- PI-NEWS - https://www.pi-news.net -

Helden und Hasenfüße der Geschichte

Von NADINE HOFFMANN (MdL-Thüringen) | Wie sang David Bowie so einprägsam, „We can be heroes just for one day“ [1]. Es ist wohl nicht zu vermessen zu sagen, dass das, was am Mittwoch im Thüringer Landtag geschah, tatsächlich Politikgeschichte ist. Auch am Tag danach fühlt es sich wie ein Triumph an, Ramelows Gesichtszüge entgleisen, die Linken und Grünen sich selbst demaskieren und die Republik auf dieses kleine Bundesland schauen zu lassen. Auch wenn Kemmerich keine 24 Stunden durchgehalten hat; zu groß war der Druck und zu groß ist wohl auch die Feigheit vor der Verantwortung.

Dennoch: Wir haben Geschichte geschrieben!

Wenn das politmediale Establishment schäumt und Linke und Grüne sich in hysterischen Tiraden gegenseitig übertreffen, dann haben wir alles richtig gemacht. Wir, das sind die 22 Abgeordneten der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag, die am 5. Februar ihr oberstes Wahlversprechen, eine weitere Regierung Rot-Rot-Grün zu verhindern, eingehalten haben.

Natürlich war auch Glück und großes taktisches Geschick dabei. Mit dem parteilosen Christoph Kindervater stellte sich wenige Tage vor der Wahl ein Mann zur Verfügung, der dem Druck stand hielt. Und dass Thomas Kemmerich dann tatsächlich im 3. Wahlgang antrat, wie vorher aus der Presse zu vernehmen war, ließ den Plan gelingen. Zuerst das Land, dann die Partei und dann die Person.

Keine Klüngelei, kein Hinterzimmer, es war unsererseits reine Taktik und Fraktionsdisziplin. Und mindestens genauso viel Mut, den Altparteien diesen Spiegel vorzuhalten. Und als es im letzten Wahlgang für den Kandidaten Kindervater hieß „0 Stimmen“ und Abgeordnete aus den Reihen der CDU und FDP lachten, dachte ich nur, dass sie gleich ganz anders aus der Wäsche schauen werden. Wie natürlich auch die Rot-Rot-Grünen. Soll Mutti in Südafrika schimpfen und Hennig-Wellsow Blumensträuße schmeißen. Es schert uns nicht, es kümmert nur die Karrieristen, Kleingeister und Angsthasen.

Thüringen hätte nun die Möglichkeit gehabt, konservative Politik für seine Bürger zu gestalten, fraktionsübergreifend und sachbezogen, wenn es da nicht am Donnerstag schon die Ankündigung gegeben hätte, die FDP-Fraktion beantrage Neuwahlen und Kemmerich stelle sein Amt zur Verfügung. Mit den Stimmen der AfD wolle man nicht gewählt werden.

Freunde von der FDP, ihr glaubt nicht wirklich, dass ihr nach dieser Nummer nochmal die Fünf Prozent-Hürde schafft? Ihr könntet euch dann mit den Grünen in der APO zusammen tun, das hat im Parlament ja auch schon gut geklappt. Und diese Thüringer CDU mit einem angeschlagenen Mike Mohring würde bei einer Neuwahl noch viel mehr abschmieren, zumal sie nicht einmal den Stand hatte, einen eigenen Ministerpräsidentenkandidaten aufzustellen.

In Thüringen wurde am Mittwoch ein linker Ministerpräsident abgewählt, dessen Regierung für vieles steht, was falsch gelaufen ist: Für einseitige Amtsauslegung bzw. Blindheit gegenüber Linksextremismus, für Windkraftausbau, für ideologische Bildungsexperimente und illegale Einwanderung (mit anschließend fehlender Rückführung). Wir haben es gefeiert.

Vielsagend, dass die Chefin der CDU davon redet, dass man doch Ramelow hätte wählen können. Das Bild, das die Vorsitzenden der Altparteien liefern, spricht Bände. Am Donnerstag ist der bürgerliche Ministerpräsident schon wieder fast Geschichte. Was bleibt, ist ein bis dahin wohl einmaliges Schauspiel pseudodemokratischer Altkader von CDU bis Linke. Und das macht uns AfD-Abgeordnete irgendwie zu Helden, zumindest für einen Tag.


(Nadine Hoffmann, geb. 1979 in Hildburghausen, ist Diplom-Biologin und Abgeordnete der AfD im Thüringer Landtag)

Beitrag teilen:
[2] [3] [4] [5] [6] [7] [8] [9]
[10] [3] [4] [5] [6] [7] [8] [9]