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Ebersberg: Stattliche Villa mit Park für Asylanten angemietet

Von CANTALOOP | Was sich beim ersten Blick wie eine Fake-Meldung aus unseriöser Quelle liest, entpuppt sich beim genaueren Hinsehen tatsächlich als die Wahrheit. Wie das Landratsamt aufgrund einiger Nachfragen nun bestätigte, sollen ab Januar ein knappes Dutzend Geflüchtete in das noble Anwesen mit großzügig bemessener Wohnfläche und parkähnlichem Garten einziehen. Da laut Aussage eines Landratsamt-Mitarbeiters im Moment nichts anderes zu bekommen sei – man aber die Notleidenden zwingend unterbringen müsste.

Der Merkur weiß zu berichten:

„Der Landkreis Ebersberg hat eine Stadtvilla (250 m2 Wohnfläche) in der Ignaz-Perner-Straße 12 mit parkähnlichem, rund 1700 Quadratmeter großen Garten angemietet, um dort Asylbewerber unterzubringen. Entsprechende Informationen der Ebersberger Zeitung bestätigte das Landratsamt einsilbig.

Das jetzt vom Landratsamt angemietete Haus in der Ignaz-Perner-Straße befindet sich jedenfalls in Bestlage der Kreisstadt, manche sprechen vom „Viertel der Millionäre“. Das Landratsamt bezahlt nach eigener Auskunft eine ortsübliche Miete von 11,20 Euro pro Quadratmeter, sprich rund 2800 Euro gesamt. Der Mietvertrag ist bis Ende Oktober 2023 befristet.“

Somit kann man getrost davon ausgehen, dass sich solch eine herrschaftliche Art der Unterbringung in den einschlägigen Kreisen wie ein Lauffeuer herumsprechen wird. Und die dementsprechende Signalwirkung in die restliche Welt hinaus gewaltig sein wird. Seht her, sie bringen uns jetzt in Villen unter, die Deutschen. Kommt nur alle hierher, ihr Menschen in Not. Es ist das neue Eldorado.

Eine fatale Signalwirkung

Dass derlei Meldungen aber auch dazu geeignet sind, den Unmut – um nicht zu sagen, den Hass in der ohnehin schon gereizten Bevölkerung weiter anzuheizen, sollte man nicht unterschätzen.

Während die wertschöpfenden Bevölkerungsteile in der Corona-Phase darben und teilweise um ihre Existenz bangen, bringt man die trotz aller Restriktionen eingewanderten Kostgänger in derart luxuriösen Destinationen unter, die sich ein Normalbürger unter keinen Umständen leisten könnte. Dies eine politische Instinklosigkeit zu nennen, wäre wohl noch gelinde untertrieben.

Alleine schon der Unterhalt, Beheizung und die Instandsetzung eines solchen Monstrums verschlingen Unsummen. Damit könnte man ein ganzes afrikanisches Dorf vollumfänglich versorgen. Da ist es nur ein schwacher Trost, dass man von Seiten des Amtes immerhin an den Schutz der wertvollen Immobilie in allerbester Lage denkt:

Wir nehmen fast alles, was wir kriegen können“, sagt ein Mitarbeiter des Landratsamts, der nicht genannt werden will. Auch die Ebersberger Stadtvilla mit dem Parkgrundstück sei der Behörde angeboten worden. Zwölf bis 14 Asylsuchende sollen dort untergebracht werden, frühestens wohl ab Januar. Eine Begehung hat schon stattgefunden. Dabei sei u.a. beschlossen worden, die wertvollen Böden in dem Haus durch geeignete Maßnahmen zu schützen.

Bürgermeister Ulrich Proske (parteilos) ist in diesem Fall nicht gut auf das Landratsamt zu sprechen. Er wurde nämlich über den Abschluss des Mietvertrags nicht informiert. Erst auf Nachfrage im Landratsamt erhielt er ein paar dürftige Informationen. „Ich würde mir wünschen, dass wir in Zukunft auf Augenhöhe miteinander reden“, sagt der Rathauschef in Richtung Landrat Robert Niedergesäß (CSU). Es könne ja durchaus sein, dass die Stadt einen Wissensvorsprung habe, wenn es um eine bestimmte Immobilie gehe.

Der großzügige Einfahrtsbereich des Anwesens.