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Bierhoffs „DFB-Akademie“ wird deutschen Fußball nicht retten

Von WOLFGANG HÜBNER | An dieser Erkenntnis führt kein Weg vorbei: Eine der traditionsreichsten und schönsten Sport- und Freizeiteinrichtungen der Stadt Frankfurt am Main wurde von verantwortungslosen Kommunalpolitikern der Stadt für den bei der Fußball-WM in Russland so spektakulär geplatzten Größenwahn von Oliver Bierhoff geopfert. Der bislang fast allmächtige Manager der „Mannschaft“ (früher: deutsche Nationalmannschaft) konnte sich und anderen tatsächlich erfolgreich einreden, mit einer DFB-Akademie für talentierte Kicker die nun so blamabel beendete Vorherrschaft des deutschen Fußballs in der Welt auf Dauer zu sichern.

Gerade der frühere Profi Bierhoff hätte wissen müssen, dass Spiele nicht auf Akademien, sondern auf dem Fußballfeld gewonnen werden. Von den tapferen Kroaten, die es bis ins Moskauer Finale geschafft hatten, war kein einziger Spieler je auf einer Akademie – wozu auch. Und die besten Spieler des neuen Weltmeisters Frankreich haben trotz guter Ausbildung in ihren jeweiligen Vereinen auch keine akademischen Weihen genossen, bevor sie den Pokal in den Himmel recken konnten. Wie man sich durchsetzen und gewinnen kann, lernt kein Fußballer auf einer auch noch so luxuriös ausgestatteten Akademie, sondern in ungezählten hart umkämpften Spielen.

Bierhoffs und Löws „Mannschaft“ ist nicht zuletzt daran krachend gescheitert, weil die an Fünf-Sterne-Hotels und superkomfortable Unterkünfte gewohnte DFB-Truppe offenbar nichts mehr mit den einst in aller Welt bewunderten wie gefürchteten deutschen Tugenden, also dem Kampf- und Siegeswillen bis zur allerletzten Minute des Spiels, zu tun haben wollte. Genau das war der Grund, warum die DFB-Auswahl gegen nicht wirklich bessere, aber ungleich leidenschaftlichere Mexikaner und Koreaner verloren hat. Es ist völlig lächerlich zu glauben, eine „Akademie“ mit bester Aussicht auf die Frankfurter Skyline sowie kurzen Wegen zu Löws Lieblingsluxushotel und zum Flughafen könnte dieses nun so offenkundig gewordene Defizit beheben.

Deshalb ist diese Ausgeburt des Größenwahns eines nun auf Normalgröße geschrumpften Fußballmanagers so unnötig wie ein Kropf. Und es würde nicht wundern, wenn der DFB das viele Millionen verschlingende Projekt doch noch wegen einem Rest an gesundem Menschenverstand selbst in Funktionärsköpfen opfern würde. Dieser Schritt wäre auch wichtig für eine glaubwürdige Konsequenz aus dem WM-Desaster, das sich ja schon länger angekündigt hatte. Und besonders glaubwürdig wäre es, wenn der DFB einen neuen Manager engagieren würde, der jene Tugenden verkörpern würde, die in Bierhoffs Prestigeprojekt niemals eingeübt werden könnten.


Wolfgang Hübner.
Hübner auf der Buch-
messe 2017 in Frankfurt.
PI-NEWS-Autor Wolfgang Hübner schreibt seit vielen Jahren für diesen Blog, vornehmlich zu den Themen Linksfaschismus, Islamisierung Deutschlands und Meinungsfreiheit. Der langjährige Stadtverordnete und Fraktionsvorsitzende der „Bürger für Frankfurt“ (BFF) legte zum Ende des Oktobers 2016 sein Mandat im Frankfurter Römer nieder. Der leidenschaftliche Radfahrer ist über seine Facebook-Seite erreichbar.