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Der „Revolver-Journalismus“ des „Ignoranten“ und „Demagogen“ Julian Reichelt (BILD)

Gestern abend wurde BILD-Chef Julian Reichelt (2.v.r.) bei Plasberg ziemlich unverschämt. Obwohl er nicht nur nach Ansicht seines Vorvorgängers Peter Bartels postfaktisch rein gar nichts weiß, trommelt er seit Tagen als kalter Krieger zum Krieg gegen Assad und wird bei anderen Meinungen faktisch beleidigend, arrogant und infam! Das ist – oh Wunder – auch der FAZ aufgefallen, die obigen Ausdrücke stammen alle da her:

Natürlich muss einen Kriegspropagandisten das strategische Dilemma des Westens nicht interessieren. Für ihn reicht die Unterscheidung in „gut“ und „böse“. So ist Reichelts Diktion von der Methode eines Revolver-Journalismus geprägt, der Emotionen hochpeitscht, und in erster Linie nach Feinden sucht. Die findet Reichelt in Damaskus und Moskau. Dabei formuliert er mit dem Anschein kompromissloser Härte. In Reichelts Logik müsste der Westen militärisch in Syrien intervenieren, wofür sogar das Risiko eines Krieges mit Russland einzukalkulieren wäre. Das ist allerdings bloßes Gerede.

Und die FAZ kommt auch auf des Pudels Kern:

Reichelt leidet wohl weniger am Schicksal syrischer Kinder, sondern an dem seiner Zeitung. Die „Bild“ musste unter ihrem langjährigen Chefredakteur Kai Diekmann zuletzt einen rapiden politischen Bedeutungsverlust verkraften. Reichelt soll das offensichtlich wieder ändern. Mit dem Mittel der Zuspitzung und dem Ziel der politischen Provokation. Er bringt dafür alles mit, was die „Bild“ jetzt scheinbar braucht: Die Selbstgefälligkeit des Ignoranten und die Kaltschnäuzigkeit des Demagogen. Syrien wird damit so wenig geholfen, wie einer substantiellen außenpolitischen Debatte in Deutschland. Ob es der „Bild“ hilft, müssen die Leser entscheiden.

Einwandfrei! Gut argumentiert. So wünscht man sich die Presse. Nicht dass alle dasselbe schreiben, sondern dass ein Medium das andere angreift. Der Leser kann sich dann seine eigene Meinung bilden. Lange nicht so einen giftig-schönen Artikel in der FAZ gelesen!


Hier das Video der „Hart, aber fair“-Sendung vom 10.4.2017: