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GB: Boris Johnson wird neuer Premier

Boris Johnson, der ehemalige Bürgermeister von London, wird der neue Premierminister Großbritanniens und tritt damit die Nachfolge der am Brexit gescheiterten Theresa May an. Mit rund 66 Prozent der Stimmen [1] siegte er deutlich vor seinem Kontrahenten Jeremy Hunt, der nur 46.656 der etwa 160.000 Tory-Mitglieder für sich gewinnen konnte.

Der, ähnlich wie Donald Trump, eher wenig diplomatische und der political correctness abgeneigte Johnson wird vermutlich ziemlich frischen Wind in die englische Politik bringen und wohl, wie auch schon in seiner Zeit als Bürgermeister von London, immer wieder durch unkonventionelle Entscheidungen und Aktionen auffallen.

Zu seinen ersten und wichtigsten Aufgaben aber wird es gehören, den Brexit über die Bühne zu bringen. Das hat der gebürtige US-Amerikaner und Brexit-Hardliner auch vor. „Wir werden den Brexit am 31. Oktober erledigt haben“, erklärte Johnson unmittelbar nach Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses. Dass er das zur Not auch ohne Deal durchziehen wolle, hatte er schon vor der Wahl verlauten lassen. Er wolle Freundschaft mit Europa aber auch demokratische Selbstbestimmung.

Theresa May, der Johnson mit seinem harten Brexit-Kurs während ihrer Amtszeit das Leben nicht gerade erleichtert hatte, gratulierte nach der Wahl und sagte ihrem Nachfolger „volle Unterstützung“ zu.

Auch Donald Trump gratulierte [2] mit den Worten: „He will be great!“

[3]

Der politische Gegner, Labour-Chef Jeremy Corbyn, findet das alles gar nicht so großartig, er scharrt mit den Hufen und forderte umgehend Neuwahlen. Johnson habe nicht das Land hinter sich gebracht, so Corbyn.

Heute trifft Johnson aber zuallererst einmal auf die Königin. Da der neue Premier, ähnlich wie Queen Elizabeths Gatte Philip, der Duke of Edinburgh, dazu neigt in gesellschaftliche Fettnäpfchen zu treten, was beiden Herren vermutlich ähnlich viel Spaß macht, wird sie mit seiner nonkonformistischen Art wohl vertraut sein.

[4]Johnson nannte nicht nur in einem Gedichtwettbewerb [5], den die britische Zeitschrift „The Spectator“ anlässlich der Böhmermannaffäre [6] ausgeschrieben hatte, den türkischen Präsidenten Erdogan einen Wichser, sondern hielt auch schon mal in einem Sikh-Tempel eine Rede über Whisky-Exporte nach Indien.

Mit seinem Limerick über „Erdogan den Wichser“ belegte Johnson übrigens den ersten Platz.

Deal- oder No-Deal-Brexit – so oder so – eines ist sicher, Johnson wird immer wieder für heftiges Rauschen im linken Blätterwald sorgen.

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