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Die aktuelle Rolle des NDR im Schlepperwesen

Am Donnerstag ist die Sea-Watch 3 in italienische Hoheitsgewässer eingedrungen, entgegen einem ausdrücklichen Verbot der Regierung des Landes. Die deutsche Berufsschlepperin Carola Rackete, mittlerweile in italienischer Haft, hatte „42 aus Seenot gerettete Flüchtlinge“ vor der libyschen Küste aufgenommen, um sich damit vor der Welt als edle Retterin in Szene zu setzen. Dazu brauchte sie einen (oder keinen?) Zielhafen, den ihr bis dahin alle europäischen Länder verweigert hatten.  Alle, nicht nur das gescholtene Italien.

Mit großer Pose verkündete sie deshalb am 27. Juni vor laufender Kamera (0:21 min), dass sie in den Hafen von Lampedusa einfahren werde: “I will proceed into the port. Be informed! I will proceed into the port. Over.“

So wie man das eben macht, wenn man eine Edle aus Deutschland ist, die der Welt zum Vorbild dienen will. Die Kameras für die Show stellte der NDR zur Verfügung, der mit zwei Journalisten auf der Seawatch „embedded“ war. Warum eigentlich und seit wann? Nur zwei von mehreren Fragen, die sich dem kritischen Beobachter stellen. Das hatten die NDR-Journalisten von der Sea-Watch vor dem Einlaufen in den italienischen Hafen berichtet:

Jonas Schreieck:

Nachdem Bilder den bedauernswerten Zustand der armen „Flüchtlinge“ gezeigt haben (0:33 min) sagt Schreieck, dass die Stimmung angespannt wäre, dass das nahe Lampedusa, „nur einen Katzensprung entfernt“, „für die Geretteten ein Hoffnungsschimmer war“, aber dass nun die Polizei an Bord komme. Anschließend ergänzt der Moderator der Sendung, dass der italienische Innenminister als „lautstarker Rechtspopulist bekannt“ sei und eine Wutrede hielt.

An Bord der Sea-Watch 3: NDR-Reporter Jonas Schreieck.

Nadia Kailouili im Video vom 27.06.2019 (ab 0:31 min):

„Ja, die Kapitänin ist gestern in die Territorialgewässer Italiens reingefahren. Seit über 15 Tagen hat sie nun gerettete Menschen an Bord und hat seitdem keine Zusage eines europäischen Hafens bekommen, die Menschen in Sicherheit zu bringen.“ Kailouili schildert weiter den Kontakt mit den italienischen Behörden wie auch den bedauernswerten Zustand der armen „Flüchtlinge“.

Nadia Kailouli berichtet am 27. Juni von Bord der Sea-Watch 3 für die Tagesschau.

Wie man sieht, Hofberichtserstattung im Sinne der Merkelschen Staatsdoktrin, keine kritischen Fragen. Die hätten wir von PI-NEWS als Non-Mainstream-Nachrichtenblog allerdings gerne gestellt und gerne auch Antworten darauf bekommen:

  1. Seit wann sind die Journalisten des NDR auf der Sea-Watch? Für wie lange wurde der Aufenthalt ins Auge gefasst, wie lange war er tatsächlich?
  2. Sind / waren sie nur zu zweit dort oder mit weiteren Mitarbeitern (Kamera, Ton) an Bord? Wie viele insgesamt?
  3. Was war der Anlass für die NDR-Mitarbeiter, an Bord zu gehen?
  4. Wurden die näheren Umstände der „Rettung“ hinterfragt (Position des havarierten Bootes, warum es seeuntüchtig wurde, Zusammenarbeit der Sea-Watch mit der Schlepper-Mafia)? Wenn ja: Wann wird darüber berichtet?
  5. Ist /war dem NDR bekannt, dass Innenminister Salvini die Flüchtlinge vermutlich sofort an Land gelassen hätte, wenn andere europäische Länder sich zur Aufnahme bereit erklärt hätten?
  6. Wie sind die NDR-Journalisten an Bord gekommen (Hubschrauber, Schiff)?
  7. Was hat der Transfer des NDR-Teams nach Italien und von dort aufs Schiff wie auch der gesamte Aufenthalt gekostet (ungefähre Angabe)?

Wir bitten den NDR freundlich, uns diese Fragen zu beantworten. Die Antwort werden wir, wie bei uns üblich, unverändert und ungekürzt veröffentlichen. Da wir aber wissen, dass Transparenz und Offenheit nun gerade nicht die Stärke des NDR sind, erwarten wir eher, dass der NDR uns nicht antworten wird. Von diesem Artikel weiß der Sender natürlich, denn die Mitarbeiter lesen regelmäßig bei uns mit. Außerdem haben wir mit Erscheinen dieses Artikels auch eine Mail mit dem Link an den NDR geschickt.

Darüber hinaus möchten wir unsere Leser bitten, einzelne der genannten Fragen leicht abgeändert an den NDR zu richten. Sollten Sie eine Antwort erhalten, werden wir sie sehr gerne auf PI-NEWS veröffentlichen.

Kontakt zum NDR

Lutz Marmor.

Norddeutscher Rundfunk
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