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SPD-Frau lässt Frauenbilder im Rathaus verhüllen

Seit Mitte Februar stellt der Künstler Kai Piepgras im Rathaus der schleswig-holsteinischen Gemeinde Heikendorf insgesamt 13 seiner Gemälde aus.

Zu sehen sind u.a. ästhetische Frauenbildnisse, allesamt bekleidet, aber auch ein nackter Rücken, ein Schuh oder ein nackter Oberarm. Gemeinsam ist den Damen, dass sie alle schön anzusehen sind. Genau das aber scheint der 64-jährigen SPD-Gemeindevertreterin Karla Schmerfeld ein Dorn im Auge zu sein. Die alternde rote Socke fühlt sich von den Bildern belästigt.

Piepgras stellt seit 25 Jahren europaweit seine Bilder aus, dem Vorwurf des Sexismus sah er sich noch nie ausgesetzt und ist entsprechend überrascht.

Auch Besucher des Rathauses sehen in den Gemälden eher eine „Hommage an die Schönheit der Weiblichkeit“, als eine Beleidigung. Karla Schmerfeld hingegen empört sich: „Als Frau stoßen diese Bilder mich ab.“ Sie empfindet die harmlosen Bilder als „unpassend“. Sie findet es unerträglich während einer Sitzung auf einen Lederstiefel mit Absatz schauen zu müssen.

Die Bilder des Anstoßes:

SPD-Bürgermeister Alexander Orth hat Verständnis für den Ekel der offenbar im Vertrocknungsstadium befindlichen Fraktionskollegin und ließ die Bilder verhüllen. Kai Piepgras sieht darin völlig berechtigt Kunstzensur. So etwas habe er bei seinen rund 250 Ausstellungen mit etwa 5000 gemalten Bildern noch nicht erlebt. Gerade in seinem Heimatort muss er nun seine Arbeiten verhüllen.

Der Zinnober, den Karla Schmerfeld inszeniert, wäre an sich ja schon peinlich genug. Dass dieser absurden Befindlichkeit dann aber auch seitens eines Bürgermeisters in Form von Zensur nachgegeben wird, ist ein Skandal. Hätte Piepgras vollverhüllte Schariabräute gemalt, hätte die SPD-Trine vermutlich kein Problem damit gehabt.

» Kontakt: karla.schmerfeld@gmx.de


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