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Niedersächsischer Landtag debattiert Demonstranten-Schicksal

Ein doppelt gebrochenes Schienbein und eine verletzte Seele hat einer davon getragen, der auszog, die AfD am Bundesparteitag zu hindern.

In Hannover hatte er versucht, sich mit und in einer Stahlkonstruktion, der „Pyramide“, an einen Gullideckel zu ketten, um so der AfD den Zugang zu ihrer Versammlung zu verwehren. Dazu schmuggelten er und andere das Blockierkorsett durch die Polizei und ketteten sich dann darin fest.

Die Polizei, die das bemerkte, versuchte offensichtlich, ihn noch aus der Befestigung zu lösen, was auch gelang. Nur gingen sie dabei nicht mit den Samthandschuhen vor, die er bislang gewohnt war, beziehungsweise meinte, aus einem Gerichtsurteil ableiten zu können.

Im NDR-Artikel „AfD-Parteitag: Beinbruch durch die Polizei?“ wird sich des Armen angenommen:

Seine Erinnerungen haben es in sich – es sind vor allem Erinnerungen an heftige Schmerzen, wie er sie nie zuvor erlebt hat: „Ein Knacken fühlte ich. Und ich war von diesem Zeitpunkt nur noch am Schreien: ,Mein Bein ist durch, mein Bein ist durch. Lasst mich in Ruhe‘!“

Sein Schienbein wurde bei der „Aktion“ zweimal gebrochen und seitdem humpelt er auf Krücken durch die Welt und hat infolgedessen von weiteren „Aktionen“ gegen die AfD abgesehen.

Zurück blieben neben der körperlichen Verletzung aber auch seelische Wunden. Der Sozialarbeiter aus Schaumburg, der damals noch „Gesicht gezeigt“ hatte, mag nun seinen richtigen Namen nicht mehr in der Zeitung lesen.

Thomas Schuldt ist von Beruf Sozialarbeiter, kommt aus dem Landkreis Schaumburg. Weil er unter anderem eine Schmähwelle in Internet fürchtet, will der 47-Jährige in den Medien nur unter Pseudonym erwähnt werden.

Auch, so beklagt er, habe man ihm sein Demonstrationsrecht genommen, weil er sich mit seiner Pyramide niemandem in den Weg setzen durfte. Wie ein fürsorglicher Papa, der seine unartigen Kinder maßregelt, sieht sich „Thomas Schuldt“, als er seinen pädagogischen Einsatz beschreibt:

„Demonstrieren ist eine gute Form – aber es müssen auch Zeichen des Widerstands gesetzt werden, um zu sagen: ,Wir blockieren, um ihnen zu zeigen, dass sie damit nicht durchkommen‘.“

Seine freie Meinungsäußerung sei ihm beschnitten worden, so greint er weiter:

Schuldt beruft sich dabei auf eine Entscheidung des Oberlandesgerichts Celle. Dort war im Jahre 2011 entschieden worden, dass solche Pyramidenaktionen zumindest auch „als Teilhabe an Meinungsbildung“ angesehen werden könnten.

Demonstrationsrecht beschnitten, Meinungsfreiheit beschnitten, Gesicht gezeigt und Schienbein zerschmettert, darf das sein? Natürlich nicht, wenn es um einen „Guten“ geht. Der Landtag wird sich im Innenausschuss dieser Ungerechtigkeiten annehmen und das Schicksal von „Thomas Schuldt“ debattieren. „Ein parlamentarisches Nachspiel“ wird das haben, wie der NDR drohend berichtet. AfD-Opfer der linken Schläger von Hannover, wie zum Beispiel der Bundestagsabgeordnete Kay Gottschalk aus NRW, dürften dabei allerdings keine Rolle spielen.