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Finanzcrash – Die Zeitbombe tickt (2)

Von EUGEN PRINZ | Im ersten Teil dieses Artikels [1] wurde dargestellt, dass das Euro-Finanzsystem im Grunde genommen ein todkranker Patient ist, der auf der Intensivstation liegt und von den lebensverlängernden Maßnahmen der Europäischen Zentralbank am Sterben gehindert wird. Noch. Im diesem, dem zweiten Teil des Artikels, sehen wir uns weitere mögliche Auslöser eines Zusammenbruch des Euro-Finanzsystems an und stellen uns die Frage, wann dieser Zeitpunkt kommen wird. Der dritte und letzte Teil wird Sie über die darüber informieren, wie Sie ihr Vermögen so gut wie möglich vor dem was kommen wird, schützen können.

Target2 – der Turbolader für einen kommenden Finanzcrash

Eine Rezession ist schon lange überfällig. Sie beginnt sich bereits durch dunkle Wolken am Konjunkturhintergrund abzuzeichnen. Man muss davon ausgehen, dass diese die gesamte Eurozone und insbesondere die wirtschaftlich schwächeren Länder oder jene mit hoher Staatsverschuldung besonders hart treffen wird. Damit sind wir bei Italien und Target2 [2], dem über die Europäische Zentralbank laufenden Zahlungssystem, mit dem die Zentralbanken der Euro Staaten untereinander abrechnen. Näheres darüber erfahren Sie hier [2].

Italien hat 474 Milliarden Euro Target2-Schulden, der Löwenanteil davon betrifft Deutschland. Spanien ist mit 401 Milliarden Euro dabei. Deutschland hingegen hat knapp 1 Billion Euro Forderungen [3] an die Euro-Mitgliedsstaaten aus diesen Verrechnungssystem. Gehen Hochschuldnerstaaten wie Italien oder Spanien in Konkurs, bringen sie über Target2 Deutschland und wahrscheinlich auch den Rest Europas in massive Schwierigkeiten. Dann ist der Euro Geschichte und mit hoher Wahrscheinlichkeit das angesparte Geld inklusive aller Lebens- und Rentenversicherungen ebenfalls.

Gefahrenquelle Aktienmarkt

Auch vom Aktienmarkt können die nötigen Impulse für den Zusammenbruch des Finanzsystems kommen. Der Grund, warum wir trotz der Politik des billigen Geldes noch keine höhere Inflationsrate haben ist, dass dieses hauptsächlich in den Aktienmarkt geflossen ist. Der DAX kennt seit Jahren nur noch eine Richtung: Nach oben. Hier stellt sich die Frage, ob die Aktienkurse tatsächlich noch den inneren Wert der Unternehmen wiederspiegeln oder ob sich bereits eine Blase gebildet hat. Da mittlerweile ein großer Teil des Aktienhandels automatisiert und innerhalb von Sekundenbruchteilen bei Erreichen bestimmter Kurswerte durchgeführt wird, kann es hier ohne menschliches Zutun plötzlich zu einer immensen Talfahrt kommen, die letztendlich einen Aktiencrash auslöst. Crashen die Aktien, dann crashen die Banken und Versicherungen und als nächstes das System, da bei der Beinahe-Kernschmelze in 2008 ff. alles Pulver verschossen wurde. Beim nächsten Mal bleibt nur noch der Zusammenbruch oder die rigorose Enteignung des Sparvermögens der Bürger mit der Begründung: „Entweder ihr verliert das meiste oder ihr verliert alles“.

Die Schwächung des Wirtschaftsstandorts Deutschland

Vertrauen ist im Finanzsektor eines der wichtigsten Güter. Ist das Vertrauen weg, flieht das Kapital. Deutschland genießt als Wirtschaftsstandort und Exportriese ein hohes Ansehen bei den Märkten und den Rating Agenturen. Aber wie lange wird das noch so sein? Da ist zum einen der Fachkräftemangel. Für die Betriebe wird es immer schwieriger, geeignetes Personal zu finden. Im Handel müssen bereits Filialen geschlossen werden, weil sich nicht genügend Verkäuferinnen  finden. Viele tüchtige und gut ausgebildete junge Leute verlassen Deutschland auf Nimmerwiedersehen, weil sie anderswo lukrativere Jobangebote bekommen oder schlicht in diesem Land keine Zukunft mehr für sich und ihre Kinder sehen. Im Austausch kommen Millionen von Zuwanderern mit keiner oder nur niedriger Qualifikation, die an unserem hochentwickelten Wirtschaftsstandort kaum nachgefragt wird. Die Guten gehen, weniger Gute kommen. Für diesen Vorgang haben die Amerikaner den Ausdruck „brain drain“ (wörtlich übersetzt: Hirnabfluss) geprägt. Ohne Spitzenkräfte keine Innovation, ohne Fachkräfte keine Produktion und ohne Produktion kein Umsatz.

Das nächste ist die Infrastruktur. Der Nachholbedarf bei der Sanierung der Verkehrswege ist immens, ihr Zustand teilweise erbärmlich. Von der digitalen Infrastruktur ganz zu schweigen. Hier als Beispiel der Anteil von Glasfaseranschlüssen in ausgewählten Ländern der OECD:

[4]Die Grafik spricht für sich. Mit den Mobilfunknetz sieht es auch nicht besser aus.

Der nächste Punkt ist die Stromversorgung. Mit der von unserer hochgeschätzten Kanzlerin im Hau-Ruck-Verfahren völlig ohne Plan durchgezogenen Energiewende hat sich Deutschland aus der Versorgungssicherheit verabschiedet. Aus preisgünstigem, umweltfreundlichem Atomstrom wurde sündhaft teurer Zappelstrom aus windgetriebenen Vogel-Schreddern und Schönwetter-Anlagen, die keine Nachtschicht machen. Von dem für diese Art der Energieerzeugung nicht ausgelegten Stromnetz wollen wir gar nicht reden.

Im vergangenen Monat (Juni 2019) wurde an einigen Tagen mehr Strom benötigt, als zur Verfügung stand [5]. Andere europäische Länder mussten Deutschland zu Hilfe kommen, sonst wären bei uns die Lichter ausgegangen. Immer wieder muss auch bei einem drohenden Blackout durch Netzüberlastung energie-intensiven Großbetrieben der Strom abgeschaltet werden, bis die Gefahr vorüber ist. Und das Ende der Fahnenstange ist bei diesem Murks noch lange nicht erreicht.

Nachdem die Poltik die Stromerzeuger, die jetzt nur noch ein Schatten ihres früheren Selbst sind, fertig gemacht hat, kommt jetzt die Automobilindustrie dran. Ihr Geschäftsmodell „Diesel-PKW“ wurde schon abgewrackt. Wäre doch gelacht, wenn wir mit dem Benziner nicht auch noch fertig würden, oder? Bis die Politik gemerkt hat, dass die E-Mobilität aus tausenderlei Gründen nicht funktionieren wird, hat die Autoindustrie fertig und die Zulieferer schon zweimal. Dem Vernehmen nach sieht es bei denen jetzt schon nicht mehr rosig aus.

Auf welche lustigen, wirtschaftsschädlichen Ideen die Deutschland-Abwracker in Berlin und anderswo hinsichtlich des CO2 noch kommen werden, bleibt abzuwarten.

Donald Trump

Der US-Präsident ist mit seiner „America first“ Politik ebenfalls eine latente Gefahr für die deutsche Wirtschaft. Seine äußerst negative Einstellung gegenüber dem deutschen Außenhandelsüberschuss ist bekannt. Zudem, sollte er gegen den Iran in den Krieg ziehen, werden die Risiken für die Weltwirtschaft unkalkulierbar.

Wann kommt der Finanzcrash?

Diese Frage ist seriös nicht zu beantworten. Wer hätte in den Jahren 2008 ff. daran geglaubt, dass wir in 2019 immer noch den Euro haben? Damals war jedem klar, dass sämtliche aufgelegten Rettungsschirme im Ernstfall nicht ausreichen würden. Doch dann kam Mario Draghi und sprach die alles entscheidenden Sätze:

But there is another message I want to tell you. Within our mandate, the ECB is ready to do whatever it takes to preserve the euro. And believe me, it will be enough.

(„Aber da ist noch eine andere Botschaft, die ich Ihnen mitteilen möchte. Innerhalb unseres Mandates, ist die EZB bereit, alles zu tun was immer auch nötig ist, um den Euro zu erhalten. Und glauben Sie mir, das wird genug sein.“)

Oder einfacher gesagt: „Alles Geld, das wir zur Euro-Rettung brauchen, wird gedruckt.“ Anleihenkaufprogramm nennt sich das. Zudem gibt es Geld für null Prozent Zinsen. Damit hatte Draghi all´ jenen, die auf ein Ende des Euros spekulierten, die Luft rausgelassen und die Märkte beruhigt, und das bis heute. Das kann jedoch nur solange funktionieren, solange das Vertrauen in die Stärke des wirtschaftlich leistungsfähigsten Euro-Staates gegeben ist.

Aber diese neigt sich ihrem Ende zu, wie Sie im dritten und letzten Teil der Artikelserie erfahren werden. Zudem stellen wir Möglichkeiten vor, wie Sie Ihr Vermögen beim  Zusammenbruch des Euro-Finanzsystems in die Zeit des Neubeginns hinüberretten können.


[6]
Eugen Prinz im Mai 2019 auf dem Kongress der Neuen Medien in Berlin.

Eugen Prinz [7] kommt aus Bayern und schreibt seit Herbst 2017 unter diesem Pseudonym für PI-NEWS. Der Fachbuchautor und Journalist ist dem traditionellen bürgerlichen Konservatismus zuzurechnen. Dem politischen Journalismus widmet er sich, entsetzt über die chaotische Massenzuwanderung, seit 2015. Erreichbar ist Eugen Prinz über seine Facebook-Seite [8] oder Twitter. [9]

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