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Unerträgliche politische Doppelmoral

Von MARKUS WIENER | Hatespeech, Hasskommentare, Fakenews: Mit bewusst schwammigen Kampfbegriffen abseits verbindlicher juristischer Normen versucht das politisch-mediale Establishment seit geraumer Zeit die Uhren in Deutschland wieder zurückzudrehen. Alles soll wieder so werden wie vor der Kölner Silvesternacht, vor dem Wendejahr 2015, vor Pegida und dem Aufstieg der AfD. Kritik am System Merkel, an der unkontrollierten Massenzuwanderung, an Islamisierung und staatlichem Kontrollverlust sollen als “Hass- und Gedankenverbrechen” gebrandmarkt und aus dem öffentlichen Diskurs verbannt werden.

Die zwischenzeitlich geheuchelten Demuts- und Verständnisgesten der etablierten Kräfte waren rein taktischer Natur. Ein temporäres Zurückweichen im Angesicht des Angriffsschwungs des politischen Feindes, nur um die Welle auslaufen zu lassen und sie anschließend umso weiter zurückdrängen zu können. Lügenpresse bleibt eben Lügenpresse und ein politisches Kartell hat sich noch nie freiwillig abgeschafft – noch dazu, wenn es mit einer verbohrten linksgrünen Ideologie aufgeladen ist.

Der Geist der Freiheit und des patriotischen Widerstandes soll wieder in die Flasche zurück, aus der er – auch dank Internet und sozialer Medien – entwichen ist. Dafür ist den herrschenden und ihren Helfershelfern in Medien und “meinungsbildenden” Vorfeldorganisationen fast jedes Mittel genehm. Auf jeden Fall die Biegung des bisherigen Rechts bis zur Unkenntlichkeit.

Manch gutgläubig-naiver Zeitgenosse könnte nun annehmen, dass es den Kämpfern gegen den “Hass im Netz” zumindest ehrlich um eine Versöhnung der geistigen Gräben im Lande geht, um eine gegenseitige Abrüstung zur Überwindung der verbalen Eskalationsspirale. Also um einen guten Zweck, zu dem nur – wie so oft in der Geschichte – fragwürdige Mittel angewendet werden.

Das dem nicht so ist, macht ein exemplarischer Fall dieser Tage wieder überdeutlich: Ein Deutschrapper namens “Tarek K.I.Z.” produziert ein Musikvideo (siehe oben), in dem er einige unschwer als AfD-Spitzenpolitiker erkennbare Personen auf widerwärtigste Art und Weise abschlachtet. Das Blut spritzt und fließt in Strömen, während einem alten Herrn mit Gauland-Hundekrawatte der Kopf abgeschlagen und einem Alice-Weidel-Double der Bauch aufgeschlitzt wird. Auf weitere Schilderungen dieser abartigen Mordphantasien sei an dieser Stelle verzichtet und auch das Video sollte sich niemand mit empfindlichen Magen antun.

Aber was ist nun die politisch-mediale Reaktion auf diesen eklatanten Ausbruch von Hass? Umgehende Löschung des Machwerks auf Youtube und allen sozialen Netzwerken? Sperrung der Social-Media-Kanäle der rappenden Volksverhetzer? Anzeigen empört-schockierter Gutmenschen? Twittersaltos von Stegner bis Söder? Sondersendungen in Funk und Fernsehen mit vor Empörung bebenden Kommentatorenstimmen? “Wut, Abscheu und Entsetzen”?

Natürlich nicht, leider alles wie erwartbar, wenn man das miese politische Spiel im Lande durchschaut hat. Auf Youtube hat man sich gerade mal dazu durchgerungen, vor dem Abspielen des Clips einen Warnhinweis vor expliziter Gewaltdarstellung anzuzeigen. Ansonsten “buiseness as usual”. Keine Löschorgien trotz Netzwerkdurchsetzungsgesetz. Beredtes Schweigen bei der etablierten Politik. Keine “aus Worten werden Taten”-Statements.

Betont neutrale Berichte im GEZ-Fernsehen, in denen ganz entspannt über das Video und die Rolle der Kunstfreiheit sinniert wird. Zaghafte Kritik in manchen Zeitungen, wenn sie denn überhaupt einen “Nachrichtenwert” in diesem politisch motivierten Mordaufruf erkennen wollen: Klar sei es gut, überall und immer gegen die AfD zu agitieren, aber muss man dafür jemanden gleich noch den Kopf abschlagen …? Und der “Künstler” selbst erhält großzügig PR und darf via Medien treuherzig beschwichtigen: Alles nur “Movie”, entspannt euch wieder!

Auch wenn das Bild abgedroschen ist: Man stelle sich nur eine Sekunde das gleiche Szenario unter umgekehrten Vorzeichen vor. Undenkbar – und deshalb ein weiterer Beweis für die unerträgliche politische Doppelmoral im Lande, die einer Seite (fast) alles erlaubt, während der anderen Seite die Luft zum Atmen abgeschnürt wird. Und die diesen Zustand dann auch noch klaglos hinnehmen und nicht “wieder auf Opfer machen” soll. Was für eine perverse Situation.


Markus Wiener.
Markus Wiener.

PI-NEWS-Autor Markus Wiener schreibt bevorzugt zu Kölner und tagespolitischen Themen für diesen Blog. Der Politologe und gelernte Journalist ist parteiloses Mitglied des Kölner Stadtrates und der Bezirksvertretung Chorweiler. Seit über 20 Jahren widmet er sein politisches und publizistisches Engagement der patriotischen Erneuerung Deutschlands. Der gebürtige Bayer und dreifache Familienvater ist über seine Facebook-Seite erreichbar.