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Was macht Hassan aus Marokko an griechisch-türkischer Grenze?

Montagmittag sendete NDR Info zwischen 12.10 Uhr und 12.30 Uhr einen Beitrag zur Situation an der griechisch-türkischen Grenze. Der Reporter des NDR befragte einen Mann, der bereits die zweite Nacht unter freiem Himmel verbracht hatte und Deutsch sprach.

Ein syrischer Arzt mit Fremdsprachkenntnissen, der sich und seine Lieben aus der Türkei retten will? Nein, denn erstens ist die Türkei relativ sicher. Zweitens lässt die Türkei gar keine Flüchtlinge herein oder durch, sondern derzeit nur welche raus aus dem Land. Drittens ist Hassan Alleinflüchtender.

Und warum spricht er Deutsch? Er hat einige Jahre in Dortmund gelebt, bis er abgeschoben wurde, erwähnt der Reporter. Jetzt will Hassan aus der Türkei aber wieder „nach Europa“ kommen. Es bedarf nicht viel Fantasie, welches europäische Land seine Traumdestination darstellt. Interessant ist immerhin sein riesiger Reiseweg.

Man fragt sich unweigerlich, warum er nicht die kürzere Route über Spanien gewählt hat, sondern den Riesenumweg über die Türkei an die griechische Grenze wählte. Woher hatte er das Geld für seine Umwegflucht aus dem sicheren Marokko? Verdient man dort so gut, dass das Schleppergeld in wenigen Jahren (seit der Abschiebung aus Deutschland) zusammengespart war? Oder kann Hassan rechnen und weiß aus Erfahrung, wie viel man in Deutschland für nichts bekommt und wie viel er monatlich wird zurückzahlen können?

Das fragte der Reporter nicht, sondern bedauerte Hassan nur, weil der Tränengas abgekriegt hatte und draußen übernachten musste. Schlimm für Hassan. Doch Hassan ist ein Guter, so wie der Reporter. Generös appelliert er am Ende des Beitrages an die Zuhörer des NDR, wenigstens die Kinder aufzunehmen. Oder die Leute aus Kriegsgebieten, aus Afghanistan oder Syrien. Um ihn sei es nicht so wichtig.

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