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Hamburg: Wütender Mob greift Retter der Feuerwehr an

Von JOHANNES DANIELS | Dramatischer Einsatz für die Einsatzkräfte der Feuerwehr im Hamburger Stadtteil Barmbek: Gegen 2.30 Uhr wurden am Barmbeker Markt acht deutsche Feuerwehrleute im Einsatz angegriffen, die in der Silvesternacht aufopferndes Zivilengagement zeigten. Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Tonndorf waren auf dem Rückweg von einem Einsatz, als sie auf dem Gehweg eine offensichtlich schwer verletzte Person liegen sahen. Der Verletzte wurde um 2.22 Uhr in der Shisha Bar „High Class“ mit einem Messer angegriffen. Das Messer-Opfer schleppte sich blutend ins Freie und wurde sogleich umzingelt von einer rund 20-köpfigen Gruppe, die immer aggressiver wurde. Die ehrenamtlichen Helfer wollten das Opfer zunächst erstversorgen, aber die „Gruppe aufgebrachter Personen“ hinderte sie untern dem Einsatz von Schlaggegenständen und wüsten Beleidigungen daran.

Erst eine mit Maschinenpistolen bewaffnete Polizeieinsatztruppe mit sieben Streifenwagen konnte die Lage zunächst beruhigen. Weitere herbei gerufene Rettungskräfte konnten dann das durch Messerstiche schwer verletzte Opfer versorgen und in ein Krankenhaus transportieren. Auch die Täter flüchteten wiederum in die „Shisha-Bar High Class“. Die Polizisten stürmten das Lokal mit Maschinenpistolen und kontrollierten alle anwesenden Gäste. Die Feststellung der Personalien sei jedoch ergebnislos geblieben, wie eine Polizeisprecherin am Neujahrstag erklärte. Auch konnte bisher nicht ermittelt werden, wer die Männer zum „Angriff auf das Feuerwehr-Auto“ (BILD) anstachelte.

Attacken auf Feuerwehr sind jetzt „Normalzustand“

„Die Polizei war zum Glück sehr schnell vor Ort“, betonte Feuerwehrsprecher Martin Schneider. Für viele Kollegen sei es inzwischen bereits der Normalzustand, „bei einem Einsatz von Dritten angegangen zu werden“. Zur Anzeige gebracht würden solche Vorfälle in der Regel aber nur, wenn körperliche Gewalt im Spiel sei. Für alles andere sei der Aufwand schlicht zu hoch.

Weiterer Schwerverletzter am S-Bahnhof Hammerbrook

Bei einer weiteren brutalen Auseinandersetzung in der Silvesternacht wurde ein Mann am Hamburger S-Bahnhof Hammerbrook mit einem Messer attackiert und schwer verletzt. Augenzeugen zufolge war es vorher zum Streit „zwischen mehreren Männern“ gekommen, sagte ein Sprecher der Polizei. Der Verletzte wurde in Begleitung eines Notarztes in ein Krankenhaus gebracht. Die genauen Hintergründe der Messerattacke an der S-Bahn-Station Hammerbrook sind noch genauso unklar, wie die Identitäten aller Beteiligten.

Der mittlerweile prekäre S-Bahnhof Hammerbrook wurde 2018 immer wieder zum Schauplatz  von „eskalierten Auseinandersetzungen“, im Mai wurde beispielsweise der gesamte S-Bahnbereich nach einem archaischen Disput mittels Teleskopschlagstöcken und Messer gesperrt. Gab es diese Art von eskalierenden Verbal-Desavouierungen auch schon vor dem „Großen Austausch“ der letzten Jahre?

Die Knaller von Berlin – 49 Übergriffe – Zwei Schwerverletzte nach Messerattacke

Auch in Berlin kam es zu den „üblichen Übergriffen“ auf Helfer: Die Berliner Feuerwehr hatte in der Silvesternacht 1385 Einsätze zu bewältigen. Unverändert sei die Aggressivität gegenüber Helfern: Laut Feuerwehr gab es 49 Übergriffe auf Feuerwehr, Sanitäter und Polizei, 33 davon mittels Pyrotechnik, hieß es in einer Randnotiz. Happy New Year, Berlin!

Am frühen Neujahrsmorgen sind in der Kulmer Straße in Berlin-Schöneberg zudem „ein Mann und eine Frau durch Messerstiche“ schwer verletzt worden. Es soll mindestens drei Festnahmen vor Ort gegeben haben. Ob die beiden Opfer sich kannten und gemeinsam unterwegs waren oder zufällig dem gleichen Täter begegneten, ist derzeit noch völlig unklar. Laut Zeugen soll es vor dem „versuchten Tötungsdelikt“ ebenfalls einen verbal eskalierenden Streit gegeben haben. Die Berliner Mordkommission ist nach B.Z.-Informationen zwar „involviert, hat aber die Ermittlungen noch nicht offiziell übernommen“.

Die intensivmedizinische Versorgung aller Verletzten geht übrigens zulasten der Beitragszahler und Steuerzahler, denn die Wenigsten dürften privatversichert sein oder ihre hinreichend gedeckte Kreditkarte bei der Einlieferung gezückt halten. Ein All-inclusive-Tag auf einer deutschen Intensivstation kostet durchschnittlich 8.000 Euro – ohne Nachversorgung und Rehakonten durch den deutschen Staat.