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Warum sind die moslemischen Saudis eigentlich die Guten?

Von KEWIL | Während der Iran in der „Achse des Bösen“ sitzen bleiben muss, zählt Saudi-Arabien für die US-Regierung und ein paar andere seit geraumer Zeit offenbar zu den lieben Freunden. Das Foto zeigt Präsident Trump vor zwei Jahren beim Schwertertanz in Riad. Warum, das ist längst klar: Business!

Damals wurden den Saudis für 110 Milliarden Dollar Panzer, Kampfschiffe, Raketenabwehrsysteme und andere Waffentechnik verkauft, bis zu 350 weitere Milliarden über die kommenden zehn Jahre wurden vereinbart. Dazu ging es natürlich um Öl, auch für viele Milliarden Dollar.

Solche Geschäfte begründen einfach eine „Freundschaft“, und man vergisst dann schnell, dass 15 der 19 islamischen Attentäter von 9/11 und Bin Laden und die Al-Qaida aus Saudi-Arabien stammten, wobei bis heute nicht geklärt ist, ob die damalige saudische Regierung beim World Trade Center mitgemischt hat.

Bis heute aber zählen die strengen Sunniten in Mekka zu den eifrigsten Anhängern des Islam, der Wahhabismus ist präsent, die Religionspolizei mächtig, und die Saudis sehen sich sowieso als Zentrum des Islams für die Mohammedaner der ganzen Welt, aber nicht für die bösen Schiiten.

Darum finanzieren die Saudis von Afrika bis Südostasien und auf dem Balkan salafistische Moscheen, Schulen und Prediger, die alles andere als Toleranz predigen. Eher geht es um Hass auf Andersgläubige und Intoleranz bis hin zum Mord. Auch in Deutschland fielen die Saudis schon negativ auf, so hat PI-NEWS in den letzten Jahren mehrmals aus Bonn von Schwierigkeiten mit saudischen Institutionen berichtet. Geld für die islamische Indoktrination an Medresen und Akademien und den Moscheebau weltweit ist genug da.

Sollen das unsere neuen Freunde sein oder werden, während dem schiitischen Iran der Krieg droht? Wie steht es überhaupt mit den Freunden und Verbündeten der Saudis?

Die engsten Verbündeten der Saudis sind Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate, ihre Partner in der feindlichen Blockade gegen Katar. Oman, Maskat und Kuweit geht die Härte gegen den Iran etwas zu weit, sie sind nicht so scharf auf einen Krieg. Und im blutigen jemenitischen Bürgerkrieg haben die Saudis sich natürlich viele Todfeinde herbeigebombt.

Jordanien zählt sicher nicht zu den Feinden Saudi-Arabiens, ist aber gegenüber dem saudischen Kronprinzen ziemlich misstrauisch, dem man geheime Geschäfte und politische Abmachungen betreffs Jerusalem mit der Trump-Regierung zutraut.

Der Irak, auch die Schiiten dort, werden von Saudi-Arabien wohl auch auf Druck Washingtons, finanziell schwer gepampert, so hat man Bagdad das größte Fußballstadion der Welt versprochen.

Das Sisi-Regime in Ägypten erhält von den Saudis viele Milliarden Dollar  zum Leben und Überleben und zählt zu den Freunden, beim ägyptischen Volk sind die Saudis aber keineswegs populär. Die ägyptische Einmischung in Libyen wird von Riad unterstützt.

Tief besorgt ist Riad über die neuen Volksbewegungen im Sudan und in Algerien. Alles ist unsicher, und keiner weiß, was kommt. Und Marokko scheint sich eher von den Saudis distanzieren zu wollen, auch wegen dem Kashoggi-Mord, so fuhr Kronprinz Salman jetzt nicht in seinen üblichen Urlaub in Marokko.

Und Erdogan liegt mit den Saudis im Streit, die Türkei sah sich selbst als Führerin aller Moslems. Da stören Konkurrenten nur. Weiter entfernte große mohammedanische Staaten wie Pakistan, Bangladesch und Indonesien sehen die Wüstensöhne Arabiens trotz Mekka natürlich auch nicht als ihre Anführer.

So bleibt ein ziemlich gemischtes Bild, was Kronprinz Salman angeht. Er wird im Falle eines angezettelten US-Krieges gegen den Iran sicher tief in die Tasche greifen und Geld lockermachen, aber eine militärische Hilfe ist er nicht.

PS: Europa spielt übrigens eine erbärmliche Rolle. Es darf und kann an die Saudis und an den Iran (und Russland) nichts verkaufen oder importieren und muss als Hampelmann nach der Pfeife Trumps tanzen.

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