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Lindner-Blatt: Schamlose Wahlwerbung gegen die AfD

Großes Interview heute auf Seite 4 der "Welt am Sonntag" mit Christian Lindner, dem Ehemann der stellv. WamS-Chefin Dagmar Rosenfeld-Lindner. Ein Schelm wer böses dabei denkt...

Von PLUTO | Journalistisch schamloser geht`s kaum noch: eine Woche vor der Bundestagswahl gönnt die „Welt am Sonntag“ in der Printausgabe und in WO+ dem FDP-Spitzenkandidaten Christian Lindner nochmals eine satte Wahlwerbung. Stoßrichtung Anti-AfD. Was man wissen muss: Vizechefin des Sonntagsblattes ist die Ehefrau des schönen Dressmans von Seite 1, Dagmar Rosenfeld-Lindner. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt…

Zweifellos liegt Frau Rosenfeld-Lindner mit ihrem Göttergatten gern unter einer Decke, wie sie freimütig in der „Zeit“ bekannte. Die Frage ist aber: Wie sehr steckt sie mit Lindner unter einer Decke?

Denn schon am vergangenen Sonntag hatte die WamS mit unfairen Mitteln gegen den politischen Shootingstar AfD geschossen und eine angebliche Email dessen Spitzenfrau Alice Weidel von 2013 zum Skandal aufgebauscht. Heraus kam ein Lacherfolg.

Nun legt die WamS nach. Denn die AfD ist der wirkliche Konkurrent der FDP, kann dieser sogar mächtig in die Suppe spucken und gegebenenfalls von einer Regierungsbeteiligung abhalten, wenn es ihr gelingt, die FDP von Platz 3 fernzuhalten. Auf politischer Premiumseite darf Lindner nun im Wahlkampfendspurt gegen eine „völkisch-autoritäre“ AfD wettern und einen Zweikampf um den drittstärksten Platz im Bundestag zwischen FDP und AfD herbeireden. Die Absicht ist klar: Lindner will verhindern, dass Wähler weiterhin von seiner Partei zur AfD überlaufen. Wenn sein Kalkül aufgeht, empfiehlt er sich gleichzeitig als Königsmacher unter einer Kanzlerin Merkel, Regierungspartner FDP inklusive.

Die Leser der WamS aber durchauen das schäbige Spiel, für das die Welt die willfährige Plattform bietet und sind „not amused“. Sie haben nicht vergessen, dass die FDP vor Jahren als Umfallerpartei abdankte und sich nun geläutert gibt, um “Mutti“ in Schach zu halten. Um es biblisch zu sagen: Eher geht aber ein Kamel durch ein Nadelöhr, als Lindner durch die Raute.

Die Kommentare in WO sind denn auch fast durchweg ablehnend. Eine Auswahl:

Consanesco: Wieviel offensichtliche Wahlwerbung für die FDP will man auf WO eigentlich noch betreiben? Folgt jetzt für die letzte Woche vor der Entscheidung jeden Tag diese Art von Berichterstattung?

Platon Sedlmeier: Es ist schon öfter darauf hingewiesen worden: Dagmar Rosenfeld-Lindner (WElt) und Christian Lindner. Lobhudelnde Artikel in diesem Kontext wären in normalen Unternehmen ein Compliance-Verstoß oder indizieren Schwächen in der Governance.

Leser m.: Da kann man gleich die CDU wählen. Die FDP dient sich als Mehrheitsbeschaffer der CDU an und sie wird niemals in der Lage sein, ihre Politik gegen Merkel und Co. durchzusetzen.

Geronimo: Was masst sich dieser Mann eigentlich an, dass er Wähler einer zugelassenen Partei bevormunden bzw. diese „im Zaum halten“ will?

Friedrich Spee: „Völkisch-autoritäre“ AfD? Ja, klingt für mich auch nur wie einer der bekannten Anbiederungsversuche der FDP als Mehrheitsbeschaffer um an die Fleischtröge der Macht zu kommen.

Momentumviri: Im Endspurt kommen nun die Einlullartikel. Die FdP hatte ihre Chance bei mir. Und ich habe nicht vergessen. Blau ist meine Alternative. Und dabei bleibe ich.

Bernd Z: Wenn die FDP mitregiert gibt es vorher viel heiße Luft und Nachher ein paar Vergünstigungen für ihre Klientel. Unvergessen ist die Einführung eines einfacheren und gerechteren Steuersystems, dass damit endete, dass man jetzt auf eine Hotelübernachtung 7% und aufs Frühstück 19% Mwst. bezahlt.

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