1

Schweizer Journalist kritisiert „abgründige Heuchelei“ deutscher Medien

Dass Schweizer Zeitungen das neue Westfernsehen sind, hat PI-NEWS erst kürzlich in diesem Artikel über Weltwoche-Chefredakteur Roger Köppel erwähnt.

Ein anderer Schweizer Journalist, René Zeyer von der Basler Zeitung, kommentiert mit dem nötigen zeitlichen und räumlichen Abstand von Chemnitz und seinen Folgen ein völlig verrückt gewordenes deutsches Justemilieu in den Medien.

Dieses jubele einem gratis „Solidaritätskonzert“ zu, auf dem gewaltverherrlichende Texte („ich ramm das Messer in die Journalistenfresse“) und Liedzeilen zum Besten gegeben werden, in denen die frühere Tagesschau-Sprecherin Eva Hermann mal „grün und blau gefickt“ wird.

Und während mit unvorstellbarer Sprachsensibilität beim Deuten des Begriffs „Hetzjagd“ vorgegangen wurde, werde dem Verfassungsschutzpräsidenten und dem sächsischen Ministerpräsidenten Verharmlosung und Unfähigkeit vorgeworfen.

Zeyer schreibt:

Wie verblödet kann man beim Versuch, die Wirklichkeit so hinzurücken, wie sie einem passt, eigentlich sein? Ersetzen wir doch nur den Begriff «Hetzjagden auf Ausländer» durch «Hetzjagden auf Rechtsradikale». Wollen wir uns vorstellen, was in den Medien abginge, würde diese Behauptung von konservativen Publizisten aufgestellt und sich als zumindest schwer übertrieben herausstellen? Wollen wir nicht. Während die Medien einmal mehr ihre wichtigsten Assets, Vertrauen und Glaubwürdigkeit, in die Tonne treten, dabei unterstützt von Politikern, die meinen, indem man den Boten köpft, habe man seine Nachricht gekillt, zeigen alle Teilnehmer an dem Solidaritätskonzert und alle, die das uneingeschränkt gut finden, etwas noch viel Schlimmeres: abgründige Heuchelei.

Hier gehts weiter – Prädikat: must read!