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Bürgerkriegs-Zustände in Chemnitz: 300 Einsatzkräfte jagen Amok-Irren

Von DAVID DEIMER | Ein bewaffneter Amok-Läufer mit dem altdeutschen Namen „Hardy Georgi“ verursacht derzeit bürgerkriegsähnliche Zustände in und um Chemnitz – er hat sich offenbar in der Gegend von Limbach-Oberfrohna verschanzt.

Seit drei Tagen suchen mehr als 300 Polizisten und SEK-Einsatzkräfte den etwas verwirrten Mann aus Hartmannsdorf und sprechen von einer „Bedrohungslage für die Bevölkerung“. Das Letzte, was Hardy Georgi, 29, sagte, bevor er untertauchte: „Ich bin jetzt im Krieg.“ Dann besorgte er sich ein Sturmgewehr und verschwand scheinbar spurlos. Nachdem die Polizei stundenlang das vermeintliche Versteck des Sportschützen umstellt hatte, stürmten Elitepolizisten Dienstag Nacht das Gebäude – nur der Amok-Irre war verschwunden.

Vorausgegangen war ein längerer Streit mit seiner Freundin – Georgi fühlte sich „in seiner Ehre verletzt“. Die Mutter von Hardy G. erklärte: „Mein Sohn wurde von der Familie der Frau provoziert und gereizt, sie zeigten ihn sogar mehrfach an.“ Die Polizei spricht von gegenseitigen Strafanzeigen.

Georgi: „Ich bin jetzt im Krieg“ – Panzer und Helikopter auf der Suche

Am Sonntag der erste blutige Höhepunkt. Hardy G. drang in das Haus in Limbach-Oberfrohna ein, in dem seine Ex-Freundin mit ihren Eltern lebt und attackierte den Vater. Sportschütze Hardy G. flüchtete darauf und besorgte sich aus dem Schrank seines Schützenvereins ein halbautomatisches Sturmgewehr AR15, obwohl ihm nach einer Anzeige der Waffenschein abgenommen wurde. Er soll „Vorsitzender in einem Sportschützenverein“ gewesen sein: Höchste Gefahr für die Ex-Freundin und deren Familie. Alle wurden von der Polizei an einem geheimen Ort versteckt. Das Sturmgewehr AR15 wurde bereits weltweit von etlichen Amokläufern für tödliche Massaker verwendet.

Nach 48-stündiger Großfahndung umstellten Dutzende schwerbewaffnete Polizisten am Dienstag ein rund eine Million Quadratmeter großes Waldstück an der A4 bei Limbach-Oberfrohna.

Eine technische Ortung hatte die Polizei zum erhofften Versteck von Rambo-Georgi geführt.

Ein Hubschrauber mit Wärmebildkamera kreiste, Polizeihunde hechelten durch den Wald. Und ein Polizeipanzer mit Maschinengewehr auf dem Dach sicherte die 100 Polizisten vor Ort.

Es wurde zwar eine Lagerstätte im Wald entdeckt, aber der Sturmgewehr-Schütze war weg. Um 19 Uhr kam ein Hinweis auf die Turmpassage in Limbach, sie wurde umstellt. Georgi soll sich in der Post verschanzt haben, glaubte die Polizei. 350 Beamte wurden zusammengezogen. Gegen 0.30 Uhr stürmte das SEK. Ein Polizeisprecher: „Das Gebäude wurde Ebene für Ebene durchsucht. Nach gut einer Stunde konnte festgestellt werden, dass sich der Gesuchte nicht mehr in dem Gebäude befindet.“

Die Jagd nach dem bewaffneten Gefährder begann aufs Neue. Georgis Mutter: „Mein Sohn ist nicht aggressiv, er fühlt sich jetzt in die Enge getrieben. Mein Hardy wird niemandem etwas tun.“

Letztmalig wurde das Chemnitzer Phantom am Sonntag, gegen 9.45 Uhr im Chemnitzer Stadtzentrum in persona gesehen. Doch trotz des Einsatzes eines Hubschraubers, Spezial-Suchhunden und insgesamt 350 Polizisten fehlt immer noch jede Spur zu dem gefährlichen Irren. Das Landgericht Chemnitz hat nun – trotz erheblicher Daten- und Täterschutz-Bedenken einer Öffentlichkeitsfahndung nach Hardy Georgi zugestimmt.

Wer Hardy Georgi sieht oder antrifft, sollte umgehend den Notruf 110 wählen!

Außerdem bittet die Polizei auch den Gesuchten, sich zu melden, das würde die Sache erleichtern.

Zeugenhinweise zum Aufenthalt des Gesuchten nimmt auch die Chemnitzer Kriminalpolizei unter der Rufnummer 03713873445 entgegen.