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Proteste gegen Merkel: ZEIT-Autorin versteht die Welt nicht mehr

Überall, wo Angela Merkel dieser Tage hinkommt, hagelt es Proteste mit Trillerpfeifen, Plakaten und Sprechchören gegen die unbeliebte Kanzlerin. So wie vor einigen Tagen auch in Finsterwalde im südlichen Brandenburg (PI-NEWS berichtete) [1], wo auch die linke ZEIT-Autorin Jana Hensel und ihr neunjähriger Sohn unter den Besuchern waren. Sie war so verzweifelt, mitansehen zu müssen, dass sich das Volk lautstark gegen die Massenflutungspolitik von Merkel zur Wehr setzte, dass sie in der ZEIT einen Offenen Brief an Merkel schrieb. Titel „Warum haben Sie denen nicht die Meinung gesagt?“

Auszüge:

[…]

Genau in diesem Augenblick hob ein unfassbares Pfeifkonzert an, plötzlich riefen die Leute „Hau ab, hau ab“ und bliesen wie wild in ihre Trillerpfeifen, die sie sekundenschnell aus ihren Jackentaschen gezogen hatten. Ein ohrenbetäubender Lärm. Da war sie, diese Wut und Brutalität, die man sonst hinter den schönen Fassaden nur vermuten kann, plötzlich war sie mit Händen zu greifen. Und Sie liefen weiter, mussten weiterlaufen, auf diese Menge zu, durch diese Menge hindurch. Jeder andere wäre weggerannt. Und Sie versuchten zu lächeln, mussten lächeln, natürlich, was sonst hätten Sie tun sollen. In den Gesichtern aller anderen, normalen Bürger war großes Entsetzen zu lesen. In meinem sicher auch.

Erst als Sie auf der Bühne standen, als Sie an das Rednerpult getreten waren und zu sprechen begannen, konnte ich sehen, wie schockiert auch Sie waren. Dass Sie ebenfalls fassungslos waren über diese verbale, größtenteils männliche Gewalt. Sie sprachen frei, Sie hielten Ihre ganz normale Wahlkampfrede über transatlantische Partnerschaften, die Bildungschancen von Kindern und Steuerfreibeträge. Und doch konnte man sehen und spüren, dass Sie diese Worte nur aufsagten, dass Sie mit den Gedanken und Gefühlen woanders waren. Wie gelähmt standen Sie da. Jedem von uns in der Nähe ging das so. Die auf den Bierbänken sitzenden Menschen starrten ausdruckslos vor sich hin, wie paralysiert taten sie so, als ob sie Ihnen zuhörten. Aber niemand hörte Ihnen zu, ich glaube, nicht einmal Sie selbst hörten sich zu. Und die Männer mit ihren Trillerpfeifen wurden immer lauter.

So ging das eine halbe Stunde, wie eine halbe Ewigkeit kam es mir vor. Hinter der Absperrung Wut, rund um und auf der Bühne Lähmung. Ich lief zwischen beiden Lagern hin und her. Und je öfter ich diesen Weg ging, desto mehr begann ich mich zu fragen, warum Sie die pöbelnde Menge ignorierten. Diese Apathie musste doch irgendwie zerschlagen werden, diese Pfiffe und Schmährufe waren doch ohnehin nicht zu überhören. Warum wandten Sie sich nicht einziges Mal an die Störer? Mit ein, zwei, drei klaren Sätzen. Sie sind doch so mächtig, Sie standen doch auf einer großen Bühne. Alle warteten darauf. Und ich glaube, all die Menschen, die gekommen waren, um Ihnen friedlich zuzuhören, hätten Sie unterstützt. Sie wären aufgestanden, hätten laut geklatscht, hätten sich den Trillerpfeifen auf ihre Art zeigen und entgegenstellen können. Ohne Gewalt, ganz menschlich. […]

Hier gehts zum [2] kompletten Artikel von Jana Hensel.

Auch bei Merkels Besuch in Wolgast (Mecklenburg-Vorpommern) heute um 18 Uhr haben sich wieder viele Gegenproteste angekündigt. Und sie zeigen nicht nur bei der ZEIT-Autorin Wirkung, sondern auch bei der nervösen CDU: Am frühen Morgen teilte deren Kreisverband mit, den heutigen Wahlkampfauftritt von Merkel vom Rathausplatz kurzfristig in eine Halle [3] zu verlegen. Als Grund wurde „das schlechte Wetter“ genannt. Wer’s glaubt…

[4]
Karikatur: Wiedenroth.

» Die weiteren Stationen von „Angies Tour of Desaster“ gibt’s wie immer hier. [5]

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