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Tagesschau-Soap Opera: Ein Syrer „haben Angst“

Hussein Mohammed aus Syrien ist ein guter Vater. Wenn er mit seinen zwei Söhnen zum Tischtennis-Match in den Park geht, dann lobt und ermutigt er sie mit erhobenem Daumen oder zeigt auch schon mal, in welche Richtung der Tischtennisball fliegen soll (min. 0:51 bis 1:19).

Seine Frau schaut der Erziehungsarbeit ihres Mannes dabei ungerührt zu und verfolgt das Geschehen passiv im Sitzen von der Seitenlinie aus.

Sie scheint schwer beeindruckt von den pädagogischen Fähigkeiten ihres Mannes, die sie in den letzten Jahren nicht kannte, weil er nicht da war, als sie allein mit den Jungen in Syrien blieb.

Doch seit wenigen Monaten ist das stille Familienglück durch den Familiennachzug von Mama und Söhnen („nach Deutschland“) möglich geworden, wie uns die 16 Uhr -Tagesschau vom 1.8. [1] verrät:

Ein Tischtennis-Match im Park. Für Hussein Mohammed aus Syrien ist das mit seinen Söhnen erst seit ein paar Monaten wieder möglich. Schon seit 2015 lebt er als Flüchtling mit eingeschränktem Schutzstatus in Deutschland, seine Familie konnte er aber lange nicht nachholen.

 [Hussein Mohammed:]  Sie blieben über drei Jahre alleine in Syrien, ungefähr vier Jahre. Immer haben Angst. Das ist schwer.

Sie immer haben Angst oder ich immer haben Angst? Wahrscheinlich beides. Da fragt man sich allerdings, fragt sich Frau Mohammed und fragen sich wohl auch die Kinder, warum der liebevolle pädagogische Vater sich aus Syrien verdrückt hat ohne seine Familie mitzunehmen, aus dem angeblichen Gefahrengebiet, von wegen „immer haben Angst“.

[2]Wenn es wirklich gefährlich war, dann hätte er seine Familie mitnehmen müssen, mindestens in den Libanon oder in die Türkei oder in einen weniger umkämpften Teil Syriens. Das Geld, das für eine Person „nach Deutschland“ reichte, hätte sicher ausgereicht um die Familie in einem dieser Gebiete in Sicherheit unterzubringen.

Allerdings: Ohne das deutsche All-inclusive-Paket mit Taschengeld auch für Papa und Mama. Und auch ohne von den deutschen  Hauptnachrichten, der Tagesschau, als Familienheld und Pädagogik-Talent gefeiert zu werden. Hierzulande fragt man eben keinen Syrer, warum der seine Familie allein zurückgelassen hat.

Immer haben Angst: Kriegen deutsches Taschengeld oder nicht? War es das?

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