Von ACHILL PATRAS | Erdogan beweist gerade eindrucksvoll, dass seine rhetorischen Ausfälle und Träumereien von der Wiedergeburt des Osmanischen Reiches keine Sprechblasen sind. Er sieht sich als Khalif des türkischen Teils des Islamischen Staates und stellt damit die größte politisch und militärische Bedrohung für den Europäischen Kontinent dar. Da die EU und Angela Merkel bei der Eindämmung dieser Gefahr mal wieder versagen werden, muss der Widerstand von unten starten. Die einzige Möglichkeit, die Bedrohung durch die Türkei abzumildern, ist ein Wirtschaftsboykott.

Die vier wichtigsten Deviseneinnahmen der Türkei sind dabei Tourismus, der Flugverkehrsknotenpunkt Istanbul (Turkish Airlines), Fahrzeugbau und Bekleidungsexport. Dass Urlauben in der Türkei unmoralisch ist, da damit ein Unrechtsregime unterstützt wird, ist mittlerweile vielen bewusst. Die allerwenigsten PI-NEWS-Leser würden wohl jemals auf die Idee kommen, ihre Euros Erdogan zur Verfügung zu stellen. Dennoch bleibt hier ein großes Boykottpotential. Denn vielleicht sind Freunde von Freunden immer noch bereit, die Billig-Angebote von Tui, Alltours oder IST in der Türkei wahrzunehmen.

Türkeireise als persönliches Sicherheitsrisiko

Dabei stellen Türkeireisen ein zunehmendes Sicherheitsrisiko dar. Es ist damit zu rechnen, dass kurdische Extremisten mit Terroranschlägen auf die türkischen Vertreibungen ihrer Volksgruppe reagieren. Zudem gibt es unter Erdogan keine unabhängige Justiz in der Türkei. Erdogan kann daher jederzeit mit willkürlichen Festnahmen deutscher Urlauber, Druck auf die Bundesregierung ausüben. Wer nicht Spielball in außenpolitischen Auseinandersetzungen werden will, verzichtet auf einen Türkeiurlaub. Übrigens Kroatien, die bulgarische Schwarzmeerküste oder der Balaton in Ungarn bieten auch Badespaß zu günstigen Preisen.

Aber auch wer andere Fernreisen bucht, hat die Verantwortung, nicht über das Drehkreuz Istanbul zu fliegen. Unter Erdogan wurde ein neuer Flughafen in Istanbul gebaut. Turkish Airlines versucht nicht unerfolgreich, ein internationales Drehkreuz aufzubauen. Über die Transit-Passagiere werden so Devisen in die Kassen des Despoten vom Bosporus gespült. Neben Turkish Airlines sollte auch auf die türkische Billiglinie Pegasus Airlines geachtet werden, die u.a. über den Istanbuler Flughafen Sabiha Gokcen fliegt. Pegasus Airlines hatte erst im Januar 2018 einen Zwischenfall, bei dem eine Boeing 737 nach einem Triebwerkschaden von der Landebahn abkam. Wie durch ein Wunder wurde niemand getötet. Die Anhänger von FFF (Fridays for Fernreisen) sollten versuchen, die türkischen Flughäfen, aber auch die Airlines der islamischen Golfstaaten zu umgehen (Qatar Airways, Emirates, Etihad). Europäische Airlines, aber auch Äthiopien Airlines oder die Drehkreuze in Bangkok (Thailand) oder Singapur bilden eine Alternative.

Deutschland wichtigster Abnehmer türkischer Waren

Auch wer das türkische Staatsgebiet meidet, läuft Gefahr, den Angriffskrieg gegen Kurden und assyrische Christen zu unterstützen. Deutschland importiert aus der Türkei nicht nur Imame, sondern im Jahr 2018 auch Waren im Wert von über 16 Milliarden Euro. Deutschland ist damit der wichtigste Abnehmer türkischer Produkte und die wichtigste Stütze der türkischen Wirtschaft. Für über drei Milliarden Euro wurde in 2018 Bekleidung aus türkischen Textilfabriken importiert. Die Türkei ist nach China und Bangladesch zum drittgrößten Bekleidungsexporteur aufgestiegen. Die Listen der Marken, die dort produzieren lassen, ist leider ziemlich lang und umfassen Esprit, H&M, Hugo Boss, S.Oliver, Adidas, Nike sowie Zara. Da alle Marken auch in anderen Ländern produzieren, muss man bei jedem Kleidungsstück auf das Etikett nach dem Produktionsstandort schauen. Wem dies zu aufwendig ist, kann die betreffenden Firmen natürlich auch über ihre Facebookseite nach Informationen zu ihrem Türkei-Engagement befragen.

Leichter zuordnen lassen sich die zweit-wichtigsten Exportprodukte. Mit über 2,9 Milliarden Euro sind Kraftfahrzeuge ebenfalls ein bedeutender Devisenbringer. Schwarzes Schaf ist hier mal wieder der Renaultkonzern. Die Franzosen haben nicht nur einen Großteil der Dacia-Produktion von Rumänien nach Marokko verlagert (PI-NEWS berichtete), sondern auch kräftig im Erdogan-Reich investiert. 2018 wurden über 300.000 Renault Clio und Megane in der Türkei zusammengeschraubt und über 600.000 Renault-Motoren produziert. Auch Ford ist eine wichtige Stütze der türkischen Wirtschaft und hat 2018 über 300.000 Kraftfahrzeuge, insbesondere Lieferwagen in der Türkei produziert. Nach eigenen Angaben stammen 83 Prozent aller von Ford verkauften Ford Transit Modell in Europa aus türkischen Fabriken. Erdogan wird es sicher freuen.

Finger weg von Toyota C-HR, Ford Transit und Honda Civic

Erdoganfreundlich scheint auch Toyota gesinnt zu sein, denn 2014 wurde die Toyota-Produktion in der Türkei ausgeweitet. Aktuell stammen unter anderem die C-HR und Corolla-Modelle aus dem Unrechtsstaat. Auch dank dieser Investitionen ist die Türkei zu einem bedeutenden Autoexporteur aufgestiegen und produzierte 2018 über 1,5 Millionen Einheiten. Dies liegt knapp unter der Autoproduktion des Vereinigten Königreichs und über Italien (ca. 1 Million). Dass es auch anders geht zeigt Honda. Aktuell stammt der Honda Civic (Sedan) in Europa aus der Türkei. Allerdings nur noch bis 2021. Dann wird die Fabrik in Gebze geschlossen und die Produktion unter anderem in die USA verlagert. Ab 2022 kann man also wieder ohne schlechtes Gewissen den Honda Civic kaufen.

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19 KOMMENTARE

  1. Die DEUTSCHEN sollten sich dort GAR NICHT EINMISCHEN!
    Einfach mal ein paar Wochen die Füße still halten bis der Stammeskrieg erledigt ist!

    Hier noch einmal ein FOCUS Kommentar von einem Leser, der die Situation klar erkannt hat:
    16.10.19, 09:49 Robert S.
    „…….“Noch“ ist es ruhig auf unseren Strassen, aber was wird sein, wenn Deutschland in diesen Krieg in irgendeiner Art und Weise eingreift? Wird es Ausschreitungen und Strassenschlachten geben, Anschläge oder gar Angriffe gegen Deutsche ? Wenn über 1 Millionen hirr lebender Türken ausflippen, dann Gnade uns Gott !“

  2. Dilettant meinte ich. Schade, dass es bei PI nach all den Jahren immer noch keine Editierfunktion gibt.

  3. VW noch bedenken: Laut FAZ beobachten die jetzt zumindest die neuesten Entwicklungen, denn Bulgarien bemüht sich ja ebenfalls um Investionen des halbstaatlichen Konzerns.

  4. Ooooch, da gibt`s noch viel mehr Firmen die Etikettenschwindel betreiben.

    Grundig zum Beispiel gehört der Koc-Gruppe.

  5. Deutschland importiert aus der Türkei nicht nur Imame, sondern im Jahr 2018 auch Waren im Wert von über 16 Milliarden Euro.

    Das waren wohl hauptsächlich die allseits bekannten türkischen Wurzeln.

  6. Ich käme niemals auf die Idee, in einem islamischen Land Urlaub zu machen. Noch nie in meinem Leben. Ich habe auch noch nie Klamotten aus der Türkei gekauft, ich achte vielmehr nach Möglichkeit auf Fertigung in Italien oder Deutschland, gerne auch Portugal. Wenn mir nach gefüllten Weinblättern oder angemachtem Frischkäse zumute ist, gehe ich auf dem Markt zum Griechen-Stand. Vielleicht hilft das ja ein paar armen Teufeln dort. Döner geht sowieso nicht. Und das alles, obwohl ich gar nichts gegen Türken habe. Meine persönlichen Erfahrungen waren mal so, mal so.

    Somit kann ich nur feststellen, dass ich keinerlei Möglichkeiten habe, durch mein Konsumverhalten Einfluss auf Herrn Erdogan zu nehmen.

  7. Auch Daimler Benz produziert in der Türkei LKWs. Und das in Konkurenz zu seinen eigenen Standorten in Deutschland. Auch die Unimogs die z. Zt. in Syrien im Einsatz sind werden in der Türkei gebaut.

  8. Erdo kann in der Türkei machen was er will.
    Fakt ist, dass die europäische Union sich vor und nach 2015 nie ernsthaft um den Schutz ihrer Außengrenzen bemüht hat.
    Fakt ist auch, dass deutsche Politiker in der Türkei bisher nicht vorstellig geworden sind, um zu verhandeln, wie sich der Umzug von Millionen Türken aus der BRD zurück in ihre Heimat vollziehen ließe.
    Solange es keinen europäischen Grenzschutz und keine Remigration hier lebender Mohammedaner gibt, wären zuerst die Firmen und Institutionen zu boykottieren, die die finanzielle und ideelle Grundlage für das verheerende Wirken der Antideutschen in Berlin und Brüssel liefern.

  9. Danke für die Informationen – wieder einmal.
    Auch im Alltag meide ich längst islamische Produkte. Döner kommt alleine schon aufgrund des brutalen Halsauflitzens der Tiere bei vollem Bewußtsein nicht mehr auf den Tisch. Und noch schwerer wiegt der Punkt, dass ich mein Geld nicht in Leute investiere, die dieses dann wieder in irgendwelche Hassmoscheen tragen, deren Ideologie darin besteht, meine Familie und mich zu unterdrücken und ggf. zu töten.
    Die kriegen von mir nicht den kleinen Finger…nicht den kleinen Finger!

  10. Die Gräueltat der in Nordsyrien bestialisch ermordeten kurdischen Politikerin Havrin Khalaf wird von türkischen Medien als „gelungene Operation zur Neutralisierung einer Terroristin“ gefeiert.
    Das Fahrzeug der 34-Jährigen wurde Samstagmorgen auf dem internationalen Verkehrsweg M4 zwischen Qamislo und Minbic bei einem von der Türkei unterstützten Hinterhalt einer islamistischen Söldnerfraktion zunächst angehalten und dann mit Schüssen durchsiebt. Die verletzte Politikerin wurde anschließend aus dem Wagen herausgezerrt, mehrfach vergewaltigt, gesteinigt und dann hingerichtet. Ihr Fahrer wurde ebenfalls getötet.
    Havrin Khalaf wurde 1984 in Dêrik (al-Malikiya) geboren, absolvierte 2009 die Fakultät für Agrarwissenschaften in Aleppo und spielte eine herausragende Rolle bei der Schaffung einer Politik der Versöhnung in Syrien.

  11. Kleine Geschichstsauffrischung:

    Eine Modernisierung nach westlichem Vorbild führte erstmals der Türkische Staatschef ATATÜRK sowie dessen Nachfolger bis zum II. Weltkrieg ein.

    Ab 1950 schloss sich die Türkei der UNO an und wurde Mitglied der NATO.
    Jedoch linke und rechte Terrorgruppen nahmen zu, bis 1971 die Armee eingriff.
    Die Verfassung der Türkei besteht seit 1982.

    In den 1980ern traten erstmals die KURDENKONFLIKTE mit der ARBEITERPARTEI PKK auf, DIESE FÜHRTEN 1984 im SÜDOSTEN DER TÜRKEI EINEN BEWAFFNETEN KAMPF MIT ZIEL, EINEN SOZIALISTISCHEN UNABHÄNGIGEN STAAT KURDISTAN AUF TÜRKISCHEM BODEN ZU ERRICHTEN!

  12. Caissa15 16. Oktober 2019 at 12:24

    Hier die wahren Kosten unserer täglich kommenden Gäste …

    Einwanderung: Die Flüchtlingskrise kostet den deutschen Steuerzahler fast eine Billion Euro

    Das Problem: Sozialstaat für lau

    https://www.focus.de/finanzen/news/fluechtlingskrise-die-loesung-empfiehlt-star-oekonom-hans-werner-sinn_id_8739986.html

    1.000.000.000.000 Euro! Pi mal Daumen! Die Kosten für den Steuerzahler könnten auch höher ausfallen. Bis jetzt sind es etwa 1,5 Millionen Migranten, die seit 2015 nach Deutschland eingereist sind. Und nein: Es sind eben keine Zahnärzte, Anwälte und Atomwissenschaftler, sondern überwiegend unterqualifizierte Zuwanderer, die sich aufmachen ins gelobte Land – eines, in dem scheinbar Milch und Honig fließen. In dem der Lebensstandard ohne Arbeit höher ist als in vielen Herkunftsländern mit Beschäftigung. Noch dazu eines, das es sich leisten kann, EU-Migranten für daheim gebliebene Sprösslinge Kindergeld in stattlicher Größenordnung von 343 Millionen Euro pro Jahr ins Ausland zu überweisen.

    Fazit: Eine Billion Euro das sind 1.000 mal 1 Milliarde Euro. Hier wird die Zukunft eines ganzen Landes verspielt.
    Ungefragt sind die, die dieses Geld erwirtschaftet und erarbeitet haben.
    Gezahlt wird es an Menschen die „unsere Art zu leben“ ablehnen oder sogar verachten.
    Und an Menschen die niemals hier ankommen werden, auch in X-Generationen nicht. Beispiele dafür gibt es heute schon zu Hauf.

    ➡ Die Wahrscheinlichkeit jedenfalls, dass diese Menschen im Lebenszyklus bei Weitem nicht das zahlen, was sie vom Sozialstaat in Deutschland an Leistungen erwarten dürfen, ist für Experten so sicher wie das Amen in der Kirche.

  13. Klar soll man die Türkei wirtschaftlich boykottieren!

    Ich verstehe aber nicht, was Alle hier gegen Erdogan haben. Wäre er nicht türkischer Präsident, wäre die Türkei längst Mitglied der EU. Also ist er für uns vorerst ein nützlicher Idiot.

    Und die Türkei gehört wirklich nicht zu Europa!

  14. @ RRoland 16. Oktober 2019 at 13:55

    Erdogan ist vieles aber kein Idiot. Außerdem handelt er immer im Interesse der Türkei. Die deutsche Regierung die nie in unserem Interesse agiert, steckt tief im Arsch der Terrororganisation PKK.
    Schaut euch doch mal die „Kurdinnen“ bei Die Linke und grünen an! Die betreiben im Bundestag Politik für die PKK.

  15. Tja,
    erst legt man die eigene, dreckige Politik in fremde Hände,
    weil man genau weiss,daß das Merkelsystem schon längst am Ende wäre,
    wenn nochmals 1-2 Millionen Sozialsystempiraten,in Germoney einfallen würden,
    und dann wundert man sich das E. diese als Waffe benutzt.
    Bomben und Granaten gegen die Kurden, die Flüchtlinge gegen Europa.
    Was glaubt ihr,was los ist,wenn die ersten 500 000 durch Europa trampeln?!
    Deshalb wird sich moralisch empört,und ein wenig gewettert,aber das war es.
    Nur Mr. Trump lacht sich eines,er kann seine Sanktionen voll durchziehen,
    und neben der Türkei,gleich Europa mit schwächen.
    Ich denke auch,daß es in vielen Staaten Europas zu Auseinandersetzungen,
    zwischen Kurden und Türken kommen wird, ein großer Rumms , viele Opfer,
    durch eine, von beiden Seiten,und es brennt,davon muss man ausgehen.
    Und unsere BW. die vielleicht zum Schutz der Inneren Sicherheit gebraucht wird,
    schraubt erstmal die Panzer zusammen, aus 3 kaputten machste einen,und der kann,
    dann auch sofort eingesetzt werden,so nach 3-4 Monaten,3 Wetter Taft Uschi, sei Dank,
    und natürlich den,von der Politik,kastrierten Generälen!

  16. Das wird nämlich das nächste sein:
    Erst wollten die KURDEN auf türkischem Gebiet ein unabhängiges sozialistisches KURDISTAN durchsetzen.
    Und morgen werden die KURDEN dann NRW für sich beanspruchen!
    Aber wir haben hier keinen Erdogan, der das verhindern würde!

  17. Die kriegen von mir nicht den kleinen Finger…nicht den kleinen Finger!

    lorbas 16. Oktober 2019 at 12:56

    Die Gräueltat der in Nordsyrien bestialisch ermordeten kurdischen Politikerin Havrin Khalaf wird von türkischen Medien als „gelungene Operation zur Neutralisierung einer Terroristin“ gefeiert.

    —————————————–
    Bei den Gräueltaten darf man keinesfalls aus den Augen verlieren, wäre die Politikerin eine TÜRKIN und würde den KURDEN in die Hände fallen, dann hätte sie nichts Besseres zu erwarten!

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