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ver.di-Workshop: „Kontern gegen Rechts“

Es gibt Neues von unserer Lieblingsgewerkschaft ver.di: Nach Bespitzeln, Aushorchen und Denunzieren gegen Rechts, den bekannten Nazi/Stasi- und ver.di-Maßnahmen, gibt es jetzt auch ein Seminar „Kontern gegen Rechts“. Mit dem Projekt sollen laut ver.di-Zeitung PUBLIK (2, 2017) „wegen der Wahlerfolge der AfD“ bis zur Bundestagswahl „bundesweit 10.000 Stammtischkämpfer/innen ausgebildet werden.“

Das Blatt gibt auch gleich ein probates Beispiel, wo das Erlernte Anwendung finden könnte: Vier lärmende ausländische Jugendliche gehen durch den S-Bahn-Wagen, „greifen aber keinen Fahrgast an“. Eine Frau schimpft vor sich hin und ihr Gegenüber pflichtet bei, mit einem rechten Spruch, hier sollte man mal „richtig aufräumen“.

Die ersten verängstigten Fahrgäste setzen sich weg, nicht wegen der pöbelnden Jugendlichen, sondern wegen des aggressiven Vor-sich-Hinschimpfens der Frau und wegen des Nazi-Spruches des gleichaltrigen Mannes. Die, die sich wegsetzt, hat aber das Gefühl, dass hier Unrecht geschieht (durch die beiden deutschen Kartoffeln) und schämt sich: „Schließlich steht sie auf und geht weg von den beiden Hetzern, hat jedoch das Gefühl, versagt zu haben, weil sie den Sprüchen nichts entgegengesetzt hat.“

Das soll sich jetzt ändern. Bei einem Wochenendseminar in der ver.di-Bundesverwaltung in Berlin wird die „real erlebte Situation“ im Stuhlkreis detailliert „nachgespielt“. Die ver.di-Zeitung PUBLIK schreibt:

Kathrin steht wie in der real erlebten Situation auf, bleibt aber jetzt neben den Hetzern stehen und fragt sie, warum ein paar laute Jugendliche sie zu solchen Beschimpfungen bewegen können. Sibylle setzt sich auf den von Kathrin verlassenen Platz und spricht die beiden Pöbler [also die Deutschen, Anm. PI] an. Die anderen Mitspieler/innen solidarisieren sich durch Blicke oder Kopfnicken mit Kathrin.

Gratulation! Kathrin und Sibylle haben alles richtig gemacht und sind durch den Workshop jetzt zu echten „Stammtischkämpfer/innen“ geworden. Dadurch können sie ab sofort nicht nur „im Job“, sondern auch „in der Kneipe“, „auf der Straße“ oder wo sie sich sonst gelangweilt herumtreiben, gegen „rechte Hetzer“ vorgehen. Wir empfehlen den Held/innen dafür einen regen Gebrauch der Berliner U-Bahn, insbesondere in den Abend- und Nachtstunden. Da können sie ihre neu erworbenen Qualifikationen dann gleich einmal in der Praxis umsetzen. Wir wünschen dabei viel Vergnügen!