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„Bild“-Collage wird massenhaft online geteilt

Von MANFRED ROUHS | Ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte. Das wusste auch Axel Springer, der deshalb das Reichweiten-Flaggschiff seines Verlagsimperiums „Bild“ nannte und seinen Mitarbeitern journalistischen Minimalismus verordnete. Die Sprache der immer noch auflagenstärksten Tageszeitung Europas ist denkbar einfach, die Grammatik adressiert sich an den dümmsten anzunehmenden Leser. Die Bebilderung transportiert die eigentliche Nachricht – so auch heute, nachdem der Rentner Detlef J. im Alter von 76 Jahren gestorben ist.

Ihn hatte im Mai 2019 ein 26-jähriger Somalier ins Koma geprügelt. Jetzt erlag er seinen Verletzungen. Der Täter wanderte in die Psychiatrie.

Die Gegenüberstellung hier des ans Bett gefesselten alten Mannes und dort des jungen Afrikaners, der sein Gesicht schamhaft hinter den mit Handschellen gefesselten Händen verbirgt, ist ausdrucksstärker als es ein Gerichtsurteil oder ein Polizeibericht sein kann. Das Aufeinandertreffen der beiden vor etwas weniger als einem Jahr kann man sich lebhaft vorstellen. Da erübrigt sich der Schritt hinter die Bezahlschranke des Springerkonzern.

Bemerkenswert ist hierbei: Diese „Bild“-Collage geht nicht unter. Sie bewegt Menschen. Und sie macht seit heute die Runde in den sozialen Netzwerken.

Man muss kein Apologet der Springerpresse sein, um dem Collagisten zu seinem Volltreffer zu gratulieren.

Auch „Focus online“ berichtet heute über den Fall Detlef J. und ruft dessen Martyrium in Erinnerung:

Der Rentner hatte sich am 15. Mai vergangenen Jahres mit Bekannten zum Kniffel-Spielen getroffen. Auf dem Heimweg wurde er dann von einem 26-jährigen Mann aus Somalia offenbar grundlos ins Koma geprügelt.

Er erlitt mehrere Knochenbrüche im Gesicht, verlor die Sehkraft auf einem Auge und war seither dauerhaft pflegebedürftig. Der Zustand des Rentners verschlechterte sich bis zuletzt immer weiter. Er musste mit einer Magensonde ernährt werden. Zuletzt konnte er gar nicht mehr schlucken. Am Montag teilten die Söhne des Rentners mit, dass ihr Vater in einer Klinik gestorben ist.


PI-NEWS-Autor Manfred Rouhs, Jahrgang 1965, ist Vorsitzender des Vereins Signal für Deutschland e.V., der die Opfer politisch motivierter Straftaten entschädigt. Der Verein veröffentlicht außerdem ein Portal für kostenloses Online-Fernsehen per Streaming. Manfred Rouhs ist als Unternehmer in Berlin tätig und vermittelt Firmengründungen in Hong Kong.