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Deutsche Kulturszene im Subventionskoma

Von WOLFGANG HÜBNER | Das kleine privat betriebene, doch städtisch unterstützte „Theater Willy Praml“ in Frankfurt am Main ist mitten im völligen Corona-Stillstand von Kultur- und Kunstbetrieb auf eine originelle Idee verfallen: Die Theatermacher wollen, wie auf Plakaten in der Stadt zu lesen ist, keine Entschädigung vom Bund für ausgefallene Vorstellungen. Vielmehr möchten sie das, was Theater eigentlich immer sollten: Spielen. Wegen der Infektionsgefahr allerdings nur vor einem einzigen Zuschauer pro Vorstellung! Dafür soll der Bund für jede Vorstellung mit einem ausgelosten Zuschauer 2020 Euro für ein sogenanntes „König-Ludwig-Ticket“ an das Theater überweisen.

Warum „König-Ludwig-Ticket“? Weil der selige bayerische Märchenkönig Ludwig II. zwischen 1872 und 1885 nicht weniger als 209 Aufführungen von Schauspiel, Ballett und Oper veranstalten ließ, bei denen er der einzige Zuschauer war. Die Kosten trug selbstverständlich die Staatskasse seines Königreichs im großen deutschen Vaterland. Ob sich Berlin für den Vorschlag des „Theater Willy Praml“ erwärmen wird, ist eher unwahrscheinlich. Denn die Bundesregierung hat ja in den letzten Monaten die Erfahrung gemacht, dass der hochsubventioniert deutsche Kultur- und Kunstbetrieb demütig akzeptiert hat, nicht systemrelevant zu sein – Hauptsache, die Ruhigstellungsgelder fließen.

Ausgerechnet diejenige Branche, die sich eindeutig politisch links bis ganz links verortet, jeden Unsinn gegen „Rechts“ oder „Populismus“ begeistert mitmacht und sich stets an der Spitze des gesellschaftlichen „Fortschritts“ wähnt, ist lammfromm in ein Subventionskoma gefallen, aus dem es kein würdevolles Erwachen mehr geben kann. Denn es ist natürlich ein ganz besonders schändlicher Verrat an Artikel 5 (3) des Grundgesetzes, der die Freiheit der Kunst garantiert, die Corona-Zwangsmaßnahmen geradezu willfährig hinzunehmen.

Was aber ist die Freiheit der Kunst wert, wenn sie gerade in Zeiten nicht verteidigt und ausgeübt wird, in denen so viele andere Freiheiten außer Kraft gesetzt sind? Und hat nicht gerade der in Deutschland weltweit so beispiellos hochsubventionierte Kulturbetrieb immer geradezu geprotzt damit, wie wichtig er in jeder Weise sei? Doch ausgerechnet jetzt in der grauen, dunklen Jahreszeit: Kein Theater, keine Oper, kein Konzert, kein Musical, kein Ballett, kein Kabarett, kein Museum, keine Ausstellung – und kein Aufschrei des Protestes, noch nicht einmal ein erkennbares Zucken des Widerstands.

Zu gut ruht es sich offensichtlich in der von der Regierung schuldenfinanzierten Zwangspause noch unbekannter Dauer. Da müssen Freiheit und „Fortschritt“ halt warten, sogar der tägliche Bühnenkampf gegen den imaginierten „Faschismus“ macht mal Pause. Schimpf und Schande über einen Kulturbetrieb, der sich Millionen Steuergelder in den Allerwertesten schieben lässt, um ruhig schnarchend im Subventionskoma den Winterschlaf der geistig und finanziell Korrumpierten pflegen zu können.


Hübner auf der Buch-
messe 2017 in Frankfurt.

PI-NEWS-Autor Wolfgang Hübner schreibt seit vielen Jahren für diesen Blog, vornehmlich zu den Themen Linksfaschismus, Islamisierung Deutschlands und Meinungsfreiheit. Der langjährige Stadtverordnete und Fraktionsvorsitzende der „Bürger für Frankfurt“ (BFF) legte zum Ende des Oktobers 2016 sein Mandat im Frankfurter Römer nieder. Der leidenschaftliche Radfahrer ist über seine Facebook-Seite erreichbar.