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Video: Merkel bei Anne Will

Heute Abend um 21.45 Uhr ist Angela Merkel zu Gast bei Anne Will in der ARD. Thema der Sendung ist der eben in Kanada zu Ende gegangene G7-Gipfel, dem US-Präsident Donald Trump noch nach seiner Abreise seinen persönlichen Stempel für „gescheitert“ aufdrückte, indem er sich nach Beendigung des Zusammentreffens mit den Vertretern von Kanada, Japan, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien der gemeinsame Abschlusserklärung via Twitter verweigerte. Nachdem Kanadas Premierminister Justin Trudeau in einer Pressekonferenz Vergeltungszölle gegen die USA angekündigt hatte twitterte Trump:

Aufgrund von Justins falschen Aussagen in seiner Pressekonferenz und der Tatsache, dass Kanada unsere US-Farmer, Arbeiter und Unternehmen mit massiven Zöllen belastet, habe ich unsere US-Vertreter angewiesen, das Kommuniqué nicht zu unterstützen.

Damit ließ Trump die anderen zu guter Letzt auflaufen. Er reiste auch schon am Samstag gegen 10 Uhr, mehr als fünf Stunden vor Ende des Treffens, ab und ersparte sich damit die Arbeitssitzung zum Klimaschutz und ein Treffen mit Staats- und Regierungschefs aus rund zehn Entwicklungs-, Schwellen und Shitholeländern.

Trump beschrieb sein Verhältnis zu den anderen sechs als großartig. Das hieße aber nicht, dass er mit allem einverstanden sei. Die EU sei brutal zu den USA, rechtfertigte er die US-Strafzölle auf Aluminium und Stahl aus der EU. Grundsätzlich sei er aber der Auffassung, dass es das Beste wäre, wenn es innerhalb der G7-Nationen überhaupt keine Zölle mehr gäbe: „Keine Zölle und keine Hemmnisse“ aber auch keine Subventionen, das habe er auch so vorgeschlagen. Er beklagte das, seiner Ansicht nach, zutiefst ungerechte Welthandelssytem. „Wir sind das Sparschwein, das jeder plündert, und das hört jetzt auf“, so der US-Präsident. Und er hatte die G7-Partner vor Vergeltungsmaßnahmen gewarnt. Da nun aber Kanada als auch die EU genau das vorhaben, erklärte er den Gipfel mit seiner Verweigerung zur gemeinsamen Abschlusserklärung kurzerhand als gescheitert. Darüber wird Merkel sich heute ausgiebig auslassen können.

Wird Susanna auch Thema sein dürfen?

Gespannt können wir sein, ob zumindest am Rande das jüngste von Merkel verschuldete Mordopfer, Susanna Feldmann Thema sein wird. Merkel wäre es zuzutrauen zu diktieren, dass das Blut an ihren Händen nicht thematisiert werden dürfe. Ob sie und die ARD in der Tat so dreist sein werden? Die Fragen des Talks hat sie bestimmt schon davor erhalten und ihre Phrasendrescher haben wohl, auch gerade wenn es um das Blut auf ihren Händen geht, die entsprechenden Textbausteine vorgefertigt. Einige hat sie ja bereits am Rande des G7-Treffens abgesondert: „Dieser abscheuliche Mord hat ganz Deutschland und auch mich berührt. Wir leiden mit der Familie.“ Der Fall sei ein Auftrag, Integration sehr ernst zu nehmen, so Merkel. Als sie das sagte war sie aber wohl nur erleichtert, dass sie wegen des Blutes deutscher „Köter“, das durch unser Land rinnt nicht wie in den vergangenen Jahren nach dem Messerangriff in Hamburg oder dem Sprengstoffanschlag in Ansbach ihren Urlaub zumindest im Geiste unterbrechen musste, um „gedanklich bei den Opfern“ zu sein und so tun zu müssen, als berühre sie das irgendwie.

Vor Anne Will wird ein Krimi aus der Reihe Polizeiruf 110 gesendet. Dafür hat man einen Film aus dem Jahr 2017 ausgegraben, in dem es um den Mord an einer „rechtpopulistischen“ Politikerin geht, die als Kandidatin ihrer Partei für die Wahl der nächsten Oberbürgermeisterin von Rostock antreten sollte. Sie soll im Umfeld von „völkischen Siedlern“ und deren „braunen Idealen“ agiert haben soll, wie es in einer der zahlreichen Beschreibungen dazu heißt.

Wenn die Zuschauer mit so viel Propaganda aufgeheizt werden, ist wohl damit zu rechnen, dass auch der Mord an Susanna zumindest peripher erwähnt werden wird, um klarzustellen, dass nun vor allem wichtig sei, dass das tote Mädchen nicht von „Rechten“ instrumentalisiert werde. (lsg)

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