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NDR: Neue Infos zu „unbegleiteten Kindern“ aus Griechenland

Von SARAH GOLDMANN | Bereits am Montag hatte die Tagesschau eine ganze Serie von (angeblich „unbegleiteten“) Flüchtlingskindern aus Griechenland präsentiert, alle zwischen drei und sieben Jahren (PI-NEWS berichtete). Die Tagesschau am Montag begann ihre „Meldung“ folgendermaßen:

„Die geplante Aufnahme von Kindern aus griechischen Flüchtlingslagern kommt kaum voran. Acht Staaten, darunter die Bundesregierung [sic !], hatten zugesagt, etwa 1600 unbegleitete minderjährige Kinder und Jugendliche aufzunehmen.“

Nun gibt es ergänzende Informationen vom NDR, dem Haussender der Tagesschau. Zuerst ein Bildchen fürs Sammelalbum, das sich eins zu eins in die Serie vom Montag einfügt: ein etwa siebenjähriges Mädchen hinter Stacheldraht. Sodann die ergänzenden Informationen zur ‚Rettung’ (NDR) der „Kinder und Jugendlichen“. Wir erfahren etwas über die Anzahl und über die Kriterien zur Aufnahme:

Deutschland will in nächster Zeit noch mehr Minderjährige aus Griechenland aufnehmen. Der Koalitionsausschuss von Union und SPD hatte im März beschlossen, etwa 1000 bis 1500 Kinder nach Deutschland zu holen und zu betreuen. Es handelt sich demnach um Kinder, die schwer erkrankt oder unbegleitet und jünger als 14 Jahre sind.

Zur Anzahl: Von den 1600 geplanten Aufnahmen gehen, wie die Tagesschau Montag berichtete, 12 nach Luxemburg.  Die Bundesregierung will, O-Ton NDR, „1000 bis 1500 Kinder nach Deutschland retten“. Realistischerweise werden es wohl eher 1500 als 1000 sein. Fallen auf die restlichen sechs der Aufnahmeländer also 88, maximal 588, dementsprechend 15 bis knapp unter 100 pro Land, eine relativ vergleichbare Größenordnung wie die von Luxemburg, das ein Dutzend übernimmt.

Zu den Kriterien für die mindestens restlichen 1000 für Deutschland: Es sollen Kinder sein, die „unbegleitet und jünger als 14 Jahre sind“, also solche wie auf den Rührbildern. Wir hatten schon am Dienstag Zweifel angemeldet, dass die gezeigten Drei- bis Fünfjährigen unbegleitet „flüchten“ konnten, um dann in Deutschland politisches Asyl zu beantragen. „Allein“ fällt also schon mal weg. Sie müssten dann also „schwer erkrankt“ sein.

Weder das Titelbild-Kind im Beitrag des NDR noch die anderen vom Montag sehen allerdings besonders mitgenommen aus, krank schon gar nicht, erst recht nicht „schwer erkrankt“. Vermutlich wird man deshalb einen Terminus wieder aufleben lassen, der schon bei der Flüchtlingskrise 2015 erfolgreich angewandt wurde, dass sie „traumatisiert“ sind. Wir lassen uns überraschen.

Zuerst wollen Niedersachsens Ministerpräsident Weil und sein Innenminister Pistorius sich im Lichte ihrer moralischen Gutheit sonnen und sich mit den (nun wieder begleiteten, wenn auch schwer erkrankten) Angekommenen fotografieren lassen. Sie kommen also zuerst nach Niedersachsen, wie der NDR berichtet. Nach einer 14-tägigen Quarantäne sollen sie dann aufs ganze Bundesgebiet verteilt werden.