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Geisel muss weg!

Von MANFRED ROUHS | In einer funktionierenden Demokratie wäre Berlins Innensenator Andreas Geisel (54, heute SPD, früher SED) politisch nicht mehr zu halten. Aber in der Berliner Republik von 2020? – Na, da ist Vieles möglich. Auch, dass einer, der sich bundesweit zur Lachnummer gemacht hat, einfach so tut, als sei nichts Besonderes gewesen.

„Wenn er auch nur einen Rest Anstand in sich trägt, muss er jetzt zurücktreten“, sagt einer, der Geisel seit Jahren gut kennt: Georg Pazderski (68, AfD), Vorsitzender der AfD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus. Das Grundgesetz dürfe „von machtbesessenen Altparteien-Politikern“ nicht ausgehebelt werden. „Diesen Schaden gilt es nun durch den Abtritt von Geisel wiedergutzumachen.“

Die Verwaltungsrichter stellen Geisel ein denkbar schlechtes Zeugnis aus. FOCUS online schreibt:

„Das Verwaltungsgericht lässt in seinem Urteil keine Zweifel an der schlechten Arbeit der Innenbehörde. Die Kammer habe in der Verbotsbegründung ‚keine ausreichenden Anhaltspunkte‘ dafür gesehen, dass die Sicherheit durch die Demo gefährdet sei, sagte ein Gerichtssprecher zu FOCUS Online.

Zudem sei die Kammer der Ansicht, dass sich die Versammlungsbehörde ‚noch mehr mit Auflagen hätte beschäftigen sollen, die man im Vorfeld dem Veranstalter mitteilen hätte können, statt einem direkten Verbot‘. In der Schule kommt das einer Note sechs gleich.“

Andreas Geisel wurde 1966 in Berlin-Lichtenberg geboren. 1985 trat er im Alter von 18 Jahren der SED bei, von der er sofort nach der Wende 1989 zur SPD wechselte und dort auch unproblematisch aufgenommen wurde. Wikipedia schreibt über seinen Werdegang:

Andreas Geisel besuchte von 1972 bis 1982 eine polytechnische Oberschule in Ost-Berlin und absolvierte anschließend bis 1985 eine Berufsausbildung mit Abitur zum Facharbeiter für Nachrichtentechnik in Neubrandenburg. Von 1985 bis 1986 arbeitete er als Fernmeldetechniker bei der Deutschen Post der DDR/Fernsprechamt in Berlin. Ab 1986 besuchte Geisel die Hochschule für Verkehrswesen ‚Friedrich List‘ in Dresden und absolvierte dort bis 1990 eine Ausbildung mit dem Schwerpunkt Ökonomie des Nachrichtenwesens, die er als Diplomökonom abschloss.

Mit der Stasi hatte der DDR-Fernmeldefachmann selbstverständlich niemals auch nur irgendetwas zu tun. Niemals. Warum auch? War ja ein rein technischer Beruf, nicht wahr?

Aber auch, wenn er sein politisches Hemd im Wendejahr 1989 sofort wechselte, als die Pfründe davonschwammen, ist er einem offenbar treu geblieben: Seinem „Demokratieverständnis“ – falls man das so nennen kann …


PI-NEWS-Autor Manfred Rouhs, Jahrgang 1965, ist Vorsitzender des Vereins Signal für Deutschland e.V., der die Opfer politisch motivierter Straftaten entschädigt. Der Verein veröffentlicht außerdem ein Portal für kostenloses Online-Fernsehen per Streaming und hat die Broschüre Coronazeit – Leben im Ausnahmezustand“ herausgegeben. Manfred Rouhs ist als Unternehmer in Berlin tätig und vermittelt Firmengründungen in Hong Kong.