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Nicht Erdogan – Merkel & Co. sind das Problem!

Von WOLFGANG HÜBNER | Die multimediale Aufregung um die unverfrorenen und unverschämten Auftritte des türkischen Präsidenten Erdogan bei seinem Staatsbesuch in Deutschland ist so lächerlich wie realitätsverleugnend: Der Sultan hat sich keinen Deut anders verhalten, als nach seinen früheren Besuchen hierzulande zu erwarten war.

Und selbstverständlich hat der türkische Machtpolitiker seine beiden größten Trümpfe genüsslich ausspielen können: Die ihn bewundernde, ja anbetende türkisch-muslimische Minderheit, die alle Vorteile Deutschlands gerne in Anspruch nimmt, aber ihre Loyalität diesem Land verweigert. Und das türkische Erpressungspotential gegenüber einer politischen Führung in Berlin, die ihre Staatsgrenzen nicht schützen will.

Jeder Moderator, Journalist oder Politiker, der diese beiden Tatsachen nicht bei seinen hilflos entsetzten oder wütenden Kommentaren berücksichtigt, ist das Honorar nicht wert oder – wahrscheinlicher – verdrängt mit Absicht die Wahrheit. Denn so sehr Erdogan das Problem der Türkei sein mag, das Problem Deutschlands ist nicht er. Dieses Problem sind Merkel & Co., die sich in große Abhängigkeit von Erdogan gebracht haben.

Wer will es dem Sultan ernstlich übelnehmen, dass er diese Abhängigkeit für seine Zwecke nutzt? Was kann Erdogan dafür, dass diese Bundeskanzlerin unschöne Bilder an den deutschen Grenzen scheut und deshalb auf Kosten der Steuerzahler Milliarden an den Bosporus schickt, damit die Türkei zumindest derzeit die Flut der Invasoren aufhält?

Wenn Merkel und Steinmeier fürs Publikum betont ernste Gesichter neben Erdogan machen, große Differenzen zu ihm betonen oder Kölner Kommunalpolitiker lieber nicht bei der Einweihung der triumphalen Ditib-Moschee gesehen werden wollen, juckt das den türkischen Präsidenten überhaupt nicht. Ihm kann es auch herzlich egal sein, ob der grüne Schreihals Özdemir jetzt durch alle Talkshows touren kann, um sich als wohlfeiler Widerstandskämpfer gegen die Erdogan-Diktatur zu präsentieren.

Denn der Sultan hat in Deutschland genau die Bilder bekommen und Ziele erreicht, die er wollte. Ihm das anzukreiden und vorzuwerfen kann nur, wer ganz tief im Sumpf des hiesigen Hypermoralismus und politischen Kapitulantentums vor den harten Realitäten dieser Welt steckt. Erdogan, so folgenreich seine Ära auch für die Türkei noch werden mag, ist da von ganz anderem Kaliber.

Seinen vielen begeisterten Özils in Deutschland kann man es eigentlich nicht verdenken, dass sie ihm und nicht solche belämmerten Gestalten wie Merkel, Steinmeier samt all dem anderen politischen Personal zujubeln. Deutschland ist ein Staat ohne Ehre, Stolz und Würde geworden. Das ist ideal für einen wie Erdogan, aber eine Schande für den Staat, in dem wir leben.


Wolfgang Hübner.
Hübner auf der Buch-
messe 2017 in Frankfurt.
PI-NEWS-Autor Wolfgang Hübner schreibt seit vielen Jahren für diesen Blog, vornehmlich zu den Themen Linksfaschismus, Islamisierung Deutschlands und Meinungsfreiheit. Der langjährige Stadtverordnete und Fraktionsvorsitzende der „Bürger für Frankfurt“ (BFF) legte zum Ende des Oktobers 2016 sein Mandat im Frankfurter Römer nieder. Der 71-jährige leidenschaftliche Radfahrer ist über seine Facebook-Seite erreichbar.