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Herr Postbote, mit Verlaub: Du bist ein Arschloch!

Von PETER BARTELS | Und wenn man denkt, es geht nicht mehr … kommt irgendwo ein Irrer her! Name: Franz Josef Wagner. Beruf: Postbote. Zustellbezirk: Kuckucksnest Deutschland. Empfänger: Schalke-Manager. Ein „Rassist“ …

Clemens Tönnies (63) hat letzten Donnerstag in Paderborn zum „Tag des Handwerks“ in einer launigen Rede die Steuererhöhungen im Kampf gegen den Klimawandel kritisiert (PI-NEWS berichtete). Stattdessen solle man jährlich 20 Kraftwerke in Afrika finanzieren: „Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn‘s dunkel ist, Kinder zu produzieren.“

Grappa-Grufti Franz Josef Wagner (76) keift heute in BILD dazu, offenbar in einem Anfall seniler Entzugserscheinungen:

„Wahrscheinlich würden Sie am liebsten im Boden versinken – oder sich wie ein kleines Kind verstecken. Das Problem ist, dass Sie kein kleines Kind sind, dem man am Ende verzeiht.“

Und brabbelt weiter, wie steinalte Männer eben zuweilen brabbeln, wenn die Kukident-Kauleisten wieder mal klemmen:

„Sie sind 63. Einer der größten Fleischmogule Europas, 16.000 Mitarbeiter, 6,65 Milliarden Umsatz. Ihr Privatvermögen wurde auf 1,3 Milliarden geschätzt. Sie sind außerdem der Chef von Schalke, dem legendären Fußballverein … Sie haben rassistische Sätze gesagt, die ich vielleicht einem Besoffenen nachsehen würde. Ihnen sehe ich das nicht nach …“

Wieviele Idioten gibt es in Deutschland?

Dann die Conclusio eines Hemingway-Kopierers, der mal zufällig im gleichen Pariser Straßen-Bistro saß wie der legendäre Kommunist Jean-Paul Sartre, aber nie verwunden hat, dass er nur von einem Regenbogen-Verlag in Hamburg den Goldenen Griffel verliehen bekam, nie den Hemingway-Preis, wie andere Schreiberlinge:

„Was für Gedanken sind in Clemens Tönnies? Afrikaner, die nur im Dunkeln Kinder machen? Es ist zu einfach, zu sagen, was für ein Idiot. Wie viel Idioten gibt es in Deutschland, die so denken…Herzlichst, Ihr F. J. Wagner“

Von Greis zu Greis: „Herr Postbote, mit Verlaub, Du bist ein Arschloch!“ … Und hätte der Ur-GRÜNE Bullen-Treter Joschka Fischer (71) am 8. Februar 1984 diesen laut ZDF „Unvergessenen Zwischenruf“ im Bundestag an Bundestagsvizepräsident Richard Stücklen („Herr Präsident, mit Verlaub, Sie sind ein Arschloch“) nicht gesagt: Unsereiner hätte ihn heute erfinden müssen …

Der kann nicht mal seinen Hund führen …

Freilich könnte man die Sache mit Goethe abtun … Zumal es ja hier, wie der legendäre Paul Sahner (Gott hab ihn selig!) einst so treffend formulierte, um „Gossen-Goethe“ Wagner geht. Der wahre Olympier der deutschen Dichtkunst: „Schlag ihn tot den Hund! Er ist ein Rezensent“. Und – leider, wieder nicht unsereiner, wieder Paule Sahner, dereinst BUNTE: „Wie kann der eine Redaktion führen? Der kann ja nicht mal seinen eigenen Hund Gassi führen!“

As times goes by … lassen wir das auf sich beruhen. Denn natürlich schreibt Postbote Wagner für Flaschenpfand; auch Journalisten, die sich mal einen goldenen Arsch verdienten (und verjubelten, weil sie ja „unsterblich“ waren), nagen „danach“ am kargen Knochen des rauhen Renten-Reservates … Trotz Presse-Versorgungswerk … Obwohl einer wie Ferency ihnen jeden Buchstaben-Schrott versilberte und vergoldete.

Grappa war sein letztes Wort …

Aber wenn sich einer zum Jäger der verlorenen Vernunft, zum Gedanken-KZ-Wächter und zu McCarthy hergibt, der halb Amerika in die Steinzeit verhörte (inkl. Hollywood) ist er mehr als SED, mehr als Nazi. Er ist einfach erbärmlich. Und wenn sein Almosen-Spender BILD den kümmerlichen Rest von weniger als einer Million seiner einst fünf Millionen Leser/Käufer von einem Waterboarding zur nächsten peinlichen Befragung quält, ist es die Jauchegrube, in die Friede Springers vergottete Angela BILD und Deutschland getunkt hat.

Wenn aber einer wie Wagner zum Mitläufer wird, nur weil er den Flaschenpfand braucht, ist das nur noch traurig. So what: Grappa war sein letztes Wort, dann trug ihn Friedes Angela fort … Trost für die Letzten mit gesundem Menschenverstand, die Chestertons & Matusseks: Was kümmert den Leser, der längst weg ist, das saudumme Geschwätz eines Postboten? Nichts. Gar nichts …

Post scriptum

BILD, der schlimmste STÜRMER aller Zeiten, hechelt schon geifernd: „Schmeißt Schalke Tönnies raus?“ Und der Gejagte kriecht folgsam: „Es war töricht, eine Eselei, die ich wieder gut machen will.“

Die allerbeste Wiedergutmachung, Herr Milliardär: Sag’s noch mal! … Alles!! … Lauter!!!


Ex-BILD-Chef Peter Bartels.
Ex-BILD-Chef Peter Bartels.

PI-NEWS-Autor Peter Bartels war zusammen mit Hans-Hermann Tiedje zwischen 1989 und 1991 BILD-Chefredakteur. Davor war er daselbst über 17 Jahre Polizeireporter, Ressortleiter Unterhaltung, stellv. Chefredakteur, im “Sabbatjahr” entwickelte er als Chefredakteur ein TV- und ein Medizin-Magazin, löste dann Claus Jacobi als BILD-Chef ab; Schlagzeile nach dem Mauerfall: “Guten Morgen, Deutschland!”. Unter “Rambo” Tiedje und “Django” Bartels erreichte das Blatt eine Auflage von über fünf Millionen. Danach CR BURDA (SUPER-Zeitung), BAUER (REVUE), Familia Press, Wien (Täglich Alles). In seinem Buch “Die Wahrheit über den Niedergang einer großen Zeitung” (hier bestellen!) beschreibt Bartels, warum BILD bis 2016 rund 3,5 Mio seiner täglichen Käufer verlor; inzwischen mehr als 4 Mio. Bartels ist zu erreichen über FB und seinen Blog bartels-news.de.