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Ibiza-Lockvogel soll Cousine des verhafteten Detektivs sein

Der rätselhafte „russische Lockvogel“, der sich in einer Geheimdienst-Villa auf Ibiza „Aljona Makarowa“ nannte und sich als Nichte des russischen Öl- und Gas-Unternehmers Igor Makarow ausgab, soll die Cousine des in Berlin verhafteten „Privatdetektivs“ Julian Hessenthaler sein, wie EU-Infothek berichtet.

Am 27. Mai veröffentlichte das österreichische Bundeskriminalamt Fahndungsfotos von „Aljona Makarowa“ in der Hoffnung auf „nähere Erkenntnisse zu den Hintergründen betreffend die Herstellung und der Vorbereitung des ‚Ibiza-Videos'“, das die FPÖ-Politiker Heinz-Christian Strache und Johann Gudenus zu Fall brachte. Das Oberlandesgericht Wien hat am 12. November die Fahndungsmaßnahme als „unverhältnismäßig“ wieder eingestellt. Gegen die Frau wird wegen des Verdachts der Urkundenfälschung und der Fälschung besonders geschützter Urkunden ermittelt.

Die österreichischen Bundeskriminal-Ermittler der „Soko Tape“ seien Hessenthaler über seine rumänische Lebensgefährtin S.-C. R. auf die Spur gekommen, die im rumänischen Sanandrei, nördlich von Timisoara, „gemeinsam mit ihrem jüngsten Sohn und ihrem zweiten Kind, wahrscheinlich bei ihren Eltern“ wohne, so EU-Infothek.

Die „Unterhaltungsschauspielerin“ S.-C. R. sei mit ihrem Sohn in der Eichkampstraße im Berliner Stadtteil Westend gemeldet, so EU-Infothek: „Es ist anzunehmen, dass der ‚Sozialstaat‘ Deutschland Motiv für die Anmeldung der Lebensgefährtin und ihres Sohnes ist.“ Damit stellt sich die Frage, wieviel Geld der deutsche Steuerzahler für Flucht und Versteck der Haupttäter im Österreich-Putsch gezahlt hat.

Die 30-jährige „Schauspielerin“ spielte auch eine tragende Rolle bei der Übermittlung des Ibiza-Videos an die „Süddeutsche Zeitung“ und den „Spiegel“. Im Zeitraum vom 27. April bis 6. Mai 2019 hielt sie sich mit Hessenthaler in Bad Gastein auf, berichtet das Portal des Ibiza-Experten Prof. Dr. Gert Schmidt: „Dort wurden die Gespräche zwischen (Hessenthaler) und den deutschen Medien geführt – auch im Hotel Europa/Appartementhaus, wo sich der Wiener Partner des (Hessenthaler), RA (Ramin Mirfakhrai), aus der Singerstraße, eingekauft hat.“

Die junge Rumänin soll ein bis zwei Monate vor der Veröffentlichung des manipulativ geschnittenen Videos davon gesprochen haben, dass „der Strache fertig gemacht werden soll“. Sie habe auch gewusst, dass das Video sechs bis sieben Stunden Spielzeit hat und dass sie mit Hessenthaler ins Ausland gehen müsse, weil es Probleme geben würde.

„Ebenso sagte R., so (ein) Zeuge, dass es sich bei dem „Lockvogel“ um die Cousine des (Hessenthaler) handle, die aus Litauen oder Lettland (Baltikum) stamme.  R. begleitete (Hessenthaler) auf mehreren Reisen, das konnte das BK ermitteln. Es gab gemeinsame Aufenthalte in Spanien und der Schweiz, auch das Schließfach bei der Firma „Sincona Trading AG“ in Zürich wurde  von (Ramin Mirfakhrai) angemietet. Das BK ermittelte auch, dass R. „Gegenstände/Dokumente etc.“ aus dem Schließfach abgeholt bzw. entfernt hat.“

Nach Hessenthalers Zeugenaussage in einem Drogenprozess gegen seinen Bekannten Slaven K. in Salzburg sollen die österreichischen Ermittler R. auf die Spur gekommen sein. Sie erfuhren, dass R. überlege, „mit dem Zug oder dem Bus, vielleicht mit dem Flugzeug, gemeinsam mit ihrem Sohn zu (Hessenthaler) nach Berlin zu kommen.  Es war dann nur eine Frage der Zeit und der professionellen „Betreuung“ durch die Wiener Ermittlungsspezialisten, bis J.H. am 10. Dezember 2020 in Berlin verhaftet wurde.“

Die deutschen Medien schweigen weiterhin den größten medienpolitischen Skandal der Nachkriegszeit komplett tot – vermutlich um ihre Kollegen bei SZ, Spiegel und ZDF zu schützen. Viele vermuten, „dass Deutschland eine aktive Rolle spielte, es also keineswegs Zufall ist, dass deutsche Medien federführend an der Veröffentlichung beteiligt waren“, schreibt die österreichische Bloggerin Alexandra Bader: „Dazu kommt, dass auch das Zentrum für Politische Schönheit mitgemischt haben soll, von dem eine Vertreterin von der Liste Pilz im Wahlkampf 2019 nach Wien eingeladen wurde.“

(Hessenthalers) Anwalt Johannes Eisenberg wiederum sei „mit dem deutschen Grünen-Abgeordneten Christian Ströbele verbunden, der seinerseits Kontakte zu Peter Pilz hat“, so Bader: „Heinz Christian Strache möchte von (Hessenthaler) wissen, wer die Hintermänner, Mittäter und Auftraggeber waren; darauf bezieht sich Tichys Einblick: „In der Tat dürfte das die bei weitem interessanteste Unbekannte in diesem Fall sein. Nämlich die Frage, wem und aus welchen Gründen daran gelegen haben könnte, die österreichische Kurz-I-Regierung zu stürzen, und damit die vielbeachtete Position von Kurz und Strache auch in der Zuwanderungsfrage zu torpedieren.“

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