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Inflationäre Morddrohungen sollen der AfD in die Schuhe geschoben werden

Von LUPO | Knapp eine Woche vor der Landtagswahl in Thüringen haben dort Morddrohungen einen inflationären Höhepunkt erreicht. In der Berichterstattung darüber gibt es allerdings feine Unterschiede.

Morddrohungen und Anschläge gegen AfD-Politiker und deren Partei-Eigentum finden journalistischen Niederschlag höchstens in regionalen Medien. Bei Morddrohungen gegen grüne, linke und schwarze Politiker steigt der mediale Mainstream bundesweit groß ein.

Es geht auf der Zielgeraden in Thüringen offensichtlich nicht mehr um politische Inhalte, sondern darum, wer am häufigsten und brutalsten mit Worten an Leib und Leben bedroht wird und wem es am besten gelingt, dies unters Volk zu bringen. Am Sonntag traf es erneut den schwarzen Herausforderer von der CDU, Mike Mohring.

Der Droh-Text war ziemlich dümmlich abgefasst, alleine was Rechtschreibung, Inhalt und Ausdruck betrifft. Die Drohung ging dem CDU-Spitzenmann per E-Mail zu, was auch nicht gerade für die digitale Intelligenz des Absenders namens „Staatsstreichorchester“ spricht, bedenkt man, welche technischen Möglichkeiten der Enttarnung den thüringischen Schlapphüten zur Verfügung stehen.

Dennoch war sich Mohring nicht zu schade, den Text öffentlich zu kommentieren. Es sei kein Platz für Hass, Hetze und Gewalt. Natürlich wusste Mohring auch gleich, wer da von ihm forderte, den Wahlkampf bis Sonntagmittag, 12 Uhr, einzustellen, andernfalls er „abgestochen“ werde wie die Kölner Oberbürgermeisterin Reker. Es waren es Rechtsextremisten, teilte er per Twitter-Video mit:

Woher Mohring sein Wissen über die Tätereinordnung hat, bleibt sein Geheimnis. Wer seinen Schwachsinn mit „Sieg Heil und Heil Hitler“ zeichnet und sich sogar als Rechtsextremist outet, muss eben logischerweise ein Rechtsradikaler sein. Auch wenn bekannt ist, dass – wie in Chemnitz – schon mal ein Agent provocateur von der Antifa die Hand zum Gruß hebt und die ARD dies noch in der vergangenen Woche der AfD anlasten wollte.

Hass, Hetze, Morddrohungen, Rechtsextremismus, AfD – das sind die Vokabeln, die sich in die Köpfe der thüringischen Wähler eingraben sollen. Auch wenn Mohring die AfD nicht namentlich nennt, so ist es doch die unausgesprochene Causalkette, die dem Wähler ins Hirn geklopft werden soll. Wer jetzt dennoch AfD wählt, macht sich mitschuldig, lautet die versteckte Botschaft. Ein Fressen für die überregionalen Medien, die – wie die Zeit – gegen Ende des Wahlkampfes noch mal groß einsteigen. Erst am Freitag war der grüne Bundesvorsitzende Robert Habeck mit Mord bedroht worden. Auch der grüne Spitzenkandidat Dirk Adams soll eine Morddrohung erhalten haben.

Zeit, Tagesspiegel, Stern, Bild, Focus – um nur einige zu nennen – posaunten die undurchsichtige Nachricht in die Welt, bei der zwei verdächtige Männer in den Droh-Zusammenhang gebracht werden. Erwartbare Festnahmen erfolgten allerdings nicht. Die Bild hatte immerhin den journalistischen Anstand, darauf hinzuweisen, dass auch gegen den thüringischen AfD-Spitzenkandidaten Björn Höcke bereits Anfang Oktober Morddrohungen eingegangen waren. Das fand aber damals nur regional begrenzten journalistischen Niederschlag.

Auch der schwere Brandanschlag am vergangenen Freitag auf einen Wahlkampf-Lkw der AfD im thüringischen Artern/Unstrut erhielt nur regionale Aufmerksamkeit (PI-NEWS berichtete). Am LKW war Totalschaden entstanden, dessen Höhe insbesondere aufgrund der Veranstaltungsmaterialien und der Tontechnik, die sich im Laderaum des LKW befanden, laut AfD auf einen sechsstelligen Betrag belaufen dürfte. Es hätten auch leicht Menschen zu Schaden kommen können. Das interessiert aber anscheinend niemanden.