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Deutschland versagt in der Krise

Von MANFRED ROUHS | Die Bilder könnten gegensätzlicher nicht sein: Während in Deutschland der Staat das öffentliche Leben zurückfährt, feiern die Menschen im chinesischen Wuhan Partys.

In der Millionen-Metropole am Jangtse- und Han-Fluss wurden im Dezember 2019 die ersten Fälle einer neuen Infektionskrankheit identifiziert, die Lungenentzündungen auslöste und die mittlerweile in verschiedenen Varianten unter der Bezeichnung „Corona“ oder „Covid19“ die Öffentlichkeit in Europa und den USA in Schach hält.

Die Unfähigkeit der Europäer und US-Amerikaner, im Umgang mit dieser Krankheit ähnlich erfolgreich zu sein wie die Asiaten, lässt Zweifel an der angeblichen Überlegenheit des westlichen politischen Systems aufkommen.

Was haben die Asiaten besser gemacht als wir?

In den ersten Wochen gar nichts. Am Anfang stand die Idee der chinesischen Offiziellen, das Problem unter den Teppich zu kehren. Aber nachdem sich im Januar 2020 die Krankenhäuser in Wuhan füllten und immer mehr Menschen starben, erfolgte ein scharfer Kehrtschwenk: Die Regierung in Peking nutzte die ruhige Jahreszeit rund um das chinesische Neujahrsfest, das in diesem Jahr auf den 25. Januar fiel, für harte erst regionale und dann landesweite Kontaktverbote einschließlich Ausgangssperren sowie die Schließung der Außengrenzen.

Von diesem Moment an erfolgte eine engmaschige Nachverfolgung der Kontakte aller Infizierten und Quarantäne für jeden, der sich in ihrer Nähe aufgehalten hatte. Nach einigen Wochen war die Epidemie eingedämmt. Trotzdem blieb eine harte Einreisesperre bis zum 28. September 2020 bestehen. Seither darf einreisen, wer einen aktuellen negativen Corona-Antikörpertest vorlegt.

Nach Deutschland dagegen reist nach wie vor jeder munter ein, wie er will, unabhängig von der Frage, ob er Krankheiten einschleppt oder nicht. Alleine zwischen dem 8. November und dem 2. Dezember sind mindestens 270.000 Menschen aus sogenannten Corona-Risikogebieten nach Deutschland gekommen, großenteils ohne sich in Quarantäne begeben zu haben. Seither explodieren die Infektionszahlen. Mangels sicherer Grenzen hat diesbezüglich niemand auch nur die geringste Kontrolle.

Stattdessen haben Millionen Menschen eine „Corona-App“ auf ihrem Mobiltelefon installiert, die sie in einer trügerischen Sicherheit wähnt. Die Programmierer verdienten daran Millionen, aber der praktische Nutzen tendiert offenbar gegen Null. Wie sonst ist zu erklären, dass die Infektionszahlen immer weiter ansteigen, obwohl noch nie so viele Menschen die App installiert haben wie gerade jetzt?

Wer Krankheiten eindämmen will, muss die Kranken identifizieren und behandeln sowie ihre Kontaktpersonen in Quarantäne nehmen. Das ist in einer bunten Republik mit unkontrollierten Grenzen nicht möglich. Solange Deutschlands Grenzen offenstehen, kann sich die Regierung „Coronamaßnahmen“ aller Art getrost sparen: sie hat keine Chance, die aktuelle Krise in den Griff zu bekommen.


PI-NEWS-Autor Manfred Rouhs, Jahrgang 1965, ist Vorsitzender des Vereins Signal für Deutschland e.V., der die Opfer politisch motivierter Straftaten entschädigt. Der Verein veröffentlicht außerdem ein Portal für kostenloses Online-Fernsehen per Streaming und hat die Broschüre Coronazeit – Leben im Ausnahmezustand“ herausgegeben. Manfred Rouhs ist als Unternehmer in Berlin tätig und vermittelt Firmengründungen in Hong Kong.