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Tagesthemen verteidigen Indoktrination gegen die AfD

Von SARAH GOLDMANN | Die Absicht mehrerer AfD-Landesverbände, Meldeportale für Lehrer zu schaffen, die ihre Neutralitätspflicht nicht einhalten, hat für helle Aufregung gesorgt. Mit Recht. Bislang galt es in der linken Republik als schick, an Schulen gegen die AfD zu hetzen, Neutralitätsgebot hin oder her. Wer als Kollege dagegen sprach, machte sich je nach Schule sogleich verdächtig und begab sich in die Gefahr, als Rechter oder als „Nazi“ angesehen oder diskreditiert zu werden. So halten andere Pädagogen in der Regel den Mund, wie auch die Eltern und natürlich die Schüler.

Das System der unbeschwerten Indoktrination funktioniert nun nicht mehr; die Kontrolle über die Neutralität der Lehrer, die der Staat nicht wahrnahm bzw. wahrnehmen wollte, wird, so befürchten die Kritiker, wieder eingeführt. Am Donnerstagabend bemühten sich die Tagesthemen darum, (natürlich einseitige) mediale Schützenhilfe gegen die AfD zu liefern und gaben ihr, aus eigener Dummheit oder Ignoranz, unfreiwillig Recht.

Als Beispiel bemühten sie Uwe Böken, den Schulleiter der AntifaAnita-Lichtenstein-Gesamtschule in Geilenkirchen (NRW). Dieser hatte die AfD indirekt als „Rechtsextreme“ bezeichnet. In einem Deutschlandfunk-Interview  hatte er einen Tag vorher bereits ganz offenherzig zugegeben, dass es nicht richtig gewesen wäre, hätte er so direkt die AfD angesprochen. Das habe er aber nicht, sagt er, und spielt den Doofen:

Sarah Zerback: Um welche Äußerungen ging es bei Ihnen nun genau?

Böken: Der Kontext war der, dass wir Anfang März eine der letzten Überlebenden des ehemaligen Auschwitzer Mädchenorchesters, Frau Bajarano aus Hamburg, zu Gast hatten bei einer Veranstaltung, und über diese Veranstaltung hat die WDR-Lokalzeit berichtet und ich habe dann in einem Interview mit dem WDR gesagt, dass wir seit der letzten Bundestagswahl im Deutschen Bundestag wieder rechtsextreme Abgeordnete sitzen haben. Das hat dann ein Aachener AfD-Abgeordneter zum Anlass genommen, Dienstaufsichtsbeschwerde gegen mich einzulegen.

Zerback: Obwohl Sie da die AfD nicht namentlich erwähnt haben. Aber die Partei hat sich davon angesprochen gefühlt?

Böken: Ja, muss wohl. Sonst wäre das nicht passiert. Ich habe keine Partei explizit angesprochen. Das würde ich auch nicht tun. In dem Moment wäre mir völlig klar, dass ich gegen die mir auferlegte Neutralitätspflicht verstoßen würde. Das habe ich nicht getan. Das war das Zitat.

Genau auf und neben dieser Argumentationslinie mediale Schützenhilfe zu liefern, entblödete sich am Donnerstag dann Ingo Zamperoni in den Tagesthemen. Zamperoni gab sein Bestes um den Programmauftrag zu erfüllen:

  1. Als Intro verharmlost er die aktuellste Hetze gegen die AfD als „Kritik“ (19:16):

„Meldeportale sind aber nicht die einzigen Methoden, mit denen die AfD gegen Lehrkräfte vorgeht, von denen sie sich kritisiert fühlen, Dienstaufsichtsbeschwerden sind andere, wie Moritz Stertler (?) berichtet:

Uwe Böken ist Direktor an der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule Geilenkirchen, Lehrer für Mathe und Physik. Eigentlich unpolitische Fächer, dachte er, bis Anfang März.

  1. spielt Zamperoni beziehungsweise sein Moritz hier den Doofen, indem er suggeriert, einem (unpolitischen) Mathelehrer würden politische Äußerungen (in der Schule, im Matheunterricht) untergeschoben (gezeigt wird Böken beim Notieren von Formeln an der Tafel!). Werden sie natürlich nicht, aber indem dieser Eindruck erzeugt wird, kann man sich anschließend über die selbst konstruierte Situation, die der AfD angebackt wird, lustig machen.
  2. Die rechtlich zulässige und für den Fall vorgesehene Dienstaufsichtsbeschwerde des AfD-Abgeordneten Uwe Kamann wird anschließend zum wiederholten Male inhaltlich verknüpft mit den Meldeportalen und so gleichermaßen wie diese als „Stasi-Methoden“ von Bundesjustizministerin Katharina Barley verurteilt. So werden in dieser Wechselwirkung Kamann zusätzlich zum Rechtsextremismus auch noch die Stasi-Methoden angehängt.
  3. Die Verletzung der Neutralitätspflicht wird in Abrede gestellt. (Minute 19:56).

Da stand auf der Facebook-Seite eines AfD-Abgeordneten, Böken verstoße gegen seine Neutralitätspflicht. Grund: Dieser WDR-Beitrag über die NS-Erinnerungsarbeit an Bökens Schule. Darin sagte er diesen Satz: ‚Denn wir haben rechtsextreme Abgeordnete im Deutschen Bundestag wieder sitzen seit der letzten Bundestagswahl.’ Böken hatte dies weder im Unterricht gesagt noch eine bestimmte Partei genannt. Trotzdem sah der AfD-Abgeordnete Uwe Kamann die Neutralitätspflicht verletzt.

Zuerst einmal ist es natürlich Quatsch, dass ein Schulleiter nicht indoktriniere, wenn er nicht vor der Klasse steht, sondern „nur in einem Fernsehbeitrag“ gegen die AfD hetzt. Natürlich sehen das alle Schüler und Eltern, wenn etwas über die eigne Schule im Fernsehen kommt. Und sie verstehen es genauso, als hätte er es ihnen im Klassenzimmer gesagt. Der Lehrer im Fernsehen ist derselbe, bei dem sie später Unterricht haben. Aber einmal davon abgesehen:

Natürlich wird jemand wie Böken, der etwas sagt, es so sagen, dass jeder es versteht. Jeder hat es auch verstanden, was er meinte, natürlich, Lehrerkollegen, Eltern und Schüler. Der soziokulturelle Rahmen einer Aussage hilft beim Verständnis, das „Wo“, „Wann“ und „Wie“ es gesagt wurde. Da reichen dann bereits Anspielungen aus, die, reduziert auf die reine Sachaussage, später allerdings ein Abstreiten des Gesagten ermöglichen. So wie es Böken im DLF-Interview tat, wie er es wieder in den Tagesthemen tat und wie ihm die Tagesthemen auch willig und unkritisch darin folgten und assistierten. Eine beliebte linke Argumentationslinie.

Diese steht hier allerdings auf sehr schwachen Füßen. Denn wenn „Rechtsextreme“ erst „wieder“ „seit der letzten Bundestagswahl“ im Deutschen Bundestag sitzen, dann können das nur diejenigen Parteien sein, die es zum ersten oder nach einer Pause zum wiederholten Male hinein geschafft haben. Das wären nur die FDP und die AfD. Da Böken von „rechtsextremen Abgeordneten“ sprach, hätte er sogar spitzfindig behaupten können, er habe irgendwelche Abgeordneten anderer Parteien gemeint, die nun zum ersten Male ins Parlament gezogen sind. Das alles wäre Kinderkram, wäre es nicht so verlogen und gegen eine einzige Partei gerichtet, die AfD. Jeder weiß natürlich, dass Böken nicht die FDP gemeint hat, nur beweisen lässt sich das vor der Schulbehörde oder vor Gericht nicht.

Die Tagesthemen, wären sie an Wahrheit und Aufrichtigkeit und an Transparenz interessiert, sie hätten den Schulleiter fragen können: „Welche Abgeordneten meinten sie denn? Halten Sie die AfD für rechtsextrem?“ So würden es kritische Journalisten tun, die Tagesthemen allerdings niemals. Es geht darum, die Lufthoheit über die Köpfe der Kinder zu verteidigen, mit allen Mitteln. Deshalb ein heuchlerischer Schulleiter, der den Ahnungslosen gibt, und dieser ARD-Beitrag, der ihm auf dieser Linie sklavisch unkritisch folgt. Damit bestätigen beide im Grunde, dass sie die Indoktrination fortgesetzt sehen wollen. Und dass die geplanten Meldeportale der AfD ihre volle Berechtigung haben.

Kontakt:

Uwe Böken, Schulleiter
Anita-Lichtenstein-Gesamtschule
Pestalozzistraße 27
52511 Geilenkirchen
Tel: 02451.9807-0
E-Mail: sl@alg-gk.de