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Brief ans Christkind…

Von PETER BARTELS | “Liebes Christkind, ich heiße Peter Bartels und bin acht Jahre alt. Ich möcht nur dran erinnern, das Weihnachtsfest kommt bald. Ich hätte ein paar Wünsche. Und macht es dir was aus, ein bißchen zu verreisen? Dann komm zu mir nach Haus … Ich schreibe Dir schon heute, die Post läßt sich oft Zeit. Und ausserdem sagt jeder, du wohnst so furchtbar weit …“

Vor langer, langer Zeit sang Peter der Große  Alexander diesen Brief an’s Christkind. Aus seinem Bub ist längst ein alter, immer noch nicht weiser, aber immer noch weisser Mann geworden. Und der  beruhigt das Christkind von heut auch gleich: „Den Weg  kannst Du Dir sparen, PI-NEWS hat ja  einen direkten Draht zu dir“ … Den 3. Vers aus Peter Alexanders “Brief ans Christkind” („Und hilf auch meinem Teddybär, ich glaub er ist sehr krank“) habe ich etwas ergänzt: „Mein Teddybär heißt Deutschland. Und Deutschland ist wirklich sehr krank.“

Zugegeben, es klingt etwas albern, wenn alte Männer wie unsereiner dem Christkind schreiben. Sei’s drum: Seit 5 Jahren werden Millionen junger Männer rein … seit mehr als 5 Monaten die alten Deutschen nur noch auf den Balkon rausgelassen. Oder zur Arbeit. Damit  die „Gäste“ aus dem Morgenland  bis an ihr Lebensende im Abendland bewirtet und behütet werden können. Und die Herr/Innen selbst, natürlich. Liebes Christkind, hier meine Wünsche …

Ich wünsche mir Journalisten

die uns nicht mehr in Moralin-Jauche baden, bevor sie uns befehlen, was sein soll. Journalisten, die  berichten was war, was ist, nicht, was sie sich wünschen. Journalisten, die nicht mehr lügen, dass sich die Balken im Stall von Bethlehem biegen … Ich weiß, gestern log nur BILD. So sagten  jedenfalls jene, die heute nicht nur aus Versehen lügen, sondern geplant, gezielt, gerissen: Radio, Fernsehen, „Spiegel“, Alpenpravda, TAZ-FAZ. Und alle ohne rot zu werden, weil sie ja längst dunkelrot sind, oder giftgrün, was auf dasselbe rauskommt. Und wir vor ohnmächtiger Fassungslosigkeit fast vom Glauben abfallen. Liebes Christkind, kannst Du den Heiligen Geist nicht noch mal mit dem Feuer der Erkenntnis schicken, wie damals, Pfingsten, in Jerusalem?? Egal, ob die Journalisten danach im Zungensprech lallen oder stammeln – der Gesunde Menschenverstand wird die Wahrheit fühlen…

Und so wünsche ich mir kluge, kritische Journalisten, wie Matthias Matussek, Max Erdinger, Michael Klonovsky, Boris Reitschuster, Henrik M.Broder, Roland Tichy oder Jürgen Elsässer, ohne die das Jammertal auf Erden noch jämmerlicher wäre. Und Verleger, wie Götz Kubitschek oder Jürgen Kopp; die allerbesten von Augstein bis Mohn und Springer hast Du ja leider schon in Deinen ewigen Beraterstab geholt …

Ich wünsche mir einen Kanzler/in …

der/die weiß, was er/sie tut. Er/sie kann ruhig wieder aussehen, wie Nick Knatterton, watscheln, wie Bud Spencer als „Plattfuß am Nil“, den Mund auf und zu klappen wie Tschaikowski’s  Nussknacker.  Aber es sollten nicht nur abgekaute Fingernägel rauskommen oder soufflierter und gequirlter Schwachsinn wie „Alternativlos“ … „Wir schaffen das“ … „Nicht hilfreich“… Und es sollte jemand sein, der weiß, dass unsere Kinder nicht mehr in Sparta zur Schule gehen, sie sich in unseren Klassenzimmern Nase und Arsch abfrieren. Da können sie noch so lange in die Honecker-Händchen klatschen, noch so oft vor Lenin auf die Knie sinken und die Internationale piepsen. Sie frieren sich das Gehirn ein. Da hilft auch „Mutter Marxens“ rotes Halstuch aus der Parteischublade nicht …

Ich wünsche mir Politiker …

die mal gearbeitet, was gelernt haben. Bauer, Bäcker, Maurer, egal was. Oder studiert haben. Nicht nur Lehramt, Volkswirt, Anwalt, oder Bettelstudent. Und ich wünsche mir Politikerinnen, die den Reichstag nicht mit dem Catwalk verwechseln, egal wie schrullig sie längst sind … Sich nicht für Cheerleader ihrer Genossen halten … Uuund ich wünsche mir Politiker, die den Reichstag nicht für die Speakers Corner im Hyde Park halten, oder die Südkurve des FC Bayern. Oder in den “Totschlag-Shows” der Staats-Arenen den politischen Gegner niederbrüllen oder keifen, schließlich teeren und federn, um ihn dann per Genickschuss zu liquidieren …

Ich wünsche mir Wissenschaftler …

mit oder ohne Vogelnest auf dem Kopf, die genauso laut sagen, dass falsch war, was  sie gestern noch geplärrt haben … Dass Kinder eben keine „Spreader“ sind … 87 Prozent der Menschen mit Corona gar nix am Hut haben … Nur die Alten ab 70 wie unsereiner die Virus- „Zielgruppe“ sind. Und hier auch meistens nur jene über 80jährigen, die „Herz“, „Blutdruck“, „Krebs“ haben, oder einfach sowieso in Deine Ewigkeit gleiten wollen/müssen, weil die Gene „feddisch“ haben. Und auch hier die aller aller meisten nicht an, nur „mit“ dem Pandemie-Virus. Ich wünsche mir, dass Du diesen fürstlich entlohnten Scharlatanen endlich die „Göttliche Eingebung“, die Du den Bayern zwar einst versprochen hast, aber auf die sie heute noch vergebens warten, wie jedermann an diesem Corona– Kong aus Franken sehen kann …

Ich wünsche Pastorinnen und Pfaffen …

die ihre Kampf-Kutten und Sandalen ausziehen, auf der Kanzel wieder von Dir, also Gott,  nicht von ihren verlogenen Moral-Götzen reden … Dass sie weder das Alte, noch das Neue Testament verdrehen, verbiegen, verhöhnen. Ich wünsche mir Bischöfe, die weder auf dem Tempelberg, noch in Deiner Kirche Dein Kreuz verstecken, dass selbst Allah sich geniert … Ich wünsche mir einen Papst der kapiert, dass Du kein Sozialist bist, sondern GOTT. Für alle Christen. Auch für die armenischen, kurdischen, ägyptischen. Kurz, liebes Christkind, ich wünsche mir wieder einen Papst, wie den wunderbaren Polen, Johannes Paul II. oder den lieben Deutschen, Benedikt XVI. Wenn Du keinen findest auf Erden, was unsereinen nicht wundern würde, muß Dein Vater Dich halt etwas schneller aus der Krippe klettern lassen, damit Du mal wieder selbst die Händler der Lügen aus dem Tempel geißelst …

Liebes Christkind  …

ich weiß, das alles sind keine Wünsche, die man mal eben bei Amazon oder e-Bay kaufen kann. Die kannst nur DU erfüllen. Auch wenn Du nur in der Krippe liegst, wir wissen ja, Dein Papi kann alles … So sage ich Dir mit meinem Freund Peter Alexander, der ja schon eine Weile im himmlischen Chor singt: Auch wenn wir uns nie seh’n, all diese schlimmen Dinge geschehen, will ich Dich und Deutschland immer lieben … Und auch ich muss zum Schluß noch was gestehen – ich bin schon über Siebzig.

Originaltext

Liebes Christkind,
ich heiße Peter Bartels
und bin 8 Jahre alt.
Ich möcht nur dran erinnern:
Das Weihnachtsfest kommt bald.
Ich hätte ein paar Wünsche.
Und macht es dir was aus,
ein bisschen zu verreisen?
Dann komm zu mir nach Haus.

Ich schreibe dir schon heute,
die Post lässt sich oft Zeit.

Und außerdem sagt jeder,
du wohnst so furchtbar weit.
Ich möcht‘ dich so gern seh’n
und halten deine Hand.
Doch das wird sehr schwer geh’n:
Du musst in jedes Land.

Ich wünsch‘ mir eine Schwester
und blond wie du,ganz hell.
Will damit meine Eltern auch überraschen
gell‘.Entschuldige die Fehler,
ich schreib‘ noch nicht sehr lang.
Und hilf auch meinem Teddybär,
ich glaube er ist krank.

Ich hab‘ noch eine Frage,
wie schreib’s ich dir nur, wie?
Warum seh’n nur die Eltern dich
und ich, ich seh‘ dich nie!

Mein liebes gutes Christkind,
ich träum‘ so oft von dir.
Und sprich auch mit dem Lehrer,
sonst krieg ich eine vier.

Ich muss jetzt leider schließen
und denk‘ an das Schwesterlein!
Und was ich dir geschrieben,
das bleibt unter uns zwei’n.

Auch wenn wir uns nie seh’n,
will ich dich immer lieben.
Ich muss noch was gesteh’n,
zum Schluss,
ich bin erst sieben.


Ex-BILD-Chef Peter Bartels.
Ex-BILD-Chef Peter Bartels.

PI-NEWS-Autor Peter Bartels war zusammen mit Hans-Hermann Tiedje zwischen 1989 und 1991 BILD-Chefredakteur. Davor war er daselbst über 17 Jahre Polizeireporter, Ressortleiter Unterhaltung, stellv. Chefredakteur, im “Sabbatjahr” entwickelte er als Chefredakteur ein TV- und ein Medizin-Magazin, löste dann Claus Jacobi als BILD-Chef ab; Schlagzeile nach dem Mauerfall: “Guten Morgen, Deutschland!”. Unter “Rambo” Tiedje und “Django” Bartels erreichte das Blatt eine Auflage von über fünf Millionen. Danach CR BURDA (SUPER-Zeitung), BAUER (REVUE), Familia Press, Wien (Täglich Alles). In seinem Buch “Die Wahrheit über den Niedergang einer großen Zeitung” (KOPP-Verlag) beschreibt Bartels, warum BILD bis 2016 rund 3,5 Mio seiner täglichen Käufer verlor. Kontakt: peterhbartels@gmx.de.