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Eggenfelden: Asylbewerber ersticht Asylbewerber

Tatort: Asylunterkunft in der Taufkirchener-Straße/Eggenfelden.

Von MAX THOMA | In der Perle des Rottals, der niederbayerischen Kreisstadt Eggenfelden kam es am Samstag zu einer zunächst verbalen Auseinandersetzung in einer Asylbewerberunterkunft.

Dabei ist ein 28-jähriger Ukrainer gegen 9 Uhr früh von einem 47-jährigen Asylbewerber aus Kasachstan getötet worden.

Nähere Angaben zum Tathergang konnte die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht machen. Der 47-Jährige wurde noch vor Ort festgenommen. Er soll am Montag einem Ermittlungsrichter vorgeführt werden, der über die Haftfrage entscheidet. Zudem wurde auch eine Obduktion der Leiche des 28-Jährigen angeordnet. Die weiteren Ermittlungen zu dem Tötungsdelikt hat die Kripo Passau aufgenommen.

Die niederbayerische Metropole ist ein unsicheres Pflaster für Asylsuchende. Bereits 2016 wurde ein 18-jähriger Radfahrender afghanischer Herkunft an einem Bahnübergang getötet. Er missinterpretierte die roten Signale.

„Auf geht’s beim Flücht’l!“

Das ehemals rural geprägte Niederbayern kann auf eine lange Tradition von gelebtem Brauchtum zurückblicken. Laut den bayerischen Schulbüchern der 60er-Jahre steht dabei insbesondere das promiskuitive „Fensterln“ und das problemlösende „Messerstechen“ im Focus der juvenilen Männer. Neben der proaktiven Integration der Schutzbedürftigen in unsere Sozialsysteme ist auch die Adaption von tradierter bayerischer Folklore eine stichhaltige Grundvoraussetzung einer geglückten Relokation nach Deutschland.

Die kasachische Merkel-Fachkraft für zweckentfremdete Küchenutensilien versinnbildlicht damit in „bestechender Weise“ die integrativen Forderungen von „Pro Asyl“. Die „Menschenrechts“-Organisation veranstaltete in der Stadtbibliothek Eggenfelden eine Ausstellung dem Titel „Asyl ist Menschenrecht“: Die Informationstafeln böten vielfältige Informationen und Anregungen, selbst nachzudenken, so der Tenor.

Bürgermeister Wolfgang Grubwinkler erinnerte an das Jahr 2015, als ein Strom von Flüchtlingen die Grenzen bei Braunau geflutet hat. Er plädierte deutlich für die Integration, forderte aber auch von den „Flüchtlingen“ die Bereitschaft ein, sich zu integrieren. „Dazu gehört eben auch, dass man sich an die Spielregeln im Gastland hält“. Gesagt – getan – zur Wiesnzeit sitzen die Messer in Bayern eben locker.

Weder Kasachstan noch die Ukraine sind „unsichere Herkunftsstaaten“. Für die Einreise aus der Ukraine nach Deutschland ist seit 2017 nicht einmal mehr ein Visum erforderlich. Ok., für alle anderen 193 Länder ja faktisch auch nicht.


PI-Autor Max Thoma ist „ausgewiesener“ Eggenfelden-Experte mit großem Insider-Wissen. Er verbrachte 15 Jahre im schönen Rottal.