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Als Altmaier die Frage nach Merkels Verantwortung beantworten soll

Anne Will Talk am 9. Juli im Ersten. Ab Minute 15:50 Blackout. [1] Kanzleramtsminister Peter Altmaier (CDU) soll gerade Auskunft geben, ob Merkel angesichts des Desasters in Hamburg die Verantwortung übernimmt. Merkel war es, die unbedingt ihren G20-Gipfel in der linksradikalen SPD-Metropole durchziehen wollte. Die Antwort bekamen die Zwangsgebührenzahler nicht zu hören. Wegen Sendungsausfall.

BILD [2] lügt kurz nach Mitternacht frech:

Scholz eiert: An welcher Stelle die Gewalttäter auftauchen würden „war nicht vorhersehbar“.

K.o für Schulz und Sendepause: STÖRUNG!

Kein eiernder Altmaier, kein K.O. für Merkel. Und wieso eigentlich Schulz? Der saß gar nicht in der Sendung. Ernst Elitz, der die TV-Kritik geschrieben hat, verwechselt Schulz und Scholz im Artikel des öfteren – peinlich für den sogenannten „BILD-Ombudsmann“ [3], der eigentlich dafür zuständig ist, Fehler in BILD-Artikeln zu vermeiden. Egal, Hauptsache, Merkel ist aus dem Schussfeld.

BILD war natürlich live dabei, als die Leitung ausfiel:

Was während der Sende-Unterbrechung gesagt wurde und der Zuschauer nicht sehen konnte: Nicht viel.

– Katrin Göring-Eckardt vertrat eine Sowohl-als-auch-Meinung: Einerseits lobte sie, dass in Hamburg Demos möglich waren, auch so nahe am Austragungsort der G20. Andererseits kritisierte sie: „dass es nicht geht“, dass sich die Bürger unsicher fühlten. „Ich will es mir selbst nicht zu leicht machen“. Es müsse aber eine Debatte darüber geführt werden, was schief gelaufen ist.

– „Monitor“-Chef Georg Restle fragte rhetorisch, ob Politik und Polizei mit ihrer „Dämonisierung“ der Demonstranten nicht dazu beigetragen hätten, die G20-Krawalle mit anzuschieben.

– Polizei-Gewerkschafter Reinecke saß im Publikum, schüttelte ungläubig den Kopf.

– Olaf Scholz erwiderte, die Polizei sei nicht zu hart gewesen. Die Anmelder der „Welcome to Hell“-Demo hätten „natürlich nichts Nettes“ vorgehabt.

Was Altmaier gesagt hat, nimmt BILD mit ins Grab. Auch bei der WeLT [4] erfährt man nicht, was in den zehn Minuten geschah. Stattdessen pult man Merkel [5] eifrig aus dem Kreis der Verdächtigen heraus und bauscht sie zur Weltenretterin auf. Böse ist nur das, was links von der Union ist – Merkel taucht phönixgleich aus Hamburgs Schutt und Asche auf. Immerhin traute sich BILD am Wochenende für 3 Minuten und 50 Sekunden, Merkel vorzuführen:

Ein Wunder, dass bei Polizist Jan Reinecke vom Bund Deutscher Kriminalbeamter niemand auf der Leitung stand:

„Wir hatten gar keine Chance, die Bürger zu schützen, diese Aufgabe war gar nicht machbar.“

„Der Schutz der Gipfelteilnehmer hatte erste Priorität, die Bürger der Stadt zu schützen, hatte Priorität zwei.“

„So viel Polizei konnte kein Land, konnte der Bund gar nicht aufbringen, um die gesamte Stadt zu schützen.“

Im Klartext: Wenn Erdogans Großtürkenkolonie, Tausende IS-Schläfer und die berüchtigten Familienclans gemeinsam losschlagen, braucht es nicht einen einzigen zusätzlichen G-20-qualifizierten Linksradikalen, um Deutschland in Schutt und Asche zu legen. Tolle Aussichten!

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