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CSU-Staatsminister und Co. zeigen, wie sie wirklich über Corona denken

Es ist ein offenes Geheimnis, dass im Zuge von „Corona“ das Denunziantentum in Deutschland eine Renaissance erlebt und jene, die sich dazu auserkoren fühlen, ihre Mitmenschen bei den Behörden anzuschwärzen, von den politisch Verantwortlichen auch noch ermutigt werden.

Dass der Schuss jedoch manchmal nach hinten losgehen kann, musste die CSU-Führung im bayerischen Landtag erfahren. Ein erboster „Zeuge Coronas“ konnte am Donnerstag  beobachten, wie die CSU-Staatsminister Kerstin Schreyer und Bernd Sibler, zusammen mit ihren Abgeordnetenkollegen Dr. Petra Loibl, Harald Kühn und Andreas Jäckel, dichtgedrängt in geselliger Runde an einem Tisch der Landtagsgaststätte saßen und sich ein üppiges Mahl mit den dazugehörigen Getränken schmecken ließen. Ganz so, wie in den guten, alten Vor-Corona-Zeiten.

Nach den geltende Vorschriften dürften nur zwei Personen an einem Tisch sitzen und müssten noch dazu mindestens 1.5 Meter Abstand halten.

Worstcase-Szenario für die Corona-Frevler

Für die Corona-Frevler trat nun das Worstcase-Szenario ein: Die unchristliche „Abendmahl-Szene“ wurde auf .jpg gebannt und der „BILD“-Zeitung zugespielt. Hier das Foto, das wir aus urheberrechtlichen Gründen nur verlinken.

Böse Zungen sagen, dass der Teufel seine Großmutter erschlagen hat, weil ihr keine Ausrede mehr eingefallen ist. Ausreden wollen wir der geselligen Runde natürlich nicht unterstellen und sind überzeugt von deren Einlassung:

Staatsministerin Schreyer spricht gegenüber der BILD von einem kurzem, dienstlichen Gespräch und räumt ein:

„Das tut mir leid, denn die Corona-Regeln gelten natürlich gerade auch für Politiker.“

Staatsminister Sibler dazu:

„Ich bedauere es sehr, dass ich für einen Moment unachtsam war und mit zu vielen Personen am Tisch saß. Mein Verhalten war falsch. Mein Anspruch ist es natürlich, jederzeit meiner Vorbildrolle als Politiker gerecht zu werden.“

Auch Petra Loibl, Harald Kühn und Andreas Jäckel äußern Bedauern gegenüber der BILD.

Ausnahme oder Alltag in der Landtagsgaststätte?

Allerdings könnte bei Betrachtung des verräterischen Fotos auch der Eindruck entstehen, dass dieser Verstoß keine Ausnahme darstellt und bisher einfach noch nie ein Denunziant mit einer Kamera in der Nähe war. Wir wissen es nicht.

Auf alle Fälle dokumentieren die Beteiligten, was sie von der Gefahr halten, die von COVID-19 ausgeht: Nämlich nicht viel. Aber fleißig die Hand heben, wenn es darum geht, die bayerische Bevölkerung mit Kontaktbeschränkungen und Ausgangssperren zu hunzen (wie man in Bayern sagt).

Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) verhängte inzwischen ein Zwangsgeld von 250 Euro gegen die Beteiligten. Es darf darüber spekuliert werden, ob dieses als Sanktion für den Verstoß anzusehen ist, oder als Strafe dafür, dass sich die gesellige Runde erwischen ließ.

Denn eines ist klar: Sollte so etwas gängige Praxis gewesen sein, dann wäre mit diesem Vorfall die Landtagsgaststätte als „Oase der Normalität“ ein für alle Mal „verbrannt“. Wasser predigen und Wein saufen, ginge dann dort nicht mehr.