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Messer-Toter und Schwerverletzter in Hannover – Täter flüchtig

Von MAX THOMA | Das Phantom der Oper – wenige Tage nach dem ersten brutalen „Februar-Blutwochenende 2019“ (PI-NEWS berichtete ausführlich) ist bei „einem blutigen Streit“ in der Nacht zum Samstag ein 18-Jähriger mitten in der Innenstadt von Hannover erstochen worden. Das Opfer starb auf der Intensivstation, wie die Polizei mitteilte. Drei weitere junge Männer erlitten bei der Auseinandersetzung an der Staatsoper teils schwere Verletzungen.

„Zwei Gruppen“ – Opfer an der Oper

Nach ersten Erkenntnissen gerieten am Freitagabend „zwei Gruppen“ aneinander, erklärte ein Sprecher der Polizei. Bei der Tatwaffe handle es sich „vermutlich um ein Messer“. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen wegen eines Tötungsdelikts aufgenommen und sucht nun Zeugen. Der Auslöser der Auseinandersetzung ist noch unbekannt, es dürfte sich aber nicht um theaterkritische Meinungsverschiedenheiten zur dramatischen Inszenierung von Hector Berliozs Oper „Fausts Verdammnis“ (Werbung: Einmal zahlen und zweit in die Oper gehen …) gehandelt haben.

Demnach hatte sich eine „größere Personengruppe“ – darunter auch die vier späteren Opfer (18, 18, 18 und 23 Jahre alt) – gegen 22 Uhr an der Staatsoper aufgehalten. „Dort kamen zwei bisher unbekannte Männer dazu und stachen plötzlich mit spitzen Gegenständen auf die Opfer ein“, schreibt die Polizei Hannover.

Fausts Verdammnis

Die vier Männer versuchten vor ihren Angreifer zu fliehen. Hinter der Staatsoper ließen die Angreifer schließlich von ihren Opfern ab und flüchteten in unbekannte Richtung: „Rücktritt von der Tat“ wird es später heißen. Trotz sofortiger Fahndung mit zahlreichen Streifenwagen konnten die beiden Täter natürlich entkommen.

Rettungskräfte versorgten die Verletzten und brachten sie in Krankenhäuser. Der 18-Jährige verstarb trotz Notoperation im Klinikum. Ein weiterer 18-Jähriger schwebt zurzeit in Lebensgefahr.

Ein Polizeisprecher: „Nach ersten Erkenntnissen handelt es sich bei allen Opfern um Nicht-Deutsche“. Wohl auch bei der attackierenden Täter-Gruppe, ein fremdenfeidliches Motiv werde derzeit ausgeschlossen.

Beide Täter sind etwa 1,70 Meter groß und schlank. Einer hatte kurze Haare und trug dunkle Kleidung. Sein Komplize hatte längere, schwarze Haare, die zum Seitenscheitel gekämmt waren. Er war mit einem roten Hemd und einer blauen Jeans bekleidet.

Zeugen werden gebeten, Kontakt zur Kripo unter der Rufnummer 0511 109-5555 aufzunehmen.