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Deniz Yücel droht lebenslang im Türken-Knast

Die Hoffnung Angela Merkels, Außenminister Gabriels, des Bundespräsidenten Steinmeier, des Staatsministers Michael Roth im Auswärtigen Amt, der Menschenrechtsorganisationen und der gesamten „Free-Deniz“-Gemeinde auf Freilassung des ehemaligen „taz“ und jetzigen Türkei-Korrespondenten der „Welt“ werden sich voraussichtlich leider nicht erfüllen: Der allmächtige türkische Ministerpräsident Erdogan und Stellvertreter Allahs hat erstmals eine vernünftige Entscheidung getroffen: Zu einer möglichen Auslieferung des anti-deutschen Hasspredigers und Linksextremisten sagte er am Donnerstagabend [1] dem Sender TGRT in Istanbul: „Auf keinen Fall, solange ich in diesem Amt bin niemals.“

(Von Verena B., Bonn)

Agenten und Terroristen würden nicht (nach Nazi-Deutschland) ausgeliefert. Deutschland verweigere die Auslieferung türkischer Staatsbürger, sagte er weiter. Daher würden Deutsche wie Yücel auch nicht überstellt. „Wenn einer von denen uns in die Hände fällt, werden sie dieselbe Behandlung erfahren.“ Ein Mann, ein Wort, basta!

Der umtriebige Yücel [2], dem der Doppelpass dummerweise zum Verhängnis wurde, war am 27. Februar in der Türkei in Untersuchungshaft genommen worden. Als Begründung hatte der Haftrichter Terrorpropaganda und Volksverhetzung angeführt. Im Gerichtsprotokoll war von Spionage nicht die Rede. Diese Beschuldigung erhob später Erdogan. Beweise für ihre Vorwürfe legten bislang weder die Justiz noch der Präsident vor. Wozu auch, wenn der lupenreine Demokrat Erdogan sagt, Yücel ist ein Terrorist, dann ist er eben ein Terrorist, und seine Türkei ist ja voller Terroristen, die Gefängnisse sind voll mit denen, da kommt es auf einen mehr oder weniger auch nicht mehr an [3].

Hier noch einmal zur Erinnerung die Meriten des „deutschen“, mehrfach ausgezeichneten „Journalisten“: In der „taz“ schrieb er 2011 [4] einen Bericht mit dem Titel: „Super, Deutschland schafft sich ab!“. Darin heißt es unter anderem:

Endlich! Super! Wunderbar! Was im vergangenen Jahr noch als Gerücht die Runde machte, ist nun wissenschaftlich (so mit Zahlen und Daten) und amtlich (so mit Stempel und Siegel) erwiesen: Deutschland schafft sich ab!

Nur 16,5 Prozent der 81 Millionen Deutschen, so hat das Statistische Bundesamt ermittelt, sind unter 18 Jahre alt, nirgends in Europa ist der Anteil der Minderjährigen derart niedrig. Auf je 1.000 Einwohner kommen nur noch 8,3 Geburten – auch das der geringste Wert in Europa.

Besonders erfreulich: Die Einwanderer, die jahrelang die Geburtenziffern künstlich hochgehalten haben, verweigern sich nicht länger der Integration und leisten ihren (freilich noch steigerungsfähigen) Beitrag zum Deutschensterben.

Volkssportarten Jammern und Ausländerklatschen

Noch erfreulicher: Die Ossis schaffen sich als Erste ab. Während im Westen die Zahl der Minderjährigen in den vergangenen zehn Jahren um 10 Prozent gesunken ist, ging sie im Osten um 29 Prozent zurück. Die Sandys, Mandys und Jacquelines pfeifen auf das neue deutsche Mutterkreuz („Elterngeld“) und tragen nach Kräften dazu bei, dass den ostdeutschen Volkssportarten Jammern, Opfersein und Ausländerklatschen in absehbarer Zeit der Nachwuchs ausgehen wird.

Woran Sir Arthur Harris, Henry Morgenthau und Ilja Ehrenburg gescheitert sind, wovon George Grosz, Marlene Dietrich und Hans Krankl geträumt haben, übernehmen die Deutschen nun also selbst, weshalb man sich auch darauf verlassen kann, dass es wirklich passiert. Denn halbe Sachen waren nie deutsche Sachen („totaler Krieg“, „Vollkornbrot“); […]

Der baldige Abgang der Deutschen aber ist Völkersterben von seiner schönsten Seite. Eine Nation, deren größter Beitrag zur Zivilisationsgeschichte der Menschheit darin besteht, dem absolut Bösen Namen und Gesicht verliehen und, wie Wolfgang Pohrt einmal schrieb, den Krieg zum Sachwalter und Vollstrecker der Menschlichkeit gemacht zu haben; eine Nation, die seit jeher mit grenzenlosem Selbstmitleid, penetranter Besserwisserei und ewiger schlechter Laune auffällt; eine Nation, die Dutzende Ausdrücke für das Wort „meckern“ kennt, für alles Erotische sich aber anderer Leute Wörter borgen muss, weil die eigene Sprache nur verklemmtes, grobes oder klinisches Vokabular zu bieten hat, diese freudlose Nation also kann gerne dahinscheiden. […]

Nun, da das Ende Deutschlands ausgemachte Sache ist, stellt sich die Frage, was mit dem Raum ohne Volk anzufangen ist, der bald in der Mitte Europas entstehen wird: Zwischen Polen und Frankreich aufteilen? Parzellieren und auf eBay versteigern? Palästinensern, Tuvaluern, Kabylen und anderen Bedürftigen schenken? Zu einem Naherholungsgebiet verwildern lassen? Oder lieber in einen Rübenacker verwandeln?

Egal. Etwas Besseres als Deutschland findet sich allemal.

Diesen abscheulichen Bericht, der unsere Politiker beleidigt, die doch nur das Beste für ihr Volk wollen, nannte Yücel später reumütig „Satire“.

Zudem wünschte der Journalist dem Bestsellerautor Thilo Sarrazin den „nächsten Schlaganfall“. Aber Sarrazin darf man eine lispelnde, stotternde, zuckende Menschenkarikatur nennen, wenn man weiß, dass dieser infolge eines Schlaganfalls derart verunstaltet wurde und dem man „nur wünschen kann, der nächste Schlaganfall möge sein Werk gründlicher verrichten.“ Dabei vergaß Herr Yücel, dass er selber auch mal vom Schlag getroffen und eine lispelnde, zuckende Menschenkarikatur werden könnte, was wir ihm natürlich nicht wünschen. Die „taz“ musste für die Veröffentlichung dieses Beitrags 20.000 Euro Strafe [5] an Thilo Sarrazin bezahlen.

Weiter ist bekannt, dass Yücel dafür warb, das Verbot der PKK aufzuheben, und sich offen zu der terroristischen Vereinigung bekennt. Yücel werden auch Verbindungen zur linksextremistischen türkischen Hackergruppe Redhack vorgeworfen.

Die „taz“ und die „Welt“ werden angesichts des Verlusts des journalistischen Türken-Genies Trauer tragen, aber es gibt auch Romantisches zu berichten: Im Gefängnis heiratete Yücel [6] seine türkische Freundin, die TV-Produzentin Dilek Mayatürk. Eine Standesbeamtin habe das Paar am Mittwoch im Gefängnis Silivri westlich von Istanbul getraut, berichtete die „Welt“. Yüksel kann nur Besuch von seinen Anwälten, nahen Familienangehörigen und – auf Antrag – von türkischen Parlamentsabgeordneten empfangen. Mit der Heirat erhält nun auch Mayatürk ein Besuchsrecht. Trauzeugen waren nach Angaben der „Welt“ Yücels Anwalt Ferat Cagil und die Parlamentsabgeordnete der größten Oppositionspartei CHP, Safak Pavey.

In der Haft hat Herr Yücel viel Zeit, etwas für seine Bildung zu tun: Er kann zum Beispiel den Koran auswendig lernen. Moslems, die den Koran auswendig können, gelten ja als sehr gebildet. Na dann: Güle, güle! Wir wünschen Herrn Yücel alles Gute und ein langes Leben in der schönen Türkei, die allemal besser ist als Almanya, das Land, das ihm Arbeit, Brot und Meinungsfreiheit gab.

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