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Venezuela: Auswärtiges Amt versagt bei Inhaftierung von Billy Six

Von JEFF WINSTON | Venezuela war und ist wie Kuba das sozialistische Shangri-La der deutschen Linken und der rot-grünen „Haltungsmedien“. Deshalb reagierten diese jahrelang mit Wegschauen, Beschönigen und euphemistischen Rechtfertigungen des Links-Regimes, das innerhalb von wenigen Jahren das erdölreichste Land Südamerikas in ein archaisches Rattenloch verwandelt hat – ein ideologisches Vorbild für Deutschland?

Bundestags-Linke gratulieren Diktator Maduro

Noch vor wenigen Monaten gratulierte Heike Hänsel, Fraktionsvize der Linken im Bundestag, dem sozialistischen Diktator Nicolás Maduro offiziell zum „demokratischen Wahlsieg“ und Prantls Lügdeutsche Zeitung erhob den ru(h)mreichen „Comandante Chávez“ immerhin zum „Star des linken Lateinamerika“. Ähnlich wie jahrzehntelang in Kuba verhungern dort derzeit viele Bürger – oder fliehen in die ebenfalls prekären Nachbarländer. Allein über 1.600.000 Menschen flohen in den letzten drei Jahren nach Kolumbien: Die „größte Flüchtlingswelle in der Geschichte Südamerikas“ ist das Resultat der neuen Steinzeit-Apologeten der Sozialistischen Internationalen!

In diesem linksversifften Traumland wurde der Berliner Kriegsberichterstatter Billy Six (32), ohne fundierte Anklage, ohne Zugang zu einem Anwalt, ohne Kontakt zur Außenwelt bereits am 17. November in ein Gefängnis der Geheimpolizei verschleppt. Six wurde in einem Strandhotel in Punto Fijo im Norden des Landes festgenommen und kurz darauf in die venezolanische Hauptstadt in ein Militärgefängnis verbracht. Fast alle deutsche Mainstreammedien, Heiko Maas’ Auswärtiges Amt, der gesamte diplomatische Dienst, die Bundesregierung und die deutsche Botschaft halten sich derzeit bedeckt.

Sie reagieren damit exakt konträr als im Fall des Deutschland-Hassers Deniz Yücel – denn Billy Six berichtete für die Freien Medien, auch für die bürgerlich-konservative „Junge Freiheit“ und das „Deutschland-Magazin“. Es scheint, bei der „Jungen Freiheit“ gibt es noch den mutigen Investigativjournalismus, der bei Spiegel und Konsorten zur medialen Staatspropaganda-Farce verkommen ist.

Six schrieb über die Zustände in Libyen, Syrien und seit 2017 aus Venezuela. Im Gegensatz zur lügenverseuchten Relotius-Presse war er allerdings tatsächlich vor Ort, suchte das Gespräch mit den Betroffenen und berichtete über deren wahre Lebensgeschichten und das Elend im real existierenden Sozialismus. Derzeit sitzt er seit 43 Tagen in einer Einzelzelle im berüchtigten Junta-Gefängnis El Helicoide in Caracas und leidet unter starkem Dengue-Fieber. Journalist Billy Six soll sich „der Spionage, Rebellion und Verletzung von Sicherheits­zonen schuldig“ gemacht haben, so die Vorwürfe der sozialistischen Schädlinge des eigenen Volkes.

Die WeLT berichtet über den Fall „Six“:

„Wer sich dieser Tage nach dem Schicksal des in Venezuela verschwundenen deutschen Staatsbürgers Billy Six erkundigen will, bekommt nur wenige gesicherte Informationen.

Eine Anfrage an das venezolanische Innenministerium? Wird nicht beantwortet. Den Versuch der Kontaktaufnahme mit der venezolanischen Botschaft in Berlin? Ignorieren die Diplomaten. Und auch das deutsche Auswärtige Amt antwortet nicht auf Fragen. Der Fall sei dort bekannt, heißt es schriftlich: „Die Botschaft in Caracas betreut ihn konsularisch.“ Darüber hinaus: eisernes Schweigen“. 

WeLT am Sonntag:

„Der ganze Fall ist eigenartig, und das gilt auch für Billy Six selbst, der in seinen 32 Lebensjahren schon mehr erlebt hat als zehn Durchschnittsdeutsche zusammen. Gemeinsam mit seinem Bruder Benno durchquerte er Afrika von Nord nach Süd, per Anhalter.

Auf dem Rückweg schürfte er Gold in Simbabwe. In Angola wurde er überfallen, später hielt man ihn für Jesus. Er war auch mal parteiloser Gemeinderat in Neuenhagen bei Berlin. Dann entschied er sich, Journalist zu werden. Immer wieder zog es ihn dorthin, wo es brannte. Soviel Zeit wie möglich vor Ort verbringen, mit den Einheimischen zusammenleben, das war sein Credo. Six war in Libyen, auf der Krim und campte in der Ukraine-Krise auf dem Maidan-Platz in Kiew.“

Sein Vater Edward Six, der sich gerade in Indien aufhält, fürchtet um das Leben seines Sohnes, der Tausende Kilometer entfernt in den Hungerstreik getreten ist. Sein Vater Edward sagt: „Mein Sohn ist nicht rechtskonservativ. Er würde auch überall anders publizieren – aber man lässt ihn nicht.“ Er erinnert daran, dass Billys Vorbild Peter Scholl-Labour sei. Auch der Doyen der deutschen Kriegsreporter wurde von den Vietcong vor Saigon gefangen genommen.

Schon im Frühjahr hatte Six über die katastrophale Wirtschaftslage in dem sozialistischen Staat berichtet, über Inflation, Korruption und die Massenflucht in die Nachbarstaaten. Schon damals war er vor Ort, viele Monate lang: „Venezuela, ein reiches Land am Abgrund – Links macht arm und unfrei“, lautete die Schlagzeile einer seiner Reportagen. Seine Eltern haben ihren Sohn seit drei Jahren nicht mehr gesehen. Vater Edward berichtete, sein Sohn sei dann noch mal ins Land gereist, um ein Buch zu schreiben und einen Film zu machen.

Carlos Correa, der Direktor der venezolanischen Menschenrechtsorganisation Espacio Público betont: „Es gibt keinerlei Beweise gegen Billy Six.“ Trotzdem spekulieren venezolanische Medien bereits über eine mögliche Freiheitsstrafe von 28 Jahren. Als Belege für Verbrechen des Deutschen führen die Juristen ein Foto an, das Six von Staatschef Nicolás Maduro aus einem öffentlich zugänglichen Bereich aus machte, sowie einen Bericht über die Rebellengruppe Farc. „Es kommt immer wieder vor, dass ausländische Journalisten festgenommen werden, weil die freie Presse behindert wird. Aber normalerweise werden sie nach kurzer Zeit wieder freigelassen“, sagt Menschenrechtler Correa: „Dieser Fall ist anders. Das sieht man schon daran, dass ein Militärgericht den Fall behandelt und kein normales Gericht. Dadurch hat Billy Six keinen Zugang zu einem privaten Anwalt.“

Deutsche Botschaft: Man mische sich „nicht in laufende Verfahren ein“

„El Helicoide“ ist das berüchtigte pyramidenförmige 100 Meter hohe Gebäude in Caracas, welches als Zentrale des venezolanischen Geheimdienstes „Servicio Bolivariano de Inteligencia Nacional“ dient – eine ehemalige Shopping-Mall aus wirtschaftlich besseren Zeiten im Stadtteil Roca Tarpeya.

Die Zustände dort sind katastrophal, in den letzten zwei Monaten sind mindestens zwei Häftlinge dort gestorben.

Six befindet sich nicht das erste Mal in einem Krisenstaat in Gefangenschaft. Schon 2012 wurde er in Syrien von Moslems verschleppt, landete schließlich in einem Geheimdienstgefängnis des Regimes in Damaskus und kam nach rund drei Monaten frei.

Edward Six:

„Billy hat wohl schlimmen Husten. Er denkt, das kommt vom Schimmel in seiner Zelle. Seinen Hungerstreik hat Billy am 22. Dezember vorerst bis Januar ausgesetzt. Er hofft bis dahin noch immer auf eine diplomatische Lösung. Über verschiedene Wege haben wir von ihm erfahren, daß eine Frau Hollstein vom venezolanischen MPPPRIJP-Ministerium (Justizministerium) für seinen Fall zuständig sein soll. Sie ist Juristin und spricht Englisch. Mehr wissen wir nicht“.

[..] Jetzt erklärte mir die zuständige Ansprechpartnerin in der Deutschen Botschaft in Caracas, „man mische sich nicht in laufende Verfahren ein“. Dabei gibt es doch noch gar kein Verfahren und keine Anklage. Sie könne nur eine konsularische Betreuung durchführen, sagte mir die Frau. Aber sie wolle sich informieren, was noch möglich sei und mir dies dann mitteilen. Das geschah bis heute nicht! Zwischendurch war unsere Kontaktperson im Urlaub. Davon erfuhren wir erst per Zufall von einem ihrer Kollegen per Mail“.

Absoluter Negativhöhepunkt der deutschen Botschaft

Sein Vater weiter:

Der absolute Negativhöhepunkt war jedoch ein anderer. Unsere Bitte an das Auswärtige Amt und an die Deutsche Botschaft, die dringend notwendigen Medikamente gegen das Dengue-Fieber für Billy zu besorgen und sie dann am Gefängnistor abzugeben, wurde schlicht abgelehnt. Das können sie nicht machen, hieß es. Dafür brauche es eine Genehmigung der venezolanischen Regierung. Aber wo bitte schön ist das Risiko, zum Gefängnis zu gehen und es nicht zumindest zu versuchen?“

 Ich erwarte eine klare Botschaft Deutschlands an die Regierung in Venezuela“, fordert Edward Six. Bislang verschicke das deutsche Konsulat eine „Verbalnote“ wöchentlich, „eine Art unverbindlichen Brief“. Ein Haftbesuch durch die deutsche Botschaft fand noch nicht statt, bestätigt auch das Auswärtige Amt. Informationen zu Six‘ Gesundheitszustand, den Vorwürfen, die ihm gemacht werden und der Frage, warum er offenbar keinen Anwalt bekommt, will der AA-Sprecher mit „Rücksicht auf die Persönlichkeitsrechte“ nicht geben. Weitere Forderungen zur Freilassung aus der willkürlichen Haft lehnen Maas’ Auswärtiges Amt und die deutsche Botschaft im „Sozialisten-Paradies“ Venezuela allerdings derzeit ab.

Weiterführende Links:

» Infos zur aktuellen Haftsituation von Billy Six
» #Freebilly-Motiv hier zum Download
» Petition für die Freilassung von Billy Six
» Neujahrsbotschaft von Markus Wagner (AfD-NRW) für Billy Six
» JF-Interview mit dem Vater von Billy Six
» NuoViso-TV: Billy Six – Journalist zweiter Klasse? (Video)
» Martin Sellner: Warum Billy Six noch in Haft ist (Video)