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Pawlows Hunde würden Altparteien wählen

Von SCHERBENGERICHT | Wer hat in seiner Schulzeit nicht von ihnen gehört, den berühmten Hunden des Mediziners Iwan Petrowitsch Pawlow. Wir erinnern uns, dass durch ständige Wiederholung von äußeren Reizen eine gewünschte Reaktion eingeübt und später automatisch abgerufen werden kann.

Im Fall der pawlowschen Hunde wurde über längere Zeit durch Glockenschläge die bevorstehende Fütterung angekündigt. Die Hunde fingen schon bald an allein auf den Klang der Glocke hin Speichel abzusondern. Die Versuchstiere wurden also auf den eingeübten Reiz, den Ton der Glocke, erfolgreich konditioniert.

Leider funktioniert dieses Prinzip nicht nur bei Tieren, sondern auch bei Menschen. Relevante Teile der Nomenklatura haben vor langer Zeit beschlossen, dass das Land bunter werden soll. Veredelt durch Angehörige eines Kulturkreises, der nicht unbedingt durch Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und starke liberale Gesellschaftsschichten aufgefallen ist. Alle Umfragen zeigten zwar schon vor Jahrzehnten, dass die Mehrheit des Volkes partout nicht an diesem Experiment teilnehmen will, aber Millionen Menschen aus islamischen Staaten ließ man trotzdem in das Land einsickern. Das Thema wurde, wenn Wahlen drohten, als für den Wahlkampf „ungeeignet” auf später verschoben. Irgendwann jedoch muss man Farbe bekennen. Da hilft es, wenn man die Not zur Tugend erklärt.

Wie weiter? Man schafft sich Begriffe, die, je nach Zweck, positiv oder negativ besetzt werden: Man gibt die Parole aus, dass die „bunte Vielfalt” das ist, was dem Land am dringendsten fehlt. Nun ist dieser Neologismus ausgesprochen infantil und nichtssagend, aber durch ständige Wiederholungen und Abwandlungen wie „bunte Gesellschaft”, „kulturelle Vielfalt”, etc. sorgt man dafür, dass sich diese Worthülsen als positiv besetzte Begriffe in der Wahrnehmung der breiten Masse festsetzen. Erst recht bei der nachwachsenden Generation, die in der Schule damit ungefiltert indoktriniert wird. Man reklamiert weitere Begriffe wie Toleranz, Zukunft, Frieden, Miteinander für die eigene Sache und verknüpft sie mit den längst konditionierten Begriffen.

Gleichzeitig schafft man negativ besetzte Wortschöpfungen, wie Rechtspopulist. Überhaupt wird alles, was irgendwie gefährlich oder gesellschaftlich nicht wünschenswert ist, als rechts gebrandmarkt. Gewalt wird gefühlt rechts eingeordnet, ebenso die störende Meinung. Parteien und Politiker, die aktiv gegen die offizielle Doktrin ankämpfen, werden in die Nähe des Rechtsextremismus gebracht. Unerwünschte Tatsachen gelten als Propaganda. Rechte Propaganda. Rechts ist schlecht, ein Synonym für das Böse schlechthin.

Diese Worthülsen wirken, je öfter sie gebraucht werden, auf der Gefühlsebene wie die Glocken im pawlowschen Versuch. Die erlernten Floskeln können nicht mehr infrage gestellt werden, sondern tauchen in der eigenen Gedankenwelt wie von Zauberhand auf. Da hilft es auch nicht, dass eine störende „rechte” Meinung schlicht die Realität beschreibt und der offizielle Diskurs eine operettenhafte Scheinwelt beschwört. Die antrainierten Filter lassen eine objektive Überprüfung der Wirklichkeit kaum mehr zu. Reflexartig wehrt sich das Ich mit Schuldübertragung oder Umdeutungen gegen die Realität und deren Verkünder, wenn sie mit der konditionierten Lehrmeinung nicht in Übereinstimmung zu bringen ist.

Politiker und Journalisten kennen dieses Phänomen nur zu gut. Es wirkt bei allen und jedem. Wer aber dieses Phänomen kennt, sich diese Gefahr regelmäßig bewusst macht, ist schon teilweise immunisiert und wird nicht auf Kommando mit dem Schwanz wedeln. Sorry, liebe Hunde!