor den Toren europäischer Städte, sondern befindet sich bereits mitten in ihnen. Als trojanisches Pferd, das über den Geburten-Dschihad die allmähliche Eroberung des Kontinentes auf demographischer Ebene vorbereitet. Kirchenfunktionäre wie Kaufmann sollten sich mit ihrem „eigenen Denken“ an Luthers Einschätzung zum Islam orientieren, dann würden sie gefährliche Fehler vermeiden. Luther fällte über den Koran ein klares Urteil:

„…das man dem Mahmet oder Turcken nichts verdrieslichers thun, noch mehr schaden zufugen kann, denn das man yhren alcoran bey den christen an den tag bringe, darinnen sie sehen mugen, wie gar ein verflucht, schendlich, verzweivelt buch es sey, voller lugen, fabeln und aller grewel.“

Wer naiverweise glaubt, dass sich der Islam harmonisch in einen „religionspluralen gesellschaftlichen Kontext“ einfügt und andere Religionen akzeptiert, hat vom ihm nicht die geringste Ahnung. Die linksverstrahlten Traumtänzer der evangelischen Kirche bewegen sich in ideologischen Wunschvorstellungen, die mit der Realität absolut nichts zu tun haben. Der Islam ist nicht gekommen, um Teil von etwas zu werden, sondern um zu herrschen, wie es auch Hamed Abdel-Samad unmissverständlich klarstellt. Die Steigbügelhalter dieser faschistischen Ideologie sind die Totengräber der Demokratie und der europäischen Zivilisation.